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Ausland

Todkrankes britisches Baby soll im Hospiz sterben

Donnerstag, 27. Juli 2017

London – In der Frage, wo ein todkrankes britisches Baby seine letzten Tage ver­brin­gen darf, haben sich Eltern und Ärzte geeinigt. Der elf Monate alte Junge soll in einem Kinderhospiz sterben, wie heute ein Gericht in London mitteilte. Eigentlich wollten die Eltern ihren Sohn mit nach Hause nehmen, nachdem sie den juristischen Kampf um seine Weiterbehandlung mit experimentellen Methoden verloren hatten. Doch das Great-Ormond-Street-Krankenhaus, in dem das Kind betreut wird, lehnte dies ab.

Die Wohnung der Eltern kam nach Einschätzung der Ärzte nicht für die Verlegung in Frage, weil dort keine Rund-um-die-Uhr-Versorgung durch das Fachpersonal möglich wäre. Das Krankenhaus erklärte aber, es habe ein hervorragendes Hospiz gefunden, das dem Jungen und seinen Eltern den notwendigen Raum und die Privatsphäre bieten könne, um sie zu schützen. So solle ein eigener Bereich für die Familie eingerichtet werden, in dem auch Freunde und Angehörige zu Besuch kommen könnten.

Der Junge leidet am mito­chon­drialen DNA-Depletionssyndrom (MDS). Sein Gehirn ist stark geschädigt, unter anderem kann er nicht mehr selbstständig atmen. Seine Ärzte am Londoner Krankenhaus Great Ormond Street (Gosh) und andere Experten halten eine Heilung für ausgeschlossen und beantragten die Abschaltung der lebenserhaltenden Geräte, um dem Kind weiteres Leiden zu ersparen.

Die Eltern waren in den vergangenen Monaten durch alle gerichtlichen Instanzen gegangen, um Charlies Behandlung mit Methoden zu ermöglichen, die bislang nicht an Menschen ausprobiert wurden. Doch sie wurden bis hin zum Obersten Gerichtshof und zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte mit ihren Klagen abgewiesen.

Am Montag gaben Yates und Gard schließlich den juristischen Kampf auf. Unglück­licherweise sei die „Zeit abgelaufen“, sagte ihr Anwalt vor einem Londoner Gericht und verwies auf jüngste Gehirn-Scans des elf Monate alten Jungen. Eine Weiterbehandlung sei nicht mehr zu „seinem Besten“. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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