NewsPolitikPrivatpatienten erhalten neue Arzneimittel schneller
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Privatpatienten erhalten neue Arzneimittel schneller

Freitag, 11. August 2017

/Bernd Leitner, stock.adobe.com

Berlin – Versicherten der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) erhalten neue Medika­mente schneller als Versicherte der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV). Dies ist ein Ergebnis des neuen Jahresberichts des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) zur Arzneimittelversorgung von Privatversicherten.

Danach nimmt die Zahl der abgegebenen Packungen von neuen Medikamenten im ersten Jahr nach deren Markteintritt in der PKV im Durchschnitt um 108,4 Prozent zu, bei der GKV um 81,7 Prozent. Auch zwei Jahre nach Markteintritt sei der Anstieg in der PKV mit plus 34,1 Prozent höher als in der GKV mit plus 10,6 Prozent, heißt es.

Anzeige

PKV sieht sich in Rolle des Innovationstreibers

Eine Ursache für die anfangs zurückhaltende Verordnung neuer Medikamente bei GKV-Versicherten sieht das WIP darin, dass der Arzt erst nach abgeschlossener Preisver­hand­lung der GKV beurteilen könne, ob das neue Medikament im Vergleich zu ande­ren Wirkstoffen aus Sicht der gesetzlichen Krankenkassen wirtschaftlich ist.

Der Vergleich der beiden Kostenträger GKV und PKV ist den Autoren zufolge besonders interessant, weil in den beiden Systemen unterschiedliche Ansätze und Instrumente zur Steuerung der Arzneimittelversorgung gelten. „Der WIP-Arzneimittelbericht ver­deut­licht, wie sich PKV und GKV mit ihren unterschiedlichen Rollen und Funktionen im deutschen dualen Gesundheitssystem gegenseitig ergänzen“, hieß es aus dem Institut. Die PKV nehme dabei die Rolle des Innovationstreibers ein, die GKV setze „Impulse zur Ressourcenschonung und Steigerungen von Effizienzreserven“.

„Vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Rollen und Funktionen von PKV und GKV lässt sich zusammenfassen, dass sich die PKV anteilig mehr an neuen und teuren Medi­ka­menten und weniger an Generika und Biosimilaren beteiligt“, berichten die Autoren.

Privatversicherte haben der Analyse zufolge im Jahr 2015 874 Millionen Euro mehr für Arzneimittel ausgegeben, als wenn sie gesetzlich krankenversichert gewesen wären. „Diese Summe dient der Refinanzierung weiterer neuer pharmazeutischer Innovatio­nen, die dann letztendlich allen GKV- und PKV-Versicherten gleichermaßen zugute­kommen“, schreiben die Autoren. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #115425
Herz1952
am Freitag, 11. August 2017, 16:59

Das ist doch klar, dank Fehlentscheidungen des G-BA

Neue Medikamente werden bei der Bewertung durch den G-BA oft falsch bewertet, oder gar nicht.

Ist ein neues Medikament teurer heißt das für diese Organisation oft, dass es keinen Zusatznutzen hat, obwohl dieser doch vorhanden ist. Der Mehrnutzen für die Behandlung der Krankeheit wird am besten gleich gar nicht bewertet, obwohl dieser vorhanden sein kann.

Die Ärzte werden von Ihren Kassenärztlich Vereinigungen einfach falsch informiert. Diese gehören ja auch zum G-BA.

MfG
Herz1952
LNS

Nachrichten zum Thema

9. Oktober 2018
Berlin – Im Herbst soll der Pharmadialog der Bundesregierung in die zweite Runde gehen. Der CDU-Gesundheitspolitiker Tino Sorge hat jetzt in einem Positionspapier vorgeschlagen, sich dabei auf vier
Vier Punkte für den Pharmadialog
8. Oktober 2018
London – Fluorchinolone sollen künftig nicht mehr zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Infektionen eingesetzt werden, für die andere Antibiotika zur Verfügung stehen. Die Vorbeugung von
Antibiotika: EMA will die Indikationen von Fluorchinolonen deutlich einschränken
27. September 2018
Berlin – Das derzeitige System der Festbeträge verhindert Innovationen in der Arzneimittelversorgung. Insbesondere altersgerechte Darreichungsformen, die für eine älter werdende Bevölkerung immer
Pharmaverband beklagt finanzielle Belastungen der Industrie
4. September 2018
München/Köln – Frauen mit einer Herzerkrankung erhalten im Rahmen der Sekundärprävention noch immer weniger evidenzbasierte Arzneimittel als Männer. Das berichteten Wissenschaftler um Bernd Hagen vom
Frauen mit Herzerkrankungen erhalten noch immer weniger Medikamente als Männer
3. September 2018
Koblenz – Trotz geringer Zinsen und zunehmender gesetzlicher Anforderungen rechnet die Debeka mit einem sehr erfolgreichen Jahr 2018. „Wir wachsen in allen Sparten. Wir erwarten gute Ergebnisse“,
Debeka erwartet Wachstum
31. August 2018
Stuttgart – In Baden-Württemberg wird das elektronische Rezept (E-Rezept) für gesetzlich Krankenversicherte im Rahmen des telemedizinischen Modellprojekts „docdirekt“ der Kassenärztlichen Vereinigung
Elektronisches Rezept für gesetzlich Krankenversicherte wird erprobt
30. August 2018
Bonn – Das Verfahren für die Kostenübernahme einer Therapie mit Cannabisarzneimitteln hat sich grundsätzlich bewährt – von Ausnahmen abgesehen. Zu diesem Ergebnis kommt das Bundesversicherungamt (BVA)
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER