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Politik

Rheumapatienten beklagen lange Wartezeiten auf Facharzttermin

Freitag, 11. August 2017

/pictworks, stock.adobe.com

Bonn – Menschen, die an Rheuma erkrankt sind, kämpfen mit zahlreichen Problemen im privaten und beruflichen Alltag. Lange Wartezeiten bei Ärzten, Sorge vor Alters­armut und rigide Arbeitsmodelle sind für die Patienten besonders belastend. Das hat eine Online-Umfrage der Deutschen Rheuma-Liga ergeben. Der Verband vertritt die Interessen von rund 300.000 Mitgliedern. An der Umfrage haben rund 1.000 Personen teilgenommen.

Danach hat über die Hälfte der Befragten vier Monate oder länger warten müssen, bis ein Rheumatologe die Diagnose gestellt hatte. Nur etwa zehn Prozent haben einen Termin in den ersten sieben Tagen erhalten. Auch bei einem akuten Schub müssen Rheumakranke laut dieser Umfrage oft längere Wartezeiten hinnehmen. Rund 30 Prozent warten länger als einen Monat auf einen Termin. Allerdings erhält jeder Fünfte (19 Prozent) innerhalb von drei Tagen einen Termin beim Rheumatologen. Ähnlich lange Wartezeiten zeichnen sich bei Terminen bei Orthopäden ab. Über 25 Prozent warten dort länger als einen Monat auf einen Termin.

Plädoyer für Rechtsanspruch auf Homeoffice

Große Sorge herrscht bei den Patienten außerdem beim Thema Rente: Fast 70 Prozent fühlen sich in puncto finanzielle Sicherung im Alter von der Politik im Stich gelassen. „Private Altersvorsorge sei schwierig, wenn das Einkommen nicht reiche, um Geld beiseite zu legen“, sagt über die Hälfte der Befragten. In der Umfrage haben sich 81 Prozent der Befragten für einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice ausgesprochen. Hintergrund ist, dass starre Arbeitszeiten für viele Rheumapatienten sehr problema­tisch seien, zum Beispiel, wenn ein Arztbesuch nötig sei.

Die Deutsche Rheuma-Liga will die Ergebnisse der Umfrage nutzen, um zur anste­hen­den Bundestagswahl den Abgeordneten mitzuteilen, was Menschen mit Rheuma von der Politik erwarten.

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) sieht in Deutschland einen akuten Mangel an Rheumatologen. Die Fachgesellschaft hat berechnet, dass sogar doppelt so viele Rheumatologen, wie derzeit tätig, nötig sind, um alle Möglichkeiten des Faches umzusetzen. „Das ist eine untragbare Situation für die Patienten, die ein Anrecht auf eine regelmäßige Versorgung haben“, sagte der Präsident der DGRh, Hanns-Martin Lorenz, im April. © hil/aerzteblatt.de

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