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Vermischtes

Schüler in Brandenburg konsumieren weniger Alkohol und Tabak, aber mehr illegale Drogen

Montag, 7. August 2017

/Monkey Business, stock.adobe.com

Potsdam – Immer weniger Jugendliche in Brandenburg rauchen oder trinken regel­mäßig Alkohol. Nach einer Befragung von mehr als 10.000 Schülern der zehnten Klassen ist der Anteil der jungen Raucher auf etwa 17 Prozent gesunken, wie die Leiterin der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen, Andrea Hardeling, heute sagte.

Bei der letzten Befragung vor vier Jahren waren dies noch 22 Prozent, und 2005 hatten sogar noch 41 Prozent der Jungen und 38 Prozent der Mädchen angegeben, gewohn­heits­mäßig zu rauchen. Regelmäßig Alkohol trinken nach den aktuellen Zahlen 15 Pro­­zent der Jungen und neun Prozent der Mädchen; 2013 waren es noch 19 bezie­hungsweise zehn Prozent.

Dafür kiffen inzwischen mehr Schüler: Der Anteil der regelmäßigen Konsumenten von Cannabis stieg bei den Jungen gegenüber 2013 von 4,4 auf 5,6 Prozent und bei den Mädchen von 2,0 auf 3,0 Prozent. Auch bei weiteren illegalen Drogen wie Ecstasy, Heroin und Crystal Meth ist ein Zuwachs zu verzeichnen. Bei den Jungen von 1,0 auf 1,6 Prozent und bei den Mädchen von 0,5 auf 0,9 Prozent. Dies gebe durchaus Anlass zur Sorge, die Zunahme liege aber auf niedrigem Niveau, sagte Hardeling. In absoluten Zahlen gaben 400 Schüler zu, regelmäßig zu kiffen.

Erfreulich aus Sicht von Gesundheitsstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt: Bei der ersten Befragung im Jahr 2009 lag das Einstiegsalter der Raucher bei unter 13 Jahren, inzwischen beträgt es 13,5 bis 14 Jahre. Und vor vier Jahren hatten zehn Prozent der Jugendlichen angegeben, noch nie Alkohol getrunken zu haben, inzwischen sind es bei den 15- bis 17-Jährigen 13,8 Prozent.

„Ein Verzicht oder wenigstens ein Aufschieben regelmäßigen Konsums in der Jugend führt zu viel günstigeren Prognosen“, erläuterte die Staatssekretärin. „Wenn Jugend­liche nur halb soviel Tabak rauchen wie zwölf Jahre zuvor, werden Tausende vorzeitige Todesfälle und Tausende chronische Krankheiten vermieden.“

Als Grund für die erfreuliche Entwicklung sieht Hartwig-Tiedt unter anderem eine Besserung der sozialen Verhältnisse in den Elternhäusern. Einkommen und Bildung hätten deutlich zugenommen, beim Rauchen wirkten zudem die Nichtrauscherschutz­gesetze positiv.

Erstmals wurden die Jugendlichen auch gefragt, ob sie bereits beim Cybermobbing als Täter oder Opfer beteiligt waren. Mit zehn Prozent sahen sich deutlich mehr Mädchen als Jungen (vier Prozent) als Opfer solcher Attacken im Internet; sieben Prozent der Mädchen und neun Prozent der Jungen räumten ein, sie hätten schon selbst solche Angriffe gestartet. © dpa/aerzteblatt.de

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