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Niedersächsische Langzeituntersuchung zeigt Defizite extrem unreifer Frühgeborener auf

Montag, 21. August 2017

/Tobilander, stock.adobe.com

Hannover – Extrem unreife Frühgeborene haben heute zwar weitaus bessere Über­lebenschancen als noch in den 1970er-Jahren. Allerdings zeigen sich bei vielen später motorische oder kognitive Einschränkungen sowie Verhaltensauffälligkeiten. Das zeigen Ergebnisse einer niedersächsischen Langzeituntersuchung bei der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN).

Demnach waren 14,1 Prozent der extrem unreifen Frühgeborenen bei der Nachunter­suchung im Alter von fünf Jahren geistig und 17,4 Prozent körperlich behindert. 33,1 Prozent zeigten Verhaltens- und 40,4 Prozent sprachliche Auffälligkeiten. Die ÄKN sammelt seit Jahrzehnten Daten von Frühchen, um die Qualität ihrer Versorgung zu verbessern. Unter anderem werden Kinder mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm seit 2004 im Alter von zwei, fünf und zehn Jahren freiwillig nachuntersucht.

Daten dienen der Qualitätssicherung

„Die Ergebnisse geben wichtige Impulse zur späteren Therapie“, sagte Silvia Berlage, die das Projekt bei der Ärztekammer koordiniert. In Niedersachsen stehen die Kliniken, die Frühgeborene behandeln, im engen Austausch.

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„Niedersachsen nahm als erstes norddeutsches Bundesland die Münchner Perinatal­studie von 1975 zum Anlass, einrichtungsübergreifende Qualitätsvergleiche einzuset­zen“, betonte Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen und Vizepräsidentin der Bundes­ärzte­kammer auf Nachfrage des Deutschen Ärzteblattes (DÄ). Sie erläuterte, 1980 hätten 15 geburtshilfliche und vier pädiatrische Abteilungen mit einer Perinatal- und Neonatalstudie nach bayerischem Muster begonnen.

1983 seien diese in die niedersächsische Perinatalerhebung übergegangen, die bis heute fortgeführt und ständig weiterentwickelt werde. „Die Qualitätssicherung in der Geburtshilfe und Neonatologie ist aus dem klinischen Alltag der Geburtshilfe nicht mehr wegzudenken. Wir sind stolz auf das bisher Geleistete und wollen auch weiterhin alles daran setzen, mit unserer Arbeit die Kindersterblichkeit weiter zu senken“, so Wenker.

Nahezu jedes zehnte Kind in Deutschland wird vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren und gilt damit als Frühchen. Jährlich kommen bundesweit etwa 9.000 Mäd­chen und Jungen mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm zur Welt. Der Gemein­same Bundes­aus­schuss (G-BA) hatte 2013 strengere Vorgaben für die Versorgung von Frühchen in Perinatalzentren beschlossen. So sind mehr Kinderkrankenschwestern zur Betreuung der Kinder notwendig, von denen zudem viele speziell geschult sein müssen. © dpa/may/aerzteblatt.de

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