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Politik

Barmer-Chef verteidigt Homöopathie

Freitag, 11. August 2017

/thomas.andri, stock.adobe.com

Berlin – Der Chef von Deutschlands zweitgrößter Krankenkasse Barmer, Christoph Straub, hat in einem Interview mit dem Focus die Homöopathie gegen Angriffe verteidigt. In Deutschland würden nur 0,01 Prozent unserer Leistungsausgaben für Homöopathie aufgewendet, so Straub. Der Gesetzgeber habe die Kassen verpflichtet, „unter bestimmten Voraussetzungen auch alternative Therapien wie etwa Homöo­pathie, Anthroposophie und Phytotherapie zu erstatten“.

Straub, der Arzt ist und vor Jahren das kritische Netzwerk für evidenzbasierte Medizin mitgegründet hatte, hält nichts von einer Verteufelung von Alternativen, da es in der Bevölkerung eine hohe Präferenz für Homöopathie gebe. „Wir leben in einer pluralen Gesellschaft, die diese Behandlungsform wünscht“, so Straub. Er sei dafür, diese Therapie über Ärzte mit einer Zusatzausbildung in Verbindung mit der Schulmedizin auch zu erbringen.

Man müsse auch akzeptieren, dass es in der Medizin immer wieder Phänomene wie den Placebo-Effekt gebe, „die sich nicht mit einem eindeutigen naturwissenschaftli­chen Nutzennachweis klären lassen“, argumentierte der Barmer-Chef. Krankenkassen müssten kritisch informieren, „wir sind aber keine Erzieher“, so Straub. © may/EB/aerzteblatt.de

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Si-rei
am Mittwoch, 16. August 2017, 10:29

Die Homöopathie ist den Versuch wert.

@ DrSchnitzler Von einer Heilung des paroxysmalem Vorhofflimmerns oder einer psychosomatischen Genese desselben habe ich ja auch nicht geschrieben,da werden wohl auch degenerative Prozesse am Werk sein.
Aber die Anfälle von 10 Min.bis mehrere Stunden,mehrmals täglich,sind bei mir weg.So das (zur Sicherheit) nach einem Jahr die Antikoagulantien und der Betablocker (in Absprache) abgesetzt werden konnten und ich weiterhin unter kardiologischer Kontrolle bleibe.

Die Anfälle treten nach Wochen gelegentlich wieder auf und werden mit Globuli wieder beruhigt.

Ich habe geschrieben, daß der „Auslöser“ für diese Anfälle von Vorhofflimmern, psychosomatischer Natur sein kann (destruktive Lebenssituation),und in vielen Fällen es auch ist.
Da ist die Homöopathie den Versuch wert,zusätzlich zu den Antikoagulantien homöopathische Arznei von einem „klassischen Homöopathen“zu nehmen und eine Wirkung abzuwarten.
Zu einem chronischen, also ständigem, Vorhofflimmern kann ich mich nicht äußern.

Der Vorteil der Homöopathie ist: Kein Dabigatran, kein Betablocker und kein Protonenpumpenhemmer als Dauermedikation.
Kein unsicherer Eingriff ins Herz (Katheterablation eher 50 %) und Ruhe in der Brust.
Nur „inhaltslose“ Globuli, alle 3 Monate.

Würden Sie denn einem Patienten diese Möglichkeit,die vielen immer wiederkehrenden, täglichen Anfälle,(die ihm große Angst bereiten) in den Griff zu kriegen, vorenthalten,wenn er weiterhin unter kardiologischer Kontrolle bleibt?

Ich rate jedem Patienten,dem zu einer Katheterablation als „erste Wahl“ geraten wird,sich diesen Eingriff im Herzen einmal bei „Google-Bilder“anzusehen,und unbedingt Patientenberichte über die Wirksamkeit dieses Eingriffs zu lesen.
Da gibt es Patienten denen 6 mal die Herzscheidewand durchstochen wurde (6 erfolglose Eingriffe) und die immer noch Anfälle von VHF haben, einige haben dadurch einen
Schaden am Herzen erlitten,so das man ihnen einen Schrittmacher implantieren mußte.
DrSchnitzler
am Montag, 14. August 2017, 13:20

Homöopathie ?????

Zunächst einmal sei auf den ausführlichen Beitrag von "Staphylococcus rex" (https://www.aerzteblatt.de/forum/120024#entry120024) verwiesen, der etliche Aspekte seriös aufgreift, und die H. nebenbei schon aus sich selbst heraus quasi ad absurdum führt.
Sodann sei auf inhaltliche Inkongruenzen hingewiesen (@Si-rei):
1. bedeutet "paroxysmales" Vorhofflimmern (pVHFli), dass sich die Krankheit ohnehin (jedenfalls zeitweise) selbst limitiert; ein "Heilungsanspruch" der Homöopathie erschließt sich ohne wissenschaftliche Belege von daher wohl kaum.
Hierzu ein Beispiel aus eigener Erfahrung: bei uns (Region Norddeutschland) "heilen" Scharlatane die "Gürtelrose" traditionell durch "Handauflegen" ("Besprechen"). Wundersamerweise erst in der 4. Woche ff., wenn die (unbehandelten) Bläschen ohnehin abklingen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
2. dem pVHFli eine "psychosomatische" Genese zuzusprechen, dürfte nicht nur mit bekannten Fakten unvereinbar sein (bspw. Mitralklappenveränderungen u.v.a.m.), vielmehr der "Menschenwürde" widersprechen: was ist eigentlich redlich daran, dem Patienten quasi "selbst Schuld" zu geben?
Außerdem muss darauf hingewiesen werden, dass der leichtfertig gutgläubige Laie auch ggf. einem "Etikettenschwindel" aufsitzen kann, wenn bspw. pflanzliche Extrakte in einer "homöopathischen" Verdünnung "D2" (1:100) angeboten werden, was ziemlich eindeutig auf wirksame Substanzen schließen lässt.
Zu guter Letzt: gegen eine Zusatzversicherung spricht mE wenig; wer das will, soll es haben (er sollte halt nur nicht ernsthaft krank sein...). Aber eben nicht auf Kosten der Versichertengemeinschaft. Genau so wie einzelnen Ärzten gelegentlich "Werbung per Rezeptblock" vorgehalten bzw. ggf. (zu Recht!) untersagt wird, sollten sich Krankenkassen ebenfalls an seriöse Praktiken halten.
doc.nemo
am Montag, 14. August 2017, 13:14

Nein, Si-rei,

die Homöopathie hat noch nie jemandem in einer aussichtslosen Situation Heilung gebracht! Es sind genau solche unsinnigen Propagandasprüche, die die Homöopathie noch immer am Leben erhalten, obwohl sie längst widerlegt sind. Sogar viele homöopathisch tätige Ärzte, die es besser wissen müssten, nehmen solche Aussagen stillschweigend hin. Einem todkranken Patienten Hoffnung auf Heilung durch Homöopathie zu machen, ist absolut verwerflich. Glauben Sie mir, Si-rei, die Homöopathie ist wissenschaftlich ausreichend untersucht, damit auch jene, die sie noch nie in Anspruch genommen haben (wozu auch, sie wirkt ja nicht!) mit Fug und Recht sagen dürfen, sie wirkt nicht.
Si-rei
am Montag, 14. August 2017, 11:14

Die „klassische Homöopathie“ ist hochwirksam

@uendruscheit Die „klassische Homöopathie“ ist eine sehr ernsthafte Medizin,die sehr vielen Patienten in auswegloser Situation Linderung ihrer Beschwerden oder sogar Heilung gebracht hat.
Völlig unverständlich ist,daß immer noch darüber lamentiert wird, ob das nun Placebowirkung oder Scharlatanerie ist, die in keinem Fall honoriert werden sollte.
In Deutschland und Österreich sollen über 50% der Patienten Erfahrungen mit Homöopathie gemacht haben,mit steigender Tendenz.

Die „klassische Homöopathie“ ist ja nicht billig.
Wollen sie tatsächlich diese vielen Leute alle als Idioten abstempeln,und sich ausschließlich denen anschließen,die die „klassische Homöopathie“ noch nie in Anspruch genommen haben, dafür aber in allen Foren das Wort führen?
Haben Sie sich noch nie darüber Gedanken gemacht,ob man z.B.den Auslöser für „paroxysmales Vorhofflimmern“ sorgfältig ermitteln und mit homöopathischer Arznei,zur Ruhe bringen kann (der oftmals psychosomatischer Natur ist), um schließlich, nach längerer Beobachtung, sogar die Antikoagulantien und Betablocker (nur in Absprache mit dem Kardiologen) abzusetzen.
Die Schulmedizin bietet da nur Pradaxa und Metoprolol an und zwar bis zum Lebensende. Oder würden sie sich bis zu 6 Katheterablationen machen zu lassen,wobei jeweils die Herzscheidewand durchstochen wird,um Gewebe an den Pulvonalvenen zu veröden,wobei oftmals ein bleibender Schaden am Herzen entsteht.
Dazu gibt es eine Reihe Patientenberichte.
Die Kassen müssen, eine für alle günstige Zusatzversicherung anbieten,die die Kosten des klassischen Homöopathen deckt,ähnlich der Zusatzversicherung für Zahnersatz (Implantate). Die Patientenunzufriedenheit ,die durch die oberflächlichen 3 Minutenärzte entstanden ist,wird abklingen,weil die Patienten dann eine Alternative haben.
In Deutschland gibt es nur eine Versicherung ,die alle Kosten der ganzheitlichen Medizin übernimmt.
Practicus
am Sonntag, 13. August 2017, 23:35

