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Medizin

Kaiserschnitt erhöht Komplikationsrisiko bei späterer Hysterektomie

Donnerstag, 10. August 2017

/GordonGrand, stock.adobe.com

Aalborg/Dänemark – Bei einer Hysterektomie kommt es signifikant häufiger zu Kompli­kationen, wenn die Frau in den Jahren davor per Kaiserschnitt von einem Kind entbun­den wurde. Dies ergab eine bevölkerungsbasierte Kohortenstudie aus Dänemark in JAMA Surgery (2017; doi: 10.1001/jamasurg.2017.2825).

Der Kaiserschnitt ist zur häufigsten größeren chirurgischen Operation geworden. Welt­weit soll bereits fast jedes fünfte Kind per Sectio caesarea entbunden werden, in einigen Ländern, etwa in Südamerika, ist es bereits jedes zweite Kind. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich hier Bequemlichkeit und Prestigedenken der Schwangeren mit den ökonomischen Interessen der Geburtskliniken paaren. 

Ohne medizinische Indikation unnötiges Risiko

Es steht außer Zweifel, dass eine Sectio in einzelnen Fällen Gesundheit und Leben von Mutter und/oder Kind retten kann. Wenn sie aber ohne medizinischen Grund erfolgt, ist vor allem die Mutter unnötigen Risiken ausgesetzt. Dazu gehören Blutinfusionen und Wundinfektionen, Komplikationen bei späteren Schwangerschaften sowie Schmerzen infolge von Verwachsungen.

Die Untersuchung von Sofie Lindquist von der Universität Aalborg und Mitarbeitern zeigt nun, dass es auch nach späteren Hysterektomien häufiger zu Komplikationen kommt. Hysterektomien sind ebenfalls häufige Operationen. In Dänemark wird bei jeder zehnten Frau der Uterus entfernt. Zu mehr als 80 Prozent geschieht dies wegen gutartiger Erkrankungen wie Myomen, Menstruationsstörungen, Prolaps/Inkontinenz oder auch wegen Schmerzen (etwa aufgrund von Verwachsungen nach einem Kaiser­schnitt). Wie beim Kaiserschnitt ist auch die Indikation vieler Hysterektomien strittig.

Kein problemloser Eingriff

Lindquist hat die Daten von 7.685 Frauen ausgewertet, die sich im Durchschnitt 8,3 Jahre nach ihrer letzten Geburt einer Hysterektomie unterzogen: 22 Prozent hatten einen, 9,4 Prozent zwei oder mehr Kaiserschnitte in der Vorgeschichte.

Auch eine Hysterektomie ist kein problemloser Eingriff: Bei 388 Frauen (5 Prozent) wurde innerhalb von 30 Tagen eine Reoperation notwendig. Bei Frauen mit einem Kaiserschnitt in der Anamnese wurde die Reoperation zu 31 Prozent häufiger durch­geführt. Lindquist ermittelte eine adjustierte Odds Ratio von 1,31, die mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,03 bis 1,68 signifikant war. Bei Frauen mit zwei oder mehr Kaiserschnitten in der Anamnese betrug die adjustierte Odds Ratio 1,35 (0,96–1,91). Das Signifikanzniveau wurde hier vermutlich wegen der geringen Fallzahl nicht erreicht.

Frühere Kaiserschnitte erhöhten auch das Risiko der perioperativen oder postoperati­ven Komplikationen, die insgesamt bei 12,2 Prozent der Frauen nach der Hysterekto­mie auftraten. Für eine Sectio in der Anamnese ermittelte Lindquist eine adjustierte Odds Ratio von 1,16 (0,98–1,37), bei zwei oder mehr Schnittentbindungen in der Vorgeschichte betrug die adjustierte Odds Ratio 1,30 (1,02–1,65). Bluttransfusionen, die insgesamt 2,5 Prozent der Frauen nach der Hysterektomie benötigten, waren nach zwei oder mehr Kaiserschnitten in der Anamnese ebenfalls häufiger. Die adjustierte Odds Ratio betrug hier 1,93 (1,21–3,07) im Vergleich zu Frauen ohne vorherige Kaiserschnitt-Entbindung.

Die Gründe für die häufigeren Komplikationen kann die Studie nicht klären. Lindquist vermutet allerdings, dass die Verwachsungen, zu denen es nach der Sectio häufig kommt, die spätere Hysterektomie erschwert. © rme/aerzteblatt.de

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