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Politik

Expertengruppe schlägt Reform des Heilpraktikerberufs vor

Montag, 21. August 2017

Münster – Für Heilpraktiker in Deutschland gibt es keine verbindliche Berufsordnung. Ihre Zulassung hängt lediglich von einer amtlichen Überprüfung ab, die klären soll, ob von ihrer Arbeit „eine Gefahr für die Volksgesundheit“ ausgeht. Eine Expertengruppe, der „Münsteraner Kreis“, macht nun Vorschläge für eine umfassende Reform.

Das „Münsteraner Memorandum Heilpraktiker“ skizziert zwei Lösungsansätze. Die Abschaffung des Heilpraktikerberufs oder dessen Ablösung durch eine Einführung spezialisierter „Fach-Heilpraktiker“ als Zusatzqualifikation für bestehende Gesundheitsfachberufe (Mehr dazu im Deutschen Ärzteblatt, Ausgabe 33/34).

Heilpraktikerwesen: Selbstbestimmung und Gefahr

Eine interdisziplinäre und unabhängige Expertengruppe, der „Münsteraner Kreis“, hat Vorschläge erarbeitet, wie eine – auch vom Gesetzgeber angestrebte – Neuregelung des Heilpraktikerwesens in Deutschland aussehen könnte. In Österreich ist das Heilpraktikerwesen verboten, in anderen europäischen Staaten wird es stark reguliert. Anders in Deutschland: Hier genießen Heilpraktiker weitestgehende [...]

„Im Lauf der Jahre ist bei meinen Mitarbeitern und mir das dringende Bedürfnis entstanden, der Problematik von Alternativmedizin auf den Grund zu gehen“, betonte Bettina Schöne-Seifert, Professorin für Medizinethik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU).

Aus diesem Grund hatte sie im Juni 2016 ausgewiesene Experten der Komplementären und Alternativen Medizin (KAM) verschiedener Fachrichtungen nach Münster eingeladen, um über KAM und das Heilpraktikerwesen zu diskutieren. Einige Experten des daraufhin gegründeten „Münsteraner Kreises“ brachten dazu ihre eigenen Forschungsergebnisse zu den von Heilpraktikern angebotenen Verfahren sowie der Motivation der Patienten ein.

Man habe ausloten wollen, wie ein solidarisches Gesundheitswesen verantwortlich und fair mit dem „Clash zwischen gefährlicher Pseudowissenschaft und Selbstbestimmung umgehen sollte“, sagte Schöne-Seifert.

Bereits vor gut einem Jahr hatte die Bundesregierung erklärt, die Zulassungsregeln für Heilpraktiker überprüfen zu wollen. Zuvor hatte es mehrere Todesfälle bei Patienten eines alternativen Krebszentrums am Niederrhein gegeben. Ein Heilpraktiker hatte sie mit einem nicht als Medikament zugelassenen Stoff behandelt, die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern nach wie vor an. © mn/EB/afp/aerzteblatt.de

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kairoprax
am Mittwoch, 13. September 2017, 17:22

Ein Konglomerat unwissenschaftlicher Vorurteile

Das Heilpraktiker-Memorandum aus Münster um Frau Bettina Schöne-Seifert und andere stößt mir übel auf.

Es ist, um es deutlich zu sagen, die Meinung einer Münsteraner Ärztegruppe, aber kein Manifest der deutschen Ärzteschaft.

Vielmehr stehen auf 12 Seiten nebeneinander ein paar zutreffende Aussagen und wesentlich mehr nicht haltbare Vorurteile.

Die Autoren behaupten das Problem von Fehlbehandlungen "aus einer dezidiert wissenschafts­orientierten und zugleich am Selbstbestimmungsrecht der Patienten ausgerichteten Perspektive" zu beurteilen.

Genau das tun sie aber nicht.

Stattdessen werden eine Reihe von unkritischen Behauptungen aufgestellt.
So würde Alternative Medizin aus Verfahren bestehen, die "in Konkurrenz zu Behandlungsverfah­ren der wissenschaftsorientierten Medizin" stünden.
Das ist nicht zutreffend.

Die Homöopathie, die Pflanzenheilkunde, die Chirotherapie oder die Akupunktur sind allesamt Teile der Schulmedizin.
Ärzte solcher Behandlungsmethoden brauchen eine jahrelange Ausbildung, bis sie die entsprechenden Zusatzbezeichnungen - erteilt von der Ärztekammer und erst nach vorausgehenden Prüfungen - bekommen.
"Wissenschaftsorientiert" - was immer das sein soll - sind diese Alternativmethoden auch, denn die Gesellschaften dieser Behandlungsmethoden kontrollieren sich und entwickeln sich weiter unter Nutzung wissenschaftlicher Methoden, orientieren sich also nicht nur daran.

Ich möchte als Arzt mit den "alternativen" Zusatzbezeichnungen Chirotherapie und physikalische Medizin eine Lanze brechen für alle Kolleginnen und Kollegen, die andere Wege gehen als die, welche die Autoren des Münsteraner Memorandums als Methoden mit "zumindest dem Anspruch nach durchgehend wissenschaftlicher Begründung und hinreichendem Evidenzgrad" über die alternative Medizin zu stellen versuchen - welch eine Überheblichkeit!