Warum

soll ich dann für eine Werbeaktion der Krankenkassen eine "Weiterbildung" + Prüfung absolvieren, deren Inhalt wisenschaftlich nicht sinnvoller ist als das Auswendiglernen des Berliner Telefonbuchs?
Jeder Arzt kann unwirksame Homöopathika verordnen - und die "Repertorisation" wird auch noch besser bezahlt als das Erheben einer "Biographischen Anamnese" beim Psychotherapeuten...
Für die alberne Akupunktur gilt das selbe...
Webpsychiater
am Samstag, 12. August 2017, 20:57

Werbung statt Evidenz

Während medizinisch notwendige Leistungen nicht erstattet werden, versuchen die Krankenkasse angeblich "Gesunde" mit Hang zu Homöopathie und Alternativmedizin zu gewinnen. Statt Evidenz regiert hier Marketing. Aus meiner Sicht müssten solche Praktiken gesetzlich gestoppt werden. Das Argument zieht ja nicht, dass viele Menschen an Homöopathie glauben. Schliesslich ist eine Krankenkasse keine Glaubensgemeinschaft.
uendruscheit
am Samstag, 12. August 2017, 14:03

Deutschland - Insel der Unseligen?

Homöopathie ist als Arzneimitteltherapie, wie sie von den Homöopathen selbst propagiert und gesehen wird, unwirksam. Das ist keine Privatmeinung, sondern der weltweit anerkannte Stand der Wissenschaft. Es grenzt ans Lächerliche, wenn Krankenkassenvertreter diese Tatsache mit dem Hinweis beantworten, erstens wollten die Leute die Homöopathie ja und zweitens mache sie ja nur einen kleinen Anteil am Budget aus.
Der britische National Health Service hat vor kurzem die Verordnungsfähigkeit von Homöopathika beendet. Sein Direktor betonte, dass es nicht um pekunäre Erwägungen gegangen sei (obwohl der NHS dies bitter nötig hätte), sondern darum, dass die Methode weder einen klinischen Wirkungsnachweis erbracht habe noch ein sinnvolles Kosten-Nutzen-Verhältnis erkennbar sei. Damit ist der NHS einer Empfehlung der Wissenschaftskommission des britischen Unterhauses aus dem Jahr 2009 gefolgt, die klar die fehlende Evidenz der Homöopathie festgestellt hat. Nur als ein Beispiel weltweit.
Was ich für besonders wichtig halte: Das ohnehin angeschlagene Verhältnis der Bevölkerung zu Wissenschaft und Evidenz wird durch diesen unhaltbaren Unsinn und seine Verteidigung weiter untergraben. Das kann kein Kassenchef verantworten. Sorry, ich verstehe wirklich nicht, was sich Leute wie der Chef der Barmer bei solchen öffentlichen Äußerungen denken. Haben sie wirklich nur ihr Marketing im Kopf? Dann wird es doch Zeit für die Einheitskasse...
Freudi
am Freitag, 11. August 2017, 23:33

Wunschkonzert?

Ach, lieber Herr Staub, sind wir in der Kran­ken­ver­siche­rung tatsächlich bei Wünsch-Dir Was? Das ist mir neu! Es verwundert aber nicht, wenn wirklich nur 50% der Menschen wissenschaftlichen Ergebnissen vertrauen, dass zumindest die Anderen sich Etwas wünschen, das mehr mit "fake-news", oder, hier wirklich angebracht, "alternative news" zu tun hat. Im übrigen: "0,01%" klingt ja sehr nett, aber um wievielte Millionen € handelt es sich denn konkret, die von der Solidargemeinschaft finanziert werden?

Michael Freudenberg

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