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Medizin

Krankenhaus­patienten mit Demenz zeigen schlechtere Behandlungs­ergebnisse

Freitag, 11. August 2017

/Sandor Kacso, stock.adobe.com

Stirling – Krankenhauspatienten mit Demenz oder anderen Zuständen geistiger Ver­wirrung haben bei akuten somatischen Erkrankungen längere Liegezeiten und schlech­tere Behandlungsergebnisse als andere Patienten. Dies zeigt eine Studie der University of Stirling unter der Leitung von Emma Reynish. Die Arbeitsgruppe veröffentlichte ihre Ergebnisse im BMC Medicine Journal (2017; doi: 10.1186/s12916-017-0899-0). 

Die Forscher untersuchten in einer großen bevölkerungsbasierten Studie, ob Men­schen, die durch eine Demenzerkrankung oder ein Delirium unter Verwirrtheits­zustän­den leiden, bei der stationären Behandlung somatischer Erkrankungen schlechtere Ergebnisse zeigen als der Rest der Bevölkerung. Zu diesem Zwecke betrachtete die Arbeitsgruppe mehr als 10.000 Patienten über 65 Jahren, die als Notfall ins Kranken­haus eingeliefert worden waren und verglich sie mit Patienten ohne Verwirrtheit.

Menschen mit Verwirrtheit litten meist unter einem Delirium, an Demenz oder beidem. Unabhängig der Ursache ihrer Verwirrtheit hatten alle drei Gruppen schlechte Ergeb­nisse. Sie zeigten eine erhöhte Sterberate von 40 Prozent gegenüber 26 Prozent bei den anderen Patienten, sowie ein erhöhtes Risiko für eine erneute Aufnahme. Mit 25 Tagen blieben sie doppelt so lang wie solche ohne Verwirrung mit 11,8 Tagen. Dies könne sowohl Ergebnis der erhöhten Pflegebedürftigkeit und Sorge, der Krankheit selbst oder einer Kombination aus beidem sein, so die Forscher.  

Emma Reynish betont, dass zukünftige Forschung sich insbesondere auf zwei Aspekte konzentrieren sollte. Zum einen sollten im gesamten Behandlungsbereich neue Kon­zep­te entworfen werden, die sich mit dem Aspekt der „Verwirrung“ im Allgemeinen auseinandersetzen, anstatt sich auf Demenz oder Delirium allein zu fokussieren und so möglicherweise einige Patientengruppen unbeachtet zu lassen.  

Zum anderen bedürfe es weiterer Forschung, um herauszufinden, ob die schlechteren Ergebnisse an der Krankheit selbst oder an gebotener Therapie und Pflege liegen. Anhand dessen gelte es dann herausfinden, worin die Prinzipien einer optimalen Behandlung dieses großen und verletzlichen Teils unserer Gesellschaft liegen, so die Autoren. © hil/aerzteblatt.de

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Salzer
am Freitag, 11. August 2017, 18:24

Gruppendynamik

Wieso sollte das stationär anders sein als ambulant? Mobbing macht selten gesünder. Und wer sich ständig auf eine Blümchenwiese wegträumen muss, um sich wohl zu fühlen, hat die Situation auf Dauer genauso wenig im Griff wie auf dem Zahnarztsessel. Der kann dann auch nur hoffen, bei der nächsten Fütterung nicht zu ersticken. OK, inzwischen nennt es sich "Anreichen von Speisen". Am Grad der Selbstwirksamkeitserwartung ändert das aber auch nix.
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 11. August 2017, 17:56

DA MUSS MAN ERSTMAL DRAUF KOMMEN?!

"Ach hört doch auf!" würde Oliver Welcke in seiner "heute-show" ausrufen. Dass sich Multimorbidität m i t Demenz und anderen schweren kognitiven Beeinträchtigungen in Britischen Kliniken des maroden NHS viel schlimmer als o h n e auswirken könnten, da wären wir Ärztinnen und Ärzte weltweit ohne die bahnbrechenden Studien aus der gerade mal 50 Jahre alten University of Stirling mit dem Titel: "Epidemiology and outcomes of people with dementia, delirium, and unspecified cognitive impairment in the general hospital: prospective cohort study of 10,014 admissions" von Emma L. Reynish et al. niemals darauf gekommen.

Und Oliver Welckes alter Ego, Gernot Hassknecht, würde dann vielleicht darüber spekulieren können, ob diese Medizinische Fakultät etwa von dem Rennfahrer Stirling Moss gegründet wurde?

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler FAfAM Dortmund (z.Zt. Trzebiatów/Polen)

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