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Ausland

Dengue-Fieber: In Sri Lanka, Vietnam und Thailand steigen die Fallzahlen an

Montag, 14. August 2017

Tigermücke/auimeesri, stock.adobe.com
/auimeesri, stock.adobe.com

Düsseldorf – In Sri Lanka wurden landesweit bislang 122.384 Dengue-Fieber-Infek­tionen gemeldet, das sind doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Mindestens 327 Menschen sind verstorben. Reisende sind bisher wenig betroffen. Anders gestaltet sich die Situation in Thailand – hier sind auch touristische Zentren betroffen. In Vietnam vermeldet das Gesund­heitsministerium heute ebenfalls außergewöhnlich hohe Infek­tionszahlen: Rund 80.500 Menschen seien an dem Virus erkrankt – 33,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. 24 Menschen seien verstorben.

Das CRM Centrum für Reisemedizin rät Reisenden zum Schutz durch entsprechende Kleidung und mückenabweisende Substanzen auf der Haut.

In Sri Lanka besteht ganzjährig ein Risiko für eine Infektion mit Dengue-Fieber, ins­besondere während und nach der Regenzeit. „Starke Regenfälle im Mai haben die Ausbreitung der Infektionen begünstigt“, erklärt Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM. „Am stärksten betroffen ist die Westprovinz mit den Verwaltungs­distrikten Colombo, Gampaha und Kalutara, weniger die touristischen Gebiete.“ In der Hauptstadt Colombo ist im April die größte Müllkippe des Landes eingestürzt, seitdem wird der Müll in der Stadt nur unzureichend entsorgt. Dies bietet den Mücken, die das Dengue-Fieber übertragen, ideale Brutbedingungen und lässt ihre Zahl stark steigen.

Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium von Sri Lanka hat die Bevölkerung daher zu verstärkten Maßnahmen zur Eliminierung von Mückenbrutplätzen aufgefordert. „Die Zahl der Neuinfektionen geht zwar langsam zurück“, erläutert Jelinek. „Für Sri Lanka raten wir wie für ganz Südostasien Reisenden aber immer zum Schutz vor den Überträger-Mücken.“

Auch in Vietnam beginnt die Dengue-Fieber-Welle normalerweise im September. In diesem Jahr habe sie aber bereits im Mai eingesetzt, schrieb die Tageszeitung Tuoi Tre unter Berufung auf den stellvertretenden Ge­sund­heits­mi­nis­ter Nguyen Thanh Long. Einem Fernsehbericht zufolge erlitt eine Frau in der Hauptstadt Hanoi eine Fehlgeburt infolge der Erkrankung. Die Krankenhäuser in Großstädten seien überfüllt. Zuweilen müssten sich zwei bis drei Patienten ein Bett teilen.

Thailand berichtet die höchsten Fallzahlen für Dengue-Fieber seit 20 Jahren. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM

Ein sorgfältiger Schutz sei gegenwärtig auch für Thailand-Reisende wichtig: „Thailand berichtet die höchsten Fallzahlen für Dengue-Fieber seit 20 Jahren“, erläutert Jelinek. In diesem Jahr wurden bereits 25.950 Erkrankungen und 34 Todesfälle gemeldet. Anders als in Sri Lanka seien dort vor allem auch touristische Zentren wie Bangkok und die Provinz Chiang Mai im Norden betroffen, sagt Jelinek. Als Hauptübertragungszeit gelten zwar die Monate Juli und August, ein Infektionsrisiko bestünde aber ganzjährig.

Die Übertragung des Dengue-Virus erfolgt durch die tagaktive asiatische Tigermücke. Etwa zwei bis zehn Tage nach einem Mückenstich tritt eine grippeähnliche Erkrankung auf: Hohes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein Druckschmerz hinter dem Auge sind typische Symptome. Oft kommt es zusätzlich zu einer flüchtigen Haut­rötung. Obwohl das Fieber und die Schmerzen nach etwa einer Woche abklingen, leiden die Patienten meistens noch mehrere Wochen unter allgemeiner Abgeschlagen­heit. „Die erstmalige Erkrankung an Dengue verläuft in aller Regel gutartig“, sagt Reisemediziner Jelinek. „Das Tückische an der Krankheit ist jedoch, dass bei einer zweiten oder dritten Infektion die Patienten sehr schwer erkranken können.“ Oftmals treten dann innere Blutungen und Schocksymptome auf, obwohl die erste Erkrankung Jahre zurückliegt. Reisende seien davon jedoch sehr selten betroffen, betont er.

Schutz mit DEET und geschlossener Kleidung

Ein Übertragungsrisiko besteht in allen Ländern Südostasiens ganzjährig. Da Tiger­mücken tagaktiv sind, sollten sich Reisende vor allem tagsüber und in der Dämmerung vor Mückenstichen schützen. Sinnvoll ist das Tragen heller und möglichst geschlosse­ner Kleidung. Da Moskitos durch dünne Materialien hindurch stechen können, kann es sinnvoll sein, feines Gewebe zusätzlich mit einem Insektenschutz zu imprägnieren. Zum Auftragen auf freie Hautstellen eignen sich Mückenschutzmittel mit dem Wirkstoff DEET (Diethyltoluamid) in einer Konzentration von mindestens 30 Prozent. Diese bieten mindestens drei Stunden lang Schutz gegen die meisten stechenden Insekten. © gie/EB/aerzteblatt.de

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