Bezeichnenderweise findet sich in dem Münsteraner Papier keine Literaturliste - und wenn man schon "Wissenschaftsorientierung" einfordert, wäre das eine wissenschaftliche Mindestanforderung - welch ein Verständnis von Wissenschaftlichkeit.
Es gibt sicher gute und schlechte Ärzte wie Heilpraktiker.
Aber die Alternativen Behandler - Ärzte wie Heilpraktiker - pauschal als die schlechten zu bezeichnen, dem muß man widersprechen.

Soll das der Wiederbeginn eines Grabenkriegs zwischen Schul- und Altzernativmedizin werden? Nein danke!

Dr.Karlheinz Bayer, Bad Peterstal
Heilpraktiker
am Donnerstag, 7. September 2017, 23:53

Den Heilpraktikerberuf reformieren nicht verbieten !

Unsere Gesellschaft benötigt den Heilpraktikerberuf. Vielen Menschen haben ein Bedürfnis nach einer alternativen Medizin und werden sich auch nicht von einem Verbot aufhalten lassen. Es ist dann besser, sie gehen zu einem staatlich geprüften und kontrollierten Heilpraktiker als zu sonstigen Personen. Die Prüfung ist nicht so einfach, wie es immer dargestellt wird, die Fragen für den schriftlichen Teil sind ebenfalls standardisierte Fragen vom IMPP. In meiner mündlichen Prüfung holte der Amtsarzt einen Schädel hervon und ließ sich dann jede Pore erläutern (es ist das gleiche Spiel wie im Physikum Hirnnerven und deren Verlauf). Desweiteren durfte ich u.a. die Auskultation, körperliche Untersuchung und das Vorgehen bei verschiedene Befunden vorzeigen. Ich denke, dass unser Gesundheitssystem größere Probleme hat als die Heilpraktiker. Die Experten des Münster Memorandum hätten die Öffentlichkeit lieber darauf aufmerksam machen sollen, dass das ärztliche Gespräch unzureichend vergütet wird, dass man mit dem jetzigen ambulanten Budget nicht einmal eine Krankheit eines multimorbiden Menschen ausreichend behandeln kann und der Arzt dann noch mit Haus und Hof dafür haftet.
Ich arbeite als Altenpfleger und Heilpraktiker in einem Pflegeheim. Für die Heilpraktikertätigkeit werde ich nicht extra entlohnt. Auch die Bewohner zahlen keinen Zuschlag. Heilpraktiker bin ich geworden, da es mir als Pfleger verboten ist, selbst freiverkäufliche Medikamente, ohne Rücksprache mit einem Arzt, zu verabreichen. Bisher haben sich meine Doktoren oder der Bereitschaftsdienst nicht darüber beklagt, dass ich mir ein funktionelles Problem, auch nachts, erst einmal angesehen haben und dann etwas mit "Natur" gemacht habe, bevor ich sie dann angerufen habe. Meine Heilpraktikerlehrer haben sich viele Jahrzehnte und auf eigene Kosten weitergebildet (wie ich), nach einem Verbot hätten sie nicht nur ihr Lebenswerk verloren sondern hätten weniger Rechte als ein Schwesternhelfer. Wir sollten unsere Berufe so ordnen, dass die Ärzte alle wissenschaftlichen Heilmethoden anwenden und wir Heilpraktiker dann auf schulmedizinische Verfahren wie Infusionen verzichten, dann uns aber alleine die Homöopathie, TCM und alle anderen nicht wissenschaftliche Heilmethoden erlaubt bleiben.
DöringDöring
am Donnerstag, 7. September 2017, 22:21

Heilpraktikerunwesen

Das Heilpraktikerunwesen gehört schon lange abgeschafft.
Gründe: Diagnoseverschleppungen und Falschbehandlungen mit den bekannten Folgen.
Irreführung und Belügung der Patienten mit dem Ziel der Bereicherung.
Ständig wird den Patienten erzählt, dass die Ärztinnen und Ärzte Provision von der Pharmaindustrie bekommen und man, die Patienten, mit chemischen Keulen umgebracht wird.
Herpes Zoster wird mit Homöopathie und Osteopathie behandelt.
Erysipel durch Akupunktur. Cholezystitis wird mit Naturmittel behandelt. Verschlimmerung der Lumbalgie durch Einrenken. Schlangengiftbehandlung gegen alles, kostet 150 bis 250 Euro.
Über 40 Jahre Arzt und über 30 Jahre Hausarzt, ich kann Ihnen da die tollsten Sachen erzählen.

DöringDöring
am Donnerstag, 7. September 2017, 22:21

Heilpraktikerunwesen

Das Heilpraktikerunwesen gehört schon lange abgeschafft.
Gründe: Diagnoseverschleppungen und Falschbehandlungen mit den bekannten Folgen.
Irreführung und Belügung der Patienten mit dem Ziel der Bereicherung.
Ständig wird den Patienten erzählt, dass die Ärztinnen und Ärzte Provision von der Pharmaindustrie bekommen und man, die Patienten, mit chemischen Keulen umgebracht wird.
Herpes Zoster wird mit Homöopathie und Osteopathie behandelt.
Erysipel durch Akupunktur. Cholezystitis wird mit Naturmittel behandelt. Verschlimmerung der Lumbalgie durch Einrenken. Schlangengiftbehandlung gegen alles, kostet 150 bis 250 Euro.
Über 40 Jahre Arzt und über 30 Jahre Hausarzt, ich kann Ihnen da die tollsten Sachen erzählen.

jpink
am Montag, 28. August 2017, 07:11

Lieber Herr Hürten...

...natürlich geht's ums Geld. Worum denn sonst? Hatte hier nicht schon jemand allegorisch und formuliert, daß es um die Verteilung von "Kuchenstücken" gehe? Wie unappetitlich.

Die meisten haben allerdings keine Ahnung vom Geld an sich. Denn besser gesagt, geht es aktuell ja buchstäblich um den Mammon, der die verzehrendste Massenvernichtungswaffe auf diesem Planeten ist.

Wer das Weltkredit(UN)wesen nicht versteht, ist ein politischer Analphabet und kann in politisch-gesellschaftliche Diskussionen nur mehr unlauter reinkrekeelen. Damit ist dann auch die sogenannte Demokratie hinreichend beschrieben. Ein durch und durch unappetitliches Spektakel.

Der neue Adel ist jedenfalls der Gelddruckeradel, die neuen Diplomaten sind Bankiers. Man kann alles nachlesen.*
https://youtu.be/b-s3FA9hD6M?t=1m51s

Könnten sogenannte "Verschwörungtheorien" verstörender sein?
Clemens-X
am Montag, 28. August 2017, 00:02

Lieber Herr Sommer

Sie schreiben:
//Und wenn Sie so gut, versiert und verantwortlich sind, wie Sie sagen, dann tun die Münsteraner sogar ein gutes Werk für Sie. Vielleicht lesen Sie deren Erklärung nochmal unter diesem neuen Blickwinkel?//
Haben Sie denn überhaupt verstanden, was die Münsteraner fordern? Diese Pseudo-Experten fordern, dass entweder der Heilpraktikerberuf ersatzlos wegfällt, ihm also die gesetzliche Grundlage entzogen wird, oder dass es nur noch den Heilpraktiker-Status für Menschen geben soll, die zuvor einen Gesundheitsfachberuf erlernt haben. In beiden Fällen würde mir die Heilerlaubnis weggenommen.
Und jetzt raten Sie mal, worüber ich wütend bin!

Der Münsteraner Expertenkreis (dem im übrigen kein einziger Heilpraktiker angehören durfte - warum wohl nicht?) hätte ja auch eine konstruktive Alternative formulieren können, nämlich dass für Heilpraktiker eine Berufsausbildungsordnung eingeführt wird, sodass ein standardisiertes Fachwissen und eine standardisierte praktische Ausbildung definiert und in Abschlussprüfungen geprüft wird. Ein Hochschulstudium und / oder eine vorherige Ausbildung in einem der Gesundheitsfachberufe ist dagegen abzulehnen, da solche Hürden de facto der Abschaffung des Heilpralktikerberuf gleich kommt.

Im Übrigen: Wie ich schon ausführlich und auch hier
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/77817/Bundes%C2%ADpsycho%C2%ADtherapeuten%C2%ADkammer-will-heilpraktischen-Psychotherapeuten-abschaffen
darstellte: Schwarze Schafe gibt es in jedem Beruf, auch bei den Heilpraktikern. Wer von meinen lieben Kollegen glaubt, er müsse unter dem Etikett Psychotherapie mit den Englein channeln oder Reinkarnation betreiben oder Astro-Psychologie anbieten, der schadet mit diesem faulen Zauber dem ganzen Berufsstand.
Und Ärzte wie seinerzeit der hier in der Glosse schreibende "Dr. Pulmonalis" der bei der Debatte um die Beschneidung allen Ernstes zu Abrechnungsbetrug und Körperverletzung aufforderte, um auch nicht medizinisch indizierte Beschneidungen durchführen und abrechnen zu können, ist ebenfalls eine Schande für die Ärzteschaft, genau so wie, diejenigen Ärzte, die sich vom freundlichen Pharmareferenten korrumpieren lassen.

Statt also nach einer konstruktiven Lösung zu suchen, um die Qualität im Heilpraktikerberuf sicher zu stellen, wird hier die Vernichtung eines ganzen Berufsstands gefordert.
Ich habe den Eindruck, dass es hier (wie immer im Kapitalismus) nur ums Geld und den Kampf um knappe Ressourcen geht: Heilpraktiker werden normaler Weise per Selbstzahlung finanziert. Selbstzahler sind die lukrativsten Klienten für Arztpraxen und Psychotherapeuten.

Clemens M. Hürten - Heilpraktiker der Psychotherapie - Rottweil
Hans Sommer
am Donnerstag, 24. August 2017, 22:39

Lieber Clemens-X

Nun bin ich selbst kein Psychologe, insoweit ist mein Eindruck ein laienhafter, dass Ihr Beitrag von Donnerstag, 24. August 2017, 19:25 vor allem eines zum Ausdruck bringt: Dass Sie so sehr zornig sein *wollen*, dass Sie gar nicht merken, wie sehr Sie die Sache der (vermeintlichen) Gegenseite betreiben.

In Stichworten:

- Persönliche Erfahrung ist keine Grundlage statistischer oder anderweitig wissenschaftlicher Evidenz und damit keine Grundlage für allgemeingültige Entscheidungen. Auch Sie argumentieren "pars pro toto".

- Schlimmes wird durch Schlimmeres nicht besser. Auch der Münsteraner Kreis zeigt mit dem Finger auf Mißstände im Medizinbetrieb und fordert Verbesserungen. Diese Schwächen sind kein Grund zur Erfindung von "Alternativen", sondern zur Verbesserung des Kritisierten. Oder wollen Sie Zukunft, nur weil allenthalben eins abstürzt, in Flugzeugen sitzen, die von "alternativen" Ingenieuren gebaut wurden, die keiner Ausbildungsordnung, keiner Mathematik und keiner Evidenz verpflichtet sind? Absurd, sagen Sie? Stimmt.

- Im weiteren kritisieren Sie am Heilpraktikerunwesen, hier die Abteilung "Ausbildung", exakt das, was die Münsteraner ebenfalls kritisieren. Danke dafür!

## An dieser Stelle explizit meine Hochachtung an Kommentatorin @30Sommersprossen, die der Frage nachkommt, wo denn die ganzen guten und seriös arbeitenden Heilpraktiker/innen sind, die an der Seite der Münsteraner die Gelegenheit begrüßen, ihren Berufsstand von den schwarzen Schafen zu befreien und insgesamt aus dem Zwielicht herauszutreten, anstatt reflexhaft in blindem Zorn auf diese Initiative einzudreschen. ##

- Zu den Begriffen: Meines Wissens haben sich die Alternativen & Komplementären "Mediziner" diese Bezeichnungen selbst gegeben, um diffuse Vorbehalte in der Bevölkerung für sich auszunutzen und ihr einzureden, dass es zum wissenschaftlichen Erkenntnisprozess tatsächliche Alternativen geben könne (siehe oben unter "alternative Flugzeuge"). Im Gegensatz dazu ist "Schulmedizin" ein vom Erfinder der Homöopathie geprägter, diffamierender Kampfbegriff gegen die zu seiner Zeit praktizierte Medizin. Die Münsteraner haben all das nicht erfunden.

- Der Rest Ihres Beitrags ist wieder rasendes Draufprügeln, wobei Sie die ganze Zeit gar nicht in Vertretung Ihres Berufsstandes argumentieren (im Gegenteil!), sondern ausschließlich in eigener Sache. Glauben Sie mir, so wichtig sind Sie nicht. Und wenn Sie so gut, versiert und verantwortlich sind, wie Sie sagen, dann tun die Münsteraner sogar ein gutes Werk für Sie. Vielleicht lesen Sie deren Erklärung nochmal unter diesem neuen Blickwinkel?
Clemens-X
am Donnerstag, 24. August 2017, 19:25

Tolle Diskussion hier! - Ich antworte mit der Schilderung eigener Erfahrungen

Ich geriet in 2005 selbst in eine heftige Krise mit BurnOut und schwerer Depression. Als erstes bekam ich zu spüren, dass die therapeutische Versorgung katastrophal war, denn ich erhielt erst nach 10 Monaten Wartezeit einen Therapieplatz. Dieser war (aus heutiger Sicht) völlig ungeeignet: Ein Psychiater und Psychoanalytiker versuchte sich an mir. Nachdem ich 50 Minuten lang meine Verzweiflung zum Ausdruck gebracht hatte, er aber nichts darauf antwortete, meinte er: „Nun, die Stunde ist jetzt zu Ende." Dann ging er an ein Sideboard, zog eine ca. 40cm hohe, 1 m breite und mindestens 60cm tiefe Schublade auf, wühlte darin herum, zog eine Schachtel mit Pillen hervor, las, wählte dann eine andere, las und sagte schließlich: „Nehmen Sie das, das wird Ihnen gut tun!” Ich stand entsetzt auf und sah den Inhalt der Schublade. Es sah aus wie auf dem Grabbeltisch beim Ausverkauf. Zig Pharmareferenten mussten sich wohl dort schon entleert haben!
Ich habe bis Therapieende, ambulant und stationär 5 Psychotherapeuten und 4 Psychiater kennen gelernt, bei denen ich mich heute frage, was die wohl in ihrer ca. 11-jährigen Ausbildung gelernt haben. Keiner folgte einem lege-artis-gemäßen Therapiekonzept bzw. hatte gar keines, 7 von den 9 Therapeuten fehlte jegliche Empathie und Beziehungsfähigkeit. Was die wohl in ihren Fortbildungen gemacht haben???

Nachdem ich zunächst in der Selbsthilfegruppe BurnOut / Depression meine gewonnenen Erkenntnisse einbringen wollte, dann aber ausgeschlossen wurde, weil ich nicht länger Gleicher unter Gleichen sei, machte ich mich als Psychologischer Berater selbstständig. Ich spürte mein Talent für diesen Beruf.
Schon bald merkte ich, dass ich die Grenze zur Heilbehandlung überschreite, wenn ich meinen Klienten wirklich helfen will. Also begann ich im Alter von 57 Jahren eine Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie. Wie hätte ich da noch sinnvoll studieren können??? Hier zeigte sich, wie sinnvoll der Beruf Heilpraktiker ist!

Ich lernte an einer der größten Heilpraktikerschulen und begriff bald, dass es sich doch nur um ein Geschäftsmodell handelt, nach dem Motto „Versprich den Schülern eine erfolgreiche Selbstständigkeit und schleuse sie mit guter Erfolgsrate durch die Prüfung.” Elementar wichtige Dinge, wie man konkret eine Therapie je nach Störungsbild aufbaut, wie man Dokumentation führt, welche Dinge man bei der Praxis-IT beachten sollte (Datenschutz, BackUp-Server usw.) haben wir nie erfahren! Nur zwei Dozenten erlebte ich als kompetent und engagiert, bei dem Rest hatte ich den verdacht, dass sie sich ein dringend nötiges Zubrot verdienen wollten. Später erfuhr ich, dass die Dozenten ein Stundenhonorar erhalten, das meist unter dem an Volkshochschulen liegt. So erklärt sich dann die miese Ausbildungsqaulität des angeblichen Martführers! Ebenfalls stellte ich fest, dass die parallel zu den Heilpraktikerschulen betriebenen Heilpraktikervereine nur als Marketingkanal für die Heilpraktikerschulen dienen und von Interessenvetretung kaum die Rede sein kann.
Ferner war ich entsetzt darüber, was diese große und wohl angesehene Heilpraktikerschule noch als „Fachausbildungen” anpreist:
Astropsychologischer Berater
Familienstellen (in 6 Terminen zu je 5 Stunden brutto)
Gesprächstherapie nach Rogers (in nur 4 + 9 Terminen zu 7 Stunden)
Hypnosetherapie (in nur 4 Terminen zu je brutto 8 Stunden)
Gestalttherapie (in nur 4 Terminen zu je brutto 7 - 9 Stunden)
Die weiteren noch dubioseren Angebote lasse ich mal hier raus. Das fast schon verbrecherische daran ist, dass den Schülern suggeriert wird, dass man spätestens nach Teilnahme an solch einem Angebot vollwertige Pschotherapie leisten könnte. Solche unseriösen Heilpraktikerschulen mitsamt ihrer angeschlossenen Heilpraktikerverbände gehören in erster Linie in die Kritik!

Ich hatte das große Glück, vorher ja eine gründliche stationäre Psychotherapie (Schematherapie) erfolgreich abgeschlossen zu haben und sehe das als Eigentherapie. Nur wenige Mitschüler haben eine Eigentherapie gemacht und niemand machte darauf aufmerksam, dass dies erforderlich ist, bevor man mit Klienten arbeitet.
Der größte Mangel an dieser ach so bekannten Heilpraktikerschule war, dass alles nur auf das Bestehen der Prüfung ausgerichtet war. Es wurde kein seriöses oder gar wissenschaftlöich anerkanntes Therapieverfahren gelehrt. Es wurden nicht mal grundlegende Therapie-Methoden vermittelt, geschweige denn, solche auch mal ausprobiert.

Ich habe mich sehr engagiert, um ein Therapieverfahren und Methoden zu finden, die zu mir passen und hinter denen ich stehen kann. Übrig geblieben ist nur die Schematherapie, weil nur sie mir ein stimmiges Gesamtkonzept für das Verstehen psychischer Probleme bietet mitsamt einer enormen Methodenvielfalt.
Schon schnappte die nächste Falle zu: Es gibt für Heilpraktiker keine Angebote, Schematherapie zu erlernen! Da blieb mir nur das übrig, was jeder (angehende Psychotherapeut und Arzt) Student tut: Fachbücher kaufen und büffeln.
Mein Vorteil war, dass ich Schematherapie bereits als Patient erlebt hatte und mir daher die Umsetzung in meinen Therapiestunden gut gelang.

Seit über 4 Jahren existiert nun meine Heilpraxis. Die größten Unterschiede zum Angebot approbierter Psychotherapeuten sehe ich in meinem Engagement. Gerade weil ich jenseits des bequemen Kassensitz arbeite und nicht eine Warteliste von über 1 Jahr verwalte, muss ich mich am freien Markt behaupten. Und das geht nur, wenn ich meine Klienten von meinen Leistungen überzeuge und meine Klienten sich an ihren Fortschritten freuen. Wie kommt es, dass ich im Bereich der sogenannten Persönlichkeitsstörungen fast immer mit weniger als 1,5 Jahre Therapiedauer (= ca. 50 Stunden) auskomme, während viele approbierte Kollegen z.B. Borderline oder Zwänge am liebsten gar nicht erst anfassen?

Ich bin sehr dafür, dass alle Heilpraktiker eine Berufsausbildungsordnung erhalten, denn was sich viele (nicht alle) Heilpraktikerschulen leisten, ist schlichtweg unverschämt und verantwortungslos! Ich bin sehr dafür, dass dann gemäß der Berufsausbildungsirdnung geprüft wird und nicht, wie ich es erlebt habe, nach Willkür und Tagesform einer Psychiaterin.
Und sicher sollte auch im Rollenspiel mit einer realen Therapiesituation geprüft werden.
Das sind konstruktive Vorschläge, die ich damals Ende 2012 versucht hatte, mit dem VFP zu diskutieren. Ich wurde regelrecht abgewatscht mit dem Argument: „Dann würden aber viel zu viele die Heilpraktikerprüfung gar nicht bestehen und somit ausgeschlossen.” - Aha! Das Geschäftsmodell gerät in Gefahr!

Was der Münsteraner Arbeitskreis aber macht, das ist die Verunglimpfung und Verleumdung eines ganzen Berufsstand. Die Absicht ist durchsichtig: Der Heilpratikerberuf soll weg! Wie ich schon ausführte, ist die propagierte Alternative, dass nur Angehörige eines Gesundheitsfachberufs als Heilpraktiker arbeiten können dürfen, läuft letztlich auf das Gleiche heraus.

Allein schon das von dieser „Expertengruppe” geschaffene Kunstwort "Komplementäre und Alternative Medizin (KAM)" hat diskriminierenden Charakter und dient lediglich dazu, alles undifferenziert in einen Topf zu werfen, um dann besser drauf knüppeln zu können.

Wenn der Münsteraner Arbeitskreis aber massive Grenzverletzungen einiger Heilpraktiker als „pars pro toto” deklariert, begibt er sich auf gaaanz gefährliches Eis:
Soll ich dann mal aus dem Nähkästchen plaudern, welche Unsäglichen Dinge ich mit Psychiatern erlebt habe? Soll ich mal die Unsäglichkeiten wiedergeben, die mir meine Klienten von ihren Vorerfahrungen mit Psychotherapeuten und Ärzten erzählt haben?
Muss ich an die untragbaren Hygienezustände in deutschen Kliniken erinnern, durch die sich MRSA ausbreiten konnte - Privatisierung und Shareholder Value sei Dank? Die dort tätigen Ärzte tragen aber die Mitverantwortung! Sie könnten sich wehren. Und wie war das noch gleich mit der Beeinflussung von Ärzten durch spendable Pharmareferenten?
Lieb Münsteraner „Expertengruppe”! Wer im Glashaus sitzt...

Clemens M. Hürten - Heilpraktiker der Psychotherapie - Rottweil
KuhnJ
am Donnerstag, 24. August 2017, 17:44

Unsachliche Kritik an sachlicher Kritk

@ MediziniDD:


Sie schreiben, das Memorandum enthalte "viele sachliche und rechtliche Falschaussagen". Welche denn? Eine solche Behauptung sollte man auch belegen.

Sie schreiben, wie gefährlich Heilpraktiker seien, könne man "sicher auch an der Höhe der Kosten für Berufshaftpflicht festmachen". Das ist nicht so. Daran lässt sich nur festmachen, wie viele Schadensfälle zur Entschädigung kommen. Die meisten werden vermutlich gar nicht als solche wahrgenommen, oder nicht geltend gemacht, manchmal, weil Tote ihre Rechte nicht mehr wahrnehmen können.

Sie schreiben: "Heilpraktiker helfen vielen Menschen." Woher wissen Sie das? Es gibt keine Versorgungsforschung zum Heilpraktikerwesen. Man weiß nicht was sie tun und schon gar nicht, was davon schadet oder nützt. Das übliche Argument ist dann, man sehe doch an der Nachfrage, dass man helfe. Das könnten Sekten wie Scientology mit gleichem Recht von sich behaupten.

@ Gunthard Heller:

Sie schreiben, dass "man im spirituellen Bereich stärker als im physischen Bereich mit Kräften in Berührung kommt, die sich der Kontrolle entziehen." Wenn dem so wäre, müssten Sie die Finger davon lassen, denn Kräfte, "die sich der Kontrolle entziehen", sind per se gefährlich.

@ Clemens-X:

Sie sprechen von "ekelhafter Lobbyisten-Aktivität". Warum ist für Sie Kritik an Qualitätsproblemen im Heilpraktikerbereich "ekelhaft"? Schauen Sie sich mal in Ihren Kreisen um, da wird Krebs mit Sauerstoff oder mit Globuli behandelt, da werden "Erdstrahlen" entstört, es gibt MMS-Anwendungen und so viel Scharlatanerie, dass man diesem Treiben nicht länger zusehen kann. So wie schädliche und nutzlose Behandlungen aus der konventionellen Medizin ausgeschieden werden müssen - das Hauptanliegen der evidenzbasierten Medizin - so muss auch im Heilpraktikerwesen die Spreu vom Weizen getrennt werden.
30Sommersprossen
am Donnerstag, 24. August 2017, 17:34

Reform Heilpraktiker - Ja bitte

Seit 5 Jahren arbeite ich als Heilpraktikerin, mit unfangreicher medizinischer Vorausbildung (Krankenpflegeausbildung, Rettungsassistentin)
Ja, sicher gibt es schräge Vögel, die man vom Markt nehmen muss.

Was mich wütend macht ist, dass man kollektiv und undifferenziert auf einen Berufsstand draufhaut. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es nicht um konstruktive Vorschläge geht sondern man über eine Rufmordkampagne den Beruf totzuschlagen versucht und - kurz vor dem letztem Atemschnapper - wirft man den Rettungsring hin, der dann nicht mehr ergrriffen werden kann. Schließlich große Krokodilstränen und hinterrücks schadenfrohes Händereiben.... Das Problem hat man dann erledigt.

Ja, bitte eine geregelte Ausbildungsordnung!
Ja, bitte klare Prüfungs- und Zulassungsrichtlinien!

Nicht jeder Heilpraktiker ist ein durchgetickter Esoteriker. Wenn ich nur ein Ätherisches Öl empfehle darf ich das nicht ohne "Erlaubnis die Heilkunde auszuüben".

Das größenwahnsinnige Spinner wie der immer wieder erwähnte "Naturkrebsarzt" Klaus Ross so lange praktizieren konnten ist für mich Teil eines Riesenskandals. In der Zulassung vom Gesundheitsamt steht ganz klar, dass die Erlaubnis zur Berufsausübung der Überwachung der aufsichtsführenden Behörde unterliegt.
Dass in dieser Praxis was schiefläuft wurde lange gemunkelt. Das Gesundheitsamt blieb untätig. Wenn es stimmt, dass er bereits wieder (wo anders) tätig ist, ist das einfach nicht zu fassen. Unterlassung von amts wegen?

Will man solche Gestalten gar nicht vom Markt nehmen, um bestimmten Entwicklungen Vorschub zu leisten? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.....

Ich arbeite verantwortungsvoll meinen Patienten gegenüber und habe bislang noch keinen Schadensfall meiner Berufshaftplicht melden müssen.

Ich bitte einfach um faire Auseinandersetzung mit dem Thema und keine Bildzeitungsphilosophie!
MediziniDD
am Donnerstag, 24. August 2017, 07:44

@Gunthard Heller

Ich finde Ihre Vorschläge sehr gut. Sachlich und zielführend. So könnte man es machen.

Leider wird es so nicht kommen. Die "Expertengruppe ohne Experten" verfolgt offensichtlich nicht das Ziel, Heilpraktiker zu einer qualifizierteren Berufsgruppe zu machen. Diese Gruppe zielt eindeutig nur darauf ab, den Heilpraktiker in der Öffentlichkeit zu diffamieren. Warum sonst finden sich im Memorandum so viele sachliche und rechtliche Falschaussagen? Warum sonst ist dieses Memorandum so populistisch verfasst? Warum wurde kein einziger Vertreter der Heilpraktikerverbände angehört? Das Ganze hat den Charakter einer Hetzschrift, um unliebsame Konkurrenz loszuwerden. Die Gelegenheit ist günstig, bald sind Bundestagswahlen.

Eine Aufwertung des Heilpraktikerberufes ist nicht gewünscht. Er soll weg, er muss weg, bevor er noch mehr finanziellen Schaden in den Arztpraxen anrichtet. Denn hauptsächlich da liegt die Gefahr der Heilpraktiker, sie sind schlicht unliebsame Konkurrenz.

Wie gefährlich Heilpraktiker tatsächlich sind, lässt sich sicher auch an der Höhe der Kosten für Berufshaftpflicht festmachen. Sie liegt bei Heilpraktikern bei ca. 10 € monatlich. Das eine Versicherung die Prämie anhand des Schadenaufkommens festmacht, wird wohl jeder wissen.

Zusätzlich empfehle ich die Lektüre des Berichtes "Ungeduldige Ärzte, falsche Anreize", die man über Google finden kann.

Kurzum, Heilpraktiker helfen vielen Menschen. Und es ist ein Irrglaube, dass nach dem geforderten Verbot die ganzen "abtrünnigen" Patienten wieder zu ihren Ärzten laufen, die ihnen vorher auch schon nicht helfen konnten. Es seihe denn, die Ärzteschaft böte auf einmal auch ein naturheilkundliches Angebot. Ein Schelm, wer dann rein finanzielle Interessen dahinter vermutet. Was denken sich die Experten eigentlich, wie dumm die Patienten sind, dass man sie auf diesem Wege einfach entmündigen könnte?

Jeder seriöse Heilpraktiker arbeitet gerne und aufgeschlossen mit dem Arzt des jeweiligen Patienten zusammen. Und oft klappt das auch ganz hervorragend, zum Wohle des Patienten. Anscheinend hat die Münsteraner "Expertengruppe" ihre Hausaufgaben eher schlecht bis gar nicht gemacht. Das ist echt peinlich.
weseldoc
am Mittwoch, 23. August 2017, 12:06

Ein Mediziner ist einer, der Medizin studiert hat!

Für uns Ärzte ist es ein großes Ärgernis, dass unqualifizierte Heilpraktiker weitgehend unkontrolliert ihr Unwesen treiben dürfen, während wir im Vorschriftendschungel ersticken und dabei die Zeit verlieren, die wir eigentlich unseren Patienten widmen sollten.
Der Ärger beginnt schon damit, dass HP sich „Alternativ-Mediziner“ nennen, was ja so klingt, als hätten sie Medizin studiert. In Wirklichkeit verfügen viele davon lediglich über eine Schmalspurausbildung, auf deren Basis sie dann rätselhafterweise völlig ungestört Doktor spielen dürfen. Richtig aber ist, dass Naturheilverfahren und „sanfte Medizin“ einen durchaus berechtigten Platz in einem ganzheitlichen Medizinansatz haben. Und dafür gibt es eben den Arzt für Naturheilverfahren, der nach 6 Jahren Medizinstudium eine entsprechende Spezialausbildung durchlaufen hat. Richtig ist auch, dass das Geschäftsmodell der HP darauf beruht, dass sie sich Zeit nehmen können, was Vertrauen schafft und damit den Grundstein für Selbstheilungsprozesse legt, welche die HP dann als ihren Verdienst beanspruchen. Daraus ergibt sich dann auch die Lösung des Problems: Die Möchtegern-Mediziner gehören in der Tat abgeschafft und durch Ärzte für Naturheilverfahren ersetzt. Und das so eminent wichtige ärztliche Gespräch muss endlich so gut vergütet werden, dass auch wir uns die Zeit nehmen können, die unsere Patienten verdienen.
j.g.
am Dienstag, 22. August 2017, 23:37

Nationalsozialistisches Strandgut

Allein die Anwesenheit der Heilpraktikant*Innen mit ihrem esoterischen Dünkel sind ein Tritt vor den Bauch der übrigen Heilberufe, die eine dreijährige Ausbildung mit einem staatlich qualifizierten Abschluß absolviert haben, verbunden mit einer kontinuierlichen Fortbildungspflicht. Die Option eines Fach-Heilspraktikanten ist eine weitere Verballhornung des deutschen Gesundheitswesen. Das Heilspraktikertum gehört abgeschafft. Die Heilpraktiker sollen etwas vernünftiges lernen und dann einem ehrlichen Beruf nachgehen.
Hans Sommer
am Dienstag, 22. August 2017, 21:28

Ich verstehe die Heilpraktiker/innen nicht

Zum Beispiel Clemens-X am Montag, 21. August 2017, 23:23

Da startet eine Initiative, den Heilprakterberuf aus dem rechtlichen und medizinischen Zwielicht herauszuholen, die Ausbildung staatlich zu regeln usw., und anstatt die ausgestreckte Hand zu ergreifen, schlagen viele von denen, die sich öffentlich äußern, haltlos und unter Ausstoß wüstester Beschimpfungen um sich.

Es kann doch nicht sein, dass der gesamte Heilpraktikerstand hinter diesem Gebrüll steht?

Zumal, jetzt wieder bezogen auf Clemens-X, ein Teil seiner Kritik am Medizinbetrieb ja schon in der Münsteraner Erklärung aufgegriffen wird, z.B. das problematische Vergütungssystem.

Wenn ich dann aber lese, dass der Kommentator seine psychotherapeutischen Kenntnisse und Fähigkeiten im Selbststudium erworben hat, verstehe ich es etwas besser. Psychotherapeuten sind aus gutem Grund vollausgebildete Ärzte. Würden Sie Ihre Frau zu einem Gynokologen schicken, der seine Kenntnisse im Selbststudium erworben hat? Oder sich selbst einer Operation bei einem ebensolchen Chirurgen unterziehen?

Ich denke, den Münsteranern geht es genau um Leute wie Sie.
Gunthard Heller
am Dienstag, 22. August 2017, 16:25

Vorschlag für eine Reform der Heilpraktikerausbildung

Der "Fach-Heilpraktiker" birgt die Gefahr, daß bestimmte Heilweisen verschwinden, da er auf den Rahmen des zuerst gelernten Berufs zugeschnitten ist. Der Heilpraktiker-Beruf sollte schon während des Dritten Reichs abgeschafft werden. Bedingung dafür war, daß die Ärzteschaft alternative Heilweisen übernimmt. Das ist m.E. bisher nur unzureichend geschehen. Der Grund dafür ist ein einseitiges Wissenschaftsverständnis, das die persönliche Erfahrung zugunsten mechanistischer Modelle abwertet. Gerade spirituelle Heilweisen werden als "Esoterik" abgestempelt, obwohl auch sie wissenschaftlich untersucht werden könnten. Falls das doch geschieht, scheitern Versuchsanordnungen häufig an fehlender Reproduzierbarkeit, da man im spirituellen Bereich stärker als im physischen Bereich mