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Medizin

Schlafmangel erhöht Diabetesrisiko bereits im Kindesalter

Donnerstag, 17. August 2017

/atsurkan, stock.adobe.com

London – Kinder, die zu wenig Schlaf bekommen, sind häufiger übergewichtig und sie hatten in einer Querschnittstudie in Pediatrics (2017; e20170338) häufiger eine Störung des Glukosestoffwechsels, der langfristig das Risiko auf einen Typ-2-Diabetes erhöhen könnte.

Die „Child Heart And Health Study in England“ (CHASE) untersucht die Gesundheit von mehr als 4.500 Grundschülern im Alter von neun bis zehn Jahren. Auf der Suche nach möglichen Risiko­faktoren für spätere kardiometabolische Erkrankungen wird unter anderem der Glukosestoffwechsel genauer untersucht. Die Grundschüler gaben Nüchternblutproben ab, in denen neben dem Blutzucker auch die Insulinkonzentration bestimmt wird. Aus beiden Werten lässt sich der HOMA-Index bestimmen, der ein Maß für die Insulin­resistenz ist. Ein Anstieg des HOMA-Index ist ein erster Hinweis auf einen drohenden Typ-2-Diabetes.

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Der Typ-2-Diabetes, der lange Zeit nur bei älteren Erwachsenen auftrat, wird zuneh­mend auch bei Jugendlichen gesehen. Die Daten, die Alicja Rudnicka von der St. George Universität von London vorstellt, zeigen, dass ein leichter Anstieg des HOMA-Indexes häufig schon im Grundschulalter nachweisbar ist. 

Ein möglicher Risikofaktor ist Schlafmangel. Kinder im Grundschulalter sollten 10 bis 11 Stunden Schlaf pro Tag erhalten. In der CHASE-Kohorte betrug die durchschnitt­liche Schlafdauer 10,5 Stunden. Die Bandbreite reichte jedoch von 8 bis 12 Stunden. Rudnicka hat die Schlafdauer mit dem HOMA-Index und dem Nüchternblutzucker in Verbindung gesetzt und eine inverse Korrelation gefunden. Je weniger Schlaf die Kinder bekamen, desto ungünstiger waren die Laborwerte. 

Kinder gleichen Schlafmangel aus

Jede Stunde mehr Schlaf könnte die HOMA um 2,9 Prozent verbessern (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,2 bis 4,4 Prozent), schreibt Rudnicka. Den Kindern gelingt es allerdings noch, den Blutzucker durch eine erhöhte Insulinausscheidung im Normal­bereich zu halten. Der Einfluss des Schlafmangels auf den Blutzucker (0,24 Prozent pro Stunde Schlaf) war deshalb gering.

Dennoch weisen die Ergebnisse nach Ansicht der Forscherin auf ein langfristig erhöhtes Diabetesrisiko hin. Die Ursache kann die Querschnittstudie nicht klären. Eine Rolle dürfte aber die Zunahme des Körpergewichts spielen, die ebenfalls mit dem Schlafmangel assoziiert war. Mit jeder Stunde weniger Schlaf kam es zu einem Anstieg des Body-Mass-Index um 0,19 kg/m2, der vor allem auf einen Anstieg der Fettmasse zurückzuführen war. Rudnicka vermutet, dass der Schlafmangel die Kinder dazu ver­leitet, mehr Kalorien als nötig zu sich zu nehmen. Frühere Untersuchungen an Erwach­senen haben gezeigt, dass Schlafmangel zu einer Störung der neuroendokrinen Appetit­kontrolle führt. © rme/aerzteblatt.de

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