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Medizin

Energiedichte Lebensmittel erhöhen das Krebsrisiko unabhängig vom BMI

Donnerstag, 17. August 2017

Lebensmittel fettig und süß versus gesund /Tijana, stock.adobe.com
Lebensmittel mit einer hohen Energiedichte könnten im Vergleich zu jenen mit weniger Kalorien pro Gramm das Krebsrisiko bei schlanken Frauen erhöhen. /Tijana, stock.adobe.com

Tucson – Nicht nur übergewichtige Menschen haben ein erhöhtes Risiko für bestimmte Tumoren. Auch normalgewichtige Personen, die sich ungesund ernähren, leben mit einem um zehn Prozent höheren Risiko für diese Krebsarten. Zu diesem Schluss kamen Forscher der University of Arizona in einer Beobachtungsstudie, die sie im Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics veröffentlicht haben (2017; doi: 10.1016/j.jand.2017.06.010).

Übergewicht-bedingte Krebsarten

Bisherige Studien zeigen, dass etwa 30 Pro­zent aller Krebsarten mit einer Anpassung der Ernährung verhindert werden könnten. Über­gewicht gilt dabei als Risikofaktor für eine Reihe von Tumoren. Dazu zählen etwa Brust­-, Darm-, Eierstock-, Gebärmutter­höhlen-, Nieren-, Gallenblasen-, Speiseröhren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Quelle: Food, Nutrition, Physical Activity, and the Prevention of Cancer: a Global Perspective, 2007

Untersucht wurden die Ernährungs­gewohnheiten bei mehr als 92.000 Frauen nach der Menopause aus der Women's Health Initiative über einen Zeitraum von durchschnittlich 14,6 Jahren. Der Fokus lag dabei auf dem Konsum von energiedichten Lebens­mitteln. Etwa acht bis zehn Jahren nach Beginn der Studie erkrankten einige Teilnehmerinnen an Krebs. Frauen, die mehr Lebensmittel mit einer höheren Energiedichte (dietary energy density, DED) aßen, erkrankten deutlich häufiger an Übergewicht-bedingten Krebsarten (siehe Kasten). Dabei verglichen die Forscher den DED-Konsum im obersten Quintil mit dem untersten Quintil. Der Body-Mass-Index (BMI) der Probandinnen spielte dabei keine Rolle.

Die Forscher gehen sogar davon aus, dass sich das erhöhte Krebsrisiko durch DED auf Frauen beschränkt, die zu Beginn der Studie normalgewichtig waren (BMI < 25). Eventuell bringe die hohe Energiedichte den Stoffwechsel bei Normalgewichtigen aus der Bahn, so die Vermutung. Einen kausalen Zusammenhang kann die Beobachtungs­studie jedoch nicht belegen.

„Allein die Kontrolle des Gewichts könnte Menschen somit nicht vor Übergewicht-bedingten Krebsarten schützen“, schlussfolgert Cynthia A. Thomson vom Mel and Enid Zuckerman College of Public Health an der University of Arizona. Alle Frauen könnten stattdessen unabhängig vom BMI von einer Ernährung mit weniger energiedichten Lebensmitteln profitieren. Dazu zählen beispielsweise Gemüse, Früchte oder Bohnen. Hingegen enthalten etwa Pizza und Hamburger mehr Kalorien pro Gramm. © gie/aerzteblatt.de

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