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Medizin

Parkinson: Freies Wasser in der Substantia Nigra zeigt Krankheitsprogress

Freitag, 4. August 2017

Gainesville – Patienten, die an Parkinson leiden und eine Verschlechterung der Symp­tome aufweisen, zeigen bei speziellen MRT-Aufnahmen oft eine Zunahme des freien Wassers in der Substantia Nigra. Wissenschaftler um David Vaillancourt an der Uni­ver­sity of Florida berichten in der Fachzeitschrift Brain über den möglichen diagnostischen Wert dieser Entdeckung (2017; doi: 10.1093/brain/awx146).

Entzündliche Prozesse spielen beim Morbus Parkinson eine wichtige Rolle. Im Verlauf der Erkrankung entsteht unter anderem eine Entzündungsreaktion in der Substantia Nigra. Diese Entzündung führt zu einer Zunahme des freien Wassers. Hiermit ist extra­zelluläre Flüssigkeit gemeint, die beispielsweise durch eine vasogenes Ödem entsteht.

Durch spezielle Sequenzen von diffusionsgewichteten MRT-Aufnahmen ist es möglich, die Menge des freien Wassers genau zu bestimmen und von der intrazellulären Flüssig­keit zu unterscheiden. Die Arbeitsgruppe der aktuellen Studie berichtet, dass sie in Vorstudien Hinweise für eine Zunahme des freien Wassers in der Substantia Nigra bei Parkinson-Patienten fanden.

Die Forscher beobachteten eine Gruppe von Parkinson-Patienten und eine gesunde Vergleichsgruppe. Beide Gruppen erhielten die spezielle MRT-Untersuchung und wurden über vier Jahre beobachtet. Besonderes Augenmerk legten die Forschers auf die Menge des freien Wassers in der Substantia Nigra.

Während die gesunde Vergleichsgruppe keine Veränderung der Menge des freien Wassers in der Substantia Nigra zeigte, nahm der Gehalt bei den Parkinson-Patienten bereits im ersten Jahr zu. Parallel dazu zeigte sich eine Verschlechterung der Sympto­matik bei den Patienten. Durch bildgebende Verfahren, die den Dopaminstoffwechsel im Gehirn darstellen (DaTSCAN), konnten die Forscher feststellen, dass eine Zunahme des freien Wassers mit einem Verlust der dopaminergen Neuronen korreliert war.

Ein radiologischer Marker für die Progression der Erkrankung könnte bei der Testung von Medikamenten wertvolle Dienste leisten, so die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

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