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Medizin

Leberzellkarzinom: Resektion vor Transplantation einsetzen

Freitag, 4. August 2017

Köln – Die Lebertransplantation ist der Goldstandard für die Therapie des frühen hepatozellulären Karzinoms. Aufgrund des Spendermangels kann diese Option jedoch nur eingeschränkt angeboten werden. Alternativ ist eine Leberresektion mit kurativer Absicht möglich. Markus B. Schoenberg, Julian N. Bucher und Koautoren haben unter­sucht, ob man mit der Leberresektion (LR) vergleichbare Ergebnisse erzielen kann wie mit der Lebertransplantation (LT) (Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 519–26).

Dazu führten die Autoren eine Metaanalyse aller verfügbaren Studien durch, in denen die LT der LR gegenübergestellt wurde. Aus den publizierten Daten bildeten sie eine Subgruppe aus Patienten mit frühem Leberzellkarzinom (HCC) bei kompensierter Zirrhose, für die sowohl eine LR als auch eine LT in Frage kamen. 54 Studien mit 13.794 Patienten konnten in die Subgruppenanalyse eingeschlossen wer­den. Für dieses Patientenkollektiv verglichen die Wissenschaftler das Gesamtüberleben nach 1, 3 und 5 Jahren sowie die Morbidität und Mortalität bei LR und LT.

Bei Patienten mit frühem HCC erzielte die LT erst nach 5 Jahren eine höhere Über­lebens­rate als die LR (66,67 versus 60,35 Prozent). Nach 1 und 3 Jahren zeigte sich jedoch kein signifikanter Unterschied. In dieser Subgruppe konnte zudem kein signi­fikanter Unterschied in Morbidität und Mortalität festgestellt werden.

Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass die LR beim frühen HCC nach bis zu 3 Jahren vergleichbar gute Überlebens- und ähnliche Komplikationsraten im Vergleich zur LT aufweisen. Deshalb sollte eine Resektion angestrebt werden, wenn die Voraus­setzungen dafür gegeben sind. Im Fall eines Rezidivs könnten diese Patienten immer noch für eine Transplantation evaluiert werden. Diese Strategie könnte die Zuweisung der Spenderlebern verbessern. Um eine Risikostratifikation zu ermöglichen, müssen die Therapieoptionen für die Patienten multidisziplinär in spezialisierten Tumorboards besprochen werden. © Se/aerzteblatt.de

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