Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Effekte von Mutter-/Vater-Kind-Ku­ren nicht nachhaltig

Freitag, 11. August 2017

/Tropical studio, stock.adobe.com

Bremen – Die Wirkung von Mutter-/Vater-Kind-Kuren (MVKK) ist nicht nachhaltig genug. Das geht aus einer Befragung der hkk Krankenkasse hervor. Während unmittelbar nach der Kur 62 Prozent der Teilnehmer ihren Gesundheitszustand als „gut“ bis „sehr gut“ bewerteten, waren dies ein bis zwei Jahre später nur noch 20 Prozent. Angesichts der Ergebnisse mahnte Susanne Driebe, hkk-Expertin für Kuren und Reha, Mütter sollten schon während der Kur in den Einrichtungen Anregungen sowie Hilfestellungen für eine erfolgreiche Umsetzung des Gelernten in ihren Alltag erhalten.

Studienleiter Bernard Braun vom Bremer Institut für Arbeitsschutz und Gesundheits­förderung (BIAG) betonte, es müsse sichergestellt werden, dass der positive Effekt der MVKK nicht verpuffe. Voraussetzung für einen nachhaltigen Erfolg sei neben der Ände­rung des eigenen Verhaltens, auch den Partner in den Prozess mit einzubeziehen. „Viele Mütter wünschen sich mehr Unterstützung durch ihren Partner“, erläuterte Braun, der auch Einzelinterviews in sechs Kureinrichtungen in Deutschland geführt hat.

Für ihn ist es notwendig, dass Arbeitgeber zudem mehr flexible Arbeitszeitmodelle für Mütter anbieten. Außerdem gelte es, flächendeckend für die spezifischen Situationen und Bedarfe von Müttern und Familien geeignete Unterstützungsangebote um- und aufzubauen. „Berufstätige Mütter leiden stark unter ständigem Zeitdruck, bedingt durch Doppel- und Dreifachbelastungen im Alltag“, sagte Braun. Das wirke sich schnell nega­tiv auf die Gesundheit der Mütter und ihrer Familien aus.

Die Kasse hatte in ihrer Befragung auch die Gründe für die Kuren erhoben. Demnach gaben 81 Prozent familiäre Belastungen als Grund an, weshalb sie eine MVKK bean­tragten. Gesundheitliche Beschwerden nannten 79 Prozent. Mit deutlichem Abstand folgt die Arbeitsbelastung (46 Prozent). Unter erwerbstätigen Müttern (74 Prozent aller Studienteilnehmerinnen) liegt dieser Anteil jedoch bei rund 58 Prozent.

Grundsätzlich zeigte sich eine Mehrheit der MVKK-Teilnehmer zufrieden mit den Kuren. Drei Viertel der Mütter waren „zufrieden“ bis „sehr zufrieden“ mit der Kur. Die Bewer­tung hing jedoch vom Grad der Verbesserung des Gesundheitszustandes während des Aufenthalts an, hieß es von der Kasse. Darüber hinaus würden erfolgreiche Techniken zur Stressbewältigung und Konfliktvermeidung in der Beziehung zum Kind besonders zur Zufriedenheit der Mütter beitragen.

Laut hkk reduzierten sich bei vielen Müttern Erschöpfungssymptome im Verlauf der Kur. Ebenso sank nach der Kur die Anzahl von Arztkontakten sowie die Häufigkeit von Medikamentengebrauch und physikalischen Therapien. „Den größten Nutzen hatten dabei jene, die vorher viele Medikamente genommen hatten“, schreibt die Kasse. © may/EB/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

31.05.17
Mutter-Kind-Kuren zeigen langfristig positive Effekte
München – Familien profitieren auch langfristig von einer Mutter- beziehungsweise Vater-Kind-Kur. Das berichtet die Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK). Wichtigste Beweggründe für eine Familienkur sind......
27.03.17
Würzburg/Bad Kissingen – In Bad Kissingen soll ein Institut für Kurort-Medizin und Gesund­heits­förder­ung aufgebaut werden. Darauf haben sich Universität Würzburg und Bayerisches Landesamt für......
01.03.17
Rostock – Potenzielle Gesundheitsurlauber sollen künftig die Angebote in Mecklenburg-Vorpommern schnell überblicken können. Dazu haben sich Kliniken, Praxen, Reha-Zentren, Hotels und Kommunen......
22.08.16
Düsseldorf – Die Kurorte in Nordrhein-Westfalen (NRW) müssen sich „stärker als bisher an den veränderten Wünschen und Bedürfnissen Erholungssuchender orientieren“. Das hat die Ge­sund­heits­mi­nis­terin......
16.06.16
„Totale Erschöpfung“ ist häufigster Grund für Mutter-Kind-Kur
Berlin – Ein Erschöpfungssyndrom bis hin zum Burn-out ist der häufigste Grund für eine Kurmaßnahme in einer vom Müttergenesungswerk (MGW) anerkannten Klinik. Im vergangenen Jahr litten 87 Prozent der......
17.03.16
Düsseldorf – Nordrhein-Westfalens (NRW) Ge­sund­heits­mi­nis­terin Barbara Steffens (Grüne) hat die Bedeutung der rund 70 Kur- und Erholungsorte im Land betont, gleichzeitig aber Innovationen angemahnt.......
27.01.15
Muttergenesungswerk informiert Ärzte zu Vater-Kind-Kuren
Berlin – Mit Informationen zu Vater-Kind-Kurmaßnahmen wendet sich das Müttergenesungswerk (MGW) dieser Tage an niedergelassene Allgemeinmediziner, Kardiologen und Internisten in Deutschland. Das......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige