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Politik

Ambulante Pflegedienste in Berlin suchen händeringend Personal

Mittwoch, 9. August 2017

/Peter Atkins, stock.adobe.com

Berlin – Die ambulanten Pflegedienste in Berlin suchen dringend Personal. Der Anbieterverband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen (AVG) spricht von einer „dramatischen Personalsituation in der ambulanten Pflege in Berlin“. Es herrsche ein Pflegenotstand.

„Immer häufiger müssen wir Kunden abweisen, weil uns das für die Versorgung not­wendige Pflegepersonal und damit die notwendigen Kapazitäten fehlen. Diese Patien­ten bleiben dann im schlimmsten Fall unversorgt, weil es den anderen Anbietern nicht anders geht“, sagte Thomas Meißner aus dem Vorstand des AVG. Meißner mahnt dringend, die Rahmenbedingungen für die ambulante Pflege „gewaltig zu verbessern“.

Versorgungssituation schwierig

„Bloße Lippenbekenntnisse für eine bessere Pflege bringen uns nicht weiter“, betonte er. Für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige werde es immer schwerer, einen Pflegedienst zu finden, der sie in der Pflege und Betreuung entlaste. Die Versor­gungssituation werde in den kommenden Jahren sogar noch schwieriger werden. „Ich sehe den pflegerischen Sicherstellungsauftrag der Pflege- und Krankenkassen als massiv gefährdet an“, sagte Meißner.

Konkret fordert er, die Gehälter in der ambulanten Pflege deutlich anzuheben. Dies sei „ein großer Anreiz für das Pflegepersonal, um mit den wesentlich höheren Gehältern in den Kliniken mithalten zu können“. Wichtig sei aber nicht nur, dass die Kostenträger über die Versorgungsentgelte mehr in die ambulante Pflege investierten, „gleichzeitig müssen sich die Anbieter zur Transparenz und zur direkten Weitergabe der Erhöhungen an die Mitarbeiter verpflichten“, betonte Meißner.

Mehr Personal und höhere Wertschätzung für die Arbeit der Pflegekräfte hatte auch die Dienstleistungsgesellschaft Verdi zum Internationalen Tag der Pflege Mitte Mai gefor­dert – allerdings vor allem bezogen auf die Situation in Krankenhäusern. Langfristig brauche es bundesweit verbindliche Vorgaben für die Personalausstattung in der Kranken- und in der Altenpflege, forderte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler.

„Wer es mit der Wertschätzung der Pflegeberufe ernst meint, muss die reale Arbeits­situation verbessern. Markt und Wettbewerb richten es nicht, der Gesetzgeber ist hier in der Verantwortung“, betonte Bühler. © hil/aerzteblatt.de

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