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Mehr Mittel für Opferambulanzen in Mecklenburg-Vor­pommern angedacht

Donnerstag, 10. August 2017

Greifswald/Schwerin/Rostock – Die Opferambulanzen der beiden Universitätskliniken in Mecklenburg-Vorpommern sollen mehr Geld bekommen. Landessozialministerin Stefanie Drese (SPD) kündigte bei ihrem Besuch der Opferambulanz in Greifswald eine Erhöhung der jährlichen Förderung auf 80.000 Euro an. Der Mittelzuwachs sei für den neuen Landeshaushalt 2018/19 vorgesehen, dem der Landtag noch zustimmen muss.

Bisher werden die zwei Ambulanzen, die an die rechtsmedizinischen Institute angeglie­dert sind, vom Ministerium jährlich mit 60.000 Euro unterstützt. „Mir geht es um verbesserte Hilfen für Gewaltopfer sowie um eine stärkere institutionelle Kooperation“, sagte Drese. Betroffene von Gewalt können sich ihre Verletzungen in den Einrichtun­gen kostenlos dokumentieren lassen, unabhängig davon, ob sie tatsächlich eine Strafanzeige stellen. „Opfer dabei zu unterstützen, Ansprüche später auch strafrechtlich durchsetzen zu können, ist wichtig“, sagte Drese. Durch das gerichtsfeste Gutachten könnten Strafverfahren schneller abgeschlossen werden.

Deutlich mehr Fälle

„Das hilft ein bisschen“, begrüßte Fred Zack, Oberarzt an der Rostocker Rechtsmedizin, heute die geplante Erhöhung. In beiden Ambulanzen gebe es jeweils eine halbe Arzt­stelle, doch mit diesen allein sei das Aufkommen nicht zu bewältigen. „Wir fahren teils mit dem Privatauto zu Untersuchungen und zahlen das Benzin aus der eigenen Tasche“, sagte Zack. Die Fallzahlen seien in den vergangenen Jahren stetig angestiegen.

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2016 bearbeitete die Ambulanz in Rostock nach eigenen Angaben 190 Fälle, im Jahr zuvor waren es noch 119. In Greifswald seien es bis jetzt etwa 140 Fälle, sagte die Leiterin der dortigen Rechtsmedizin, Britta Bockholdt. 2016 waren es 145. Die Erhö­hung sei „ein kleiner Schritt“, der aber „ausdrücklich“ begrüßt werde, sagte Bockholdt. Grund für den Anstieg seien aber nicht unbedingt mehr Straftaten, sondern die wach­sende Bekanntheit des Services, sind sich Bockholdt und Zack einig.

Ein Punkt bei der Finanzierung sei auch, dass die Justiz weniger kostenpflichtige Gut­achten in Auftrag gebe, sagte Zack. Stattdessen nutze sie verstärkt die kostenlosen Opferambulanzen mit, weshalb Einnahmen wegfielen. Vom Justizministerium sei keine Beteiligung an der Finanzierung geplant, sagte eine Sprecherin, und verwies auf die Zuständigkeit des Sozialministeriums. © dpa/aerzteblatt.de

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