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Politik

Psychische Erkrankungen bei Arbeitslosigkeit müssen besser bekämpft werden

Donnerstag, 10. August 2017

/dpa

München – Psychische Erkrankungen erhöhen das Risiko eines Arbeitsplatzverlustes, doch auch der umgekehrte Fall ist keine Seltenheit. Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) empfiehlt daher eine engere Zusammen­arbeit von Arbeitsmedizinern, Psychotherapeuten und der Bundesagentur für Arbeit.

„Durch die Arbeitslosigkeit können sich psychische Beschwerden verstärken oder die Arbeitslosigkeit kann psychische Beschwerden verursachen“, erläuterte Dietrich Munz, Präsident des Vorstandes der Bundes­psycho­therapeuten­kammer für die DGAUM. Die Betroffenen befänden sich in einem Teufelskreis, aus dem sie ohne professionelle Unterstützung nicht mehr herausfänden.

Studien belegen laut DGAUM, dass der Verlust des Arbeitsplatzes für viele Betroffene eine schwere Belastung ist. So zeigten die Daten des aktuellen Gesundheitsreports der Betriebskrankenkassen, dass stressbezogene Symptome, Depressionen, Angst und psychosomatische Beschwerden bei Arbeitslosen häufiger diagnostiziert würden als bei Berufstätigen. „Bei Verlust des Arbeitsplatzes kommen zu den finanziellen Sorgen Motivationsprobleme und Antriebsschwäche hinzu. Das Zusammenspiel dieser Kompo­nenten erschwert oft die Arbeitssuche“, hieß es aus der Fachgesellschaft.

Die wichtigste Maßnahme gegen eine solche Entwicklung sei die Vermittlung einer neuen Beschäftigung. Dabei gibt es laut Munz Defizite bei der Kooperation zwischen Arbeitsvermittlern, Psychotherapeuten und Betriebsärzten. „Mitarbeiter in Jobcentern sollten geschult werden, um besser auf die Bedürfnisse von Menschen mit psychischen Beschwerden eingehen zu können“, so seine Forderung.

Eine motivierende Ansprache sei unter Umständen hilfreicher als die Betonung der Mitwirkungspflicht. Er betonte, der berufliche Wiedereinstieg sei für die Betroffenen meist anstrengend. Betriebsärzte und Psychotherapeuten könnten diesen erleichtern, indem sie beratend zur Seite stünden. „Sie sollten daher stärker von Unternehmen einbezogen werden, um geeignete Maßnahmen für psychisch Erkrankte zu erarbeiten“, forderte er. © hil/aerzteblatt.de

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