NewsÄrzteschaftAugen-Operateure favorisieren belegärztliche Versorgung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Augen-Operateure favorisieren belegärztliche Versorgung

Montag, 7. August 2017

/mehmetcan, stock.adobe.com

Düsseldorf – Eine belegärztliche Versorgung im Krankenhaus ist für Krankenkassen kostengünstiger als ein Eingriff, der in einer Hauptabteilung des Krankenhauses vorgenommen wird. Darauf hat der Verband OcuNet hingewiesen, der 19 augenme­dizinische Facharztzentren aus ganz Deutschland vertritt. Der Verband weist auf eine Analyse von Ursula Hahn, Geschäftsführerin der OcuNet Verwaltungs-GmbH, und Peter Mussinghoff in der Zeitschrift Gesundheitsökonomie und Qualitätsmanagement (DOI: 10.1055/s-0043-100689) hin.

Die beiden Autoren haben in dem Beitrag die Gesamtkosten bei stationärer Versorgung in Beleg- und Hauptabteilungen verglichen. Die beiden Abteilungstypen unterliegen bekanntlich partiell unterschied­lichen Gebührenordnungssystemen: Die Versorgung in einer Hauptabteilung wird nach dem Vergütungssystem für Krankenhäuser (Diagnosis Related Groups, DRG) finanziert. Bei der Versorgung in Belegabteilungen erhält das Krankenhaus eine reduzierte DRG, der Belegarzt rechnet seine Leistungen nach dem Vergütungssystem für ambulante Leistungen ab.

Anzeige

Kostenträger zahlen laut Analyse im Median für eine Versorgung in der Haupt­abteilung 2.320 Euro und in der Belegabteilung 1.789 Euro. Letzteres ist die Summe aus der Belegarzt-DRG und dem Honorar für den Belegarzt nach dem Einheitlichen Bewer­tungs­maßstab (EBM). Die Analyse basiert auf der Auswertung von Daten der zehn häufigsten belegärztlichen Operationen. Dazu zählten unter anderem die Tonsillek­tomie, die vaginale Entbindung, wenig komplexe Eingriffe am Kniegelenk, Ellenbogen­gelenk und Unterarm und die Kataraktoperation.

Die Autoren führen in ihrer Analyse aus, dass das Krankenhaus somit höhere Erlöse erzielt, wenn eine Leistung in einer Haupt­abteilung statt in einer Belegabteilung erbracht wird. Belegärzte, die in der Regel als niedergelassene Ärzte auch ambulant operierten, erzielten hingegen höhere Erlöse, wenn sie ambulant in einem eigenen OP-Zentrum außerhalb des Kranken­hauses versorgten.

„Diese verzerrende Erlössituation, der ambulante wie stationäre Leistungserbringer ausgesetzt sind, ist vermutlich ein wichtiger Grund für den Rück­gang des Belegarzt­wesens“, hieß es aus OcuNet. Laut der Untersuchung gebe es jedoch Gestal­tungsspielraum im Sinne einer besseren Honorierung belegärztlicher Leistungen. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

31. Mai 2019
Berlin – In Pflege- und Seniorenheimen gibt es einen erheblichen Nachholbedarf hinsichtlich der augenärztlichen Versorgung. Zu diesem Schluss kam bereits 2016 eine Studie OVIS (Ophthalmologische
Stiftung Auge will ophthalmologisches Versorgungsdefizit in Seniorenheimen beheben
31. Mai 2019
Bonn – Ein Register zu einer speziellen Uveitis bauen Ärzte und Wissenschaftler unter Leitung der Universitäts-Augenklinik Bonn auf. „Da es sich um eine sehr seltene Erkrankung handelt, fehlen dazu
Register zur Uveitis soll Versorgung verbessern
21. Mai 2019
München – Viele altersbedingte Augenerkrankungen lassen sich gut behandeln. Häufig machen sie sich aber erst in einem späten Stadium bemerkbar, wenn ein Großteil der Sehkraft bereits verloren ist.
Transportprobleme halten alte Menschen vom Augenarztbesuch ab
9. Mai 2019
Basel – Der Pharmakonzern Novartis stärkt seine Augenheilkundesparte mit einer Milliardenübernahme. Das Unternehmen werde das Augenarzneimittel Xiidra vom japanischen Konkurrenten Takeda für 3,4
Novartis übernimmt Augenarzneimittel von Takeda
3. Mai 2019
Boston – Erwachsene Menschen mit einem erhöhten Cholesterinwert erkrankten in 3 prospektiven Beobachtungsstudien häufiger an einem primär chronischen Offenwinkelglaukom als Menschen mit normalen
Cholesterin erhöht Glaukomrisiko, Statine könnten es wieder senken
3. Mai 2019
Tampa/Florida – Ein Makulaödem, zu den es bei Menschen mit Typ-2-Diabetes im Rahmen einer Retinopathie kommen kann, muss nicht durch Lasern oder Injektionen von Anti-VEGF-Medikamenten behandelt
Diabetische Retinopathie: Abwartende Haltung im Frühstadium des Makulaödems schadet nicht
30. April 2019
München – Vor einem Übergewicht ökonomischer Interessen bei der Patientenversorgung durch das Engagement renditeorientierter Investoren im Gesundheitswesen hat die Deutsche Ophthalmologische
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER