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Gesunkene Spermienzahl für Urologen kein Grund zur Beunruhigung

Freitag, 28. Juli 2017

/vchalup, stock.adobe.com

Berlin – Die laut einer Studie gesunkene Spermienanzahl von Männern in westlichen Ländern um etwa 50 Prozent zwischen 1973 und 2011 ist aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) kein Grund zur Beunruhigung. Man sehe die Zeugungs­fähigkeit in westlichen Industrienationen „nicht akut gefährdet“, teilte die DGU heute mit. Sorgen müssten sich die Männer nicht machen, erklärte die Fachärztin für Repro­duktionsmedizin und Andrologie Sabine Kliesch und schließt sich damit der Meinung anderer Experten an. Die Veränderungen lägen „alle in einem hochnormalen Bereich“.

Forscher von der Hebrew University in Jerusalem hatten in dieser Woche in Human Reproduction Update eine Übersichtsarbeit publiziert, die den Rückgang der Spermien­anzahl pro Milliliter Sperma und im Ejakulat erneut zeigt. 

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Spermienzahl sinkt vor allem in westlichen Ländern

Jerusalem/New York – Immer weniger Spermien sind pro Milliliter im Sperma enthalten, und auch die Spermienanzahl pro Samenerguss sinkt seit 1973. Vor allem in westlichen Ländern sei ein Spermienschwund um 50 bis 60 Prozent zu verzeichnen, wie Forscher um Hagai Levine von der Hebrew University-Hadassah in einem Review berichten, das in Human Reproductive Update [...]

Nicht an der Studie beteiligte Experten hatten betont, dass anhand der Daten offen bleibe, ob Männer wirklich unfruchtbarer geworden sind. Zur Beweglichkeit der Spermien etwa gab es in der Studie keine Daten. Für die Befruchtung einer Eizelle sei die Zahl vorwärts-beweglicher Spermien aber entscheidender als die absolute Anzahl, so DGU-Expertin Kliesch.

Warum nimmt die Spermienzahl ab?

Wie es zu dem Rückgang der Spermienanzahl gekommen ist, können auch die Exper­ten der DGU nur mutmaßen. Kliesch erklärt, dass es normal sei, dass bei Männern immer wieder Schwankungen innerhalb des Normbereiches auftreten – ohne dass dies auf eine krankhafte Abweichung hinweisen müsse. Sie verweist auch auf verbesserte Messmethoden. „Es ist durchaus denkbar, dass sich der gemessene Trend zum Teil auch aus den Möglichkeiten zur genaueren Qualitätskontrolle ergeben hat“, gibt die Andrologin zu bedenken.

„Gegenstand weiterer Untersuchungen sollte sein, welche Mechanismen hinter dem Spermienrückgang stecken und inwieweit diese auch auf die Gesundheit der Männer im Allgemeinen einwirken", sagt Christian Wülfing, Pressesprecher der DGU. „Der Einfluss von Lebensstilfaktoren wie Übergewicht, Stress und Rauchen rückt dabei ebenso in den Fokus der Diskussion wie mögliche Risikogrößen aus der Umwelt, etwa Chemikalien.“ Ebenfalls berücksichtigt werden müssten das Alter der Männer sowie Erkrankungen, die sich auf die Spermien- und Ejakulatqualität auswirken können, darunter Hodenkrebs, Prostatakrebs oder Lageanomalien des Hodens.“

Die DGU hält die Studie aber für ernstzunehmend, unter Experten gelte sie als beste derzeit verfügbare Neuberechnung. Es müsse untersucht werden, was hinter dem Spermienrückgang stecke und was das für die Männergesundheit allgemein bedeute, hieß es. © dpa/gie/aerzteblatt.de

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