Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Rheumapatienten beklagen lange Wartezeiten auf Facharzttermin

Freitag, 11. August 2017

/pictworks, stock.adobe.com

Bonn – Menschen, die an Rheuma erkrankt sind, kämpfen mit zahlreichen Problemen im privaten und beruflichen Alltag. Lange Wartezeiten bei Ärzten, Sorge vor Alters­armut und rigide Arbeitsmodelle sind für die Patienten besonders belastend. Das hat eine Online-Umfrage der Deutschen Rheuma-Liga ergeben. Der Verband vertritt die Interessen von rund 300.000 Mitgliedern. An der Umfrage haben rund 1.000 Personen teilgenommen.

Danach hat über die Hälfte der Befragten vier Monate oder länger warten müssen, bis ein Rheumatologe die Diagnose gestellt hatte. Nur etwa zehn Prozent haben einen Termin in den ersten sieben Tagen erhalten. Auch bei einem akuten Schub müssen Rheumakranke laut dieser Umfrage oft längere Wartezeiten hinnehmen. Rund 30 Prozent warten länger als einen Monat auf einen Termin. Allerdings erhält jeder Fünfte (19 Prozent) innerhalb von drei Tagen einen Termin beim Rheumatologen. Ähnlich lange Wartezeiten zeichnen sich bei Terminen bei Orthopäden ab. Über 25 Prozent warten dort länger als einen Monat auf einen Termin.

Plädoyer für Rechtsanspruch auf Homeoffice

Große Sorge herrscht bei den Patienten außerdem beim Thema Rente: Fast 70 Prozent fühlen sich in puncto finanzielle Sicherung im Alter von der Politik im Stich gelassen. „Private Altersvorsorge sei schwierig, wenn das Einkommen nicht reiche, um Geld beiseite zu legen“, sagt über die Hälfte der Befragten. In der Umfrage haben sich 81 Prozent der Befragten für einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice ausgesprochen. Hintergrund ist, dass starre Arbeitszeiten für viele Rheumapatienten sehr problema­tisch seien, zum Beispiel, wenn ein Arztbesuch nötig sei.

Die Deutsche Rheuma-Liga will die Ergebnisse der Umfrage nutzen, um zur anste­hen­den Bundestagswahl den Abgeordneten mitzuteilen, was Menschen mit Rheuma von der Politik erwarten.

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) sieht in Deutschland einen akuten Mangel an Rheumatologen. Die Fachgesellschaft hat berechnet, dass sogar doppelt so viele Rheumatologen, wie derzeit tätig, nötig sind, um alle Möglichkeiten des Faches umzusetzen. „Das ist eine untragbare Situation für die Patienten, die ein Anrecht auf eine regelmäßige Versorgung haben“, sagte der Präsident der DGRh, Hanns-Martin Lorenz, im April. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

11.12.17
Wartezeiten würden sich bei Bürgerversicherung kaum verkürzen
Berlin – Die Wartezeiten auf einen ambulanten Arzttermin unterscheiden sich je nach ärztlicher Fachrichtung, Praxismanagement, Region sowie zwischen Stammpatienten und neuen Patienten. Das geht aus......
01.12.17
Arthritis: Mehr Menschen unter 65 Jahren betroffen, als bisher vermutet
Boston – Die Prävalenz von Arthritis könnte höher sein, als bisher vermutet. Laut einer Erhebung von Forschern der Boston University School of Medicine ist vor allem bei der jüngeren Generation unter......
23.11.17
In Deutschland sind mehr Menschen an Rheuma erkrankt als gedacht
Berlin – Die Zahl der Rheumapatienten in Deutschland ist offenbar höher als gedacht. Ältere Schätzungen gingen von einer Erkrankungshäufigkeit von etwa 0,8 beziehungsweise 0,9 Prozent der Bevölkerung......
15.11.17
Ticketsystem verkürzt Wartezeiten am Uniklinikum Ulm
Ulm – Mittels einer neuen Anmeldestruktur und einer überarbeiteten räumlichen Aufteilung haben die chirurgischen Kliniken am Universitätsklinikum Ulm ihre Wartezeiten deutlich verringert. Bisher......
07.11.17
Rheuma: Methotrexat nach Grippeimpfung für zwei Wochen aussetzen
Seoul – Eine zweiwöchige Medikamentenpause von Methotrexat, dem am häufigsten eingesetzten Basistherapeutikum bei rheumatischen Erkrankungen, kann nach einer Grippeimpfung die Schutzwirkung......
01.11.17
Psychotherapeuten fordern kürzere Wartezeiten für Patienten
Mainz/Wittlich – Psychotherapeuten in Rheinland-Pfalz dringen auf Reformen, um die langen Wartezeiten für Patienten zu verkürzen. Patienten bekämen zwar häufig einen Ersttermin beim Psychotherapeuten,......
30.10.17
Termine für Psychotherapeuten in Sachsen-Anhalt gefragt
Magdeburg – In Sachsen-Anhalt haben sich im ersten Halbjahr 2017 rund 1.000 Menschen auf der Suche nach einem raschen Termin bei einem Psychotherapeuten oder Psychiater an die Terminservicestelle der......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige