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Vermischtes

Pilotprojekt: Wespen- und Bienenstichallergie wird Teil der U-9

Montag, 7. August 2017

/Jürgen Fälchle, stock.adobe.com

München – Ein Wespen- oder Bienenstich ist nicht nur schmerzhaft, er kann auch zu heftigen allergischen Reaktionen und sogar zum Tod führen. Darauf und auf ein neues Pilotprojekt des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat die baye­rische Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU) hingewiesen.

Das Ministerium fördert das Projekt mit rund 50.000 Euro. Dabei nehmen Kinderärzte im Landkreis Günzburg bei der U9-Untersuchung Blutproben, um eine Allergie fest­zu­stellen. Eltern füllen einen Fragebogen aus, in dem auf allergische Reaktionen einge­gangen wird.  „Das Wissen, ob man an einer Insektenstichallergie leidet, ist für eine schnelle Therapie im Ernstfall entscheidend“, so Huml.

3,5 Prozent Betroffen

Laut der Charité-Universitätsmedizin reagieren rund 3,5 Prozent der Menschen in Deutschland allergisch auf das Gift von Wespen und Bienen, das entspricht knapp drei Millionen Betroffenen (Angaben für 2016). „Bleibt die Hautreaktion auf die Einstich­stelle begrenzt, ist das kein Grund zur Sorge“, erläuterte Margitta Worm, Allergologin an der Charité, im vergangenen Sommer bei der Vorstellung einer kostenfreien Smart­phone-Applikation für Insektengift-Allergiker.

Bedrohlich kann es der Expertin zufolge werden, wenn der Hautausschlag am ganzen Körper auftritt oder es zu Schwellungen im Gesicht oder am Hals, Kribbeln an den Handflächen und Fußsohlen, Übelkeit, Atemnot, Schwindel oder Herzrasen kommt. Im schlimmsten Fall könne sich die allergische Reaktion binnen weniger Minuten bis zum lebensbedrohlichen Kreislaufschock ausweiten, erläuterte Worm.

Die Hyposensibilisierung ist bekanntlich eine gängige Therapie zur Prophylaxe für Wespengift-Allergiker und andere Allergien. Der Patient bekommt dabei in bestimmten zeitlichen Abständen eine Impfung mit dem Allergen, dem Insektengift, in steigender Konzentration. „Wichtig für den Erfolg ist, dass die Patienten mit genau dem Stoff behandelt werden, der die Allergie auslöst“, erklärte Simon Blank, Arbeitsgruppenleiter am Institut für Allergieforschung (IAF) am Helmholtz-Zentrum München.

Allerdings gebe es zahlreiche verschiedene Varianten des Wespengifts. Im vergangenen Sommer stellten die Wissenschaftler ein neues Testverfahren vor, mit der sich das Wespengift exakt bestimmen lässt, gegen das Allergiker reagieren (2016; doi: 10.1111/all.13000). Mit diesem Wissen wollen sie den Betroffen, die eine Hyposensi­bilisierung durchführen, unnötige Impfungen mit zahlreichen Varianten von Wespen-Giftstoffen ersparen. © hil/aerzteblatt.de

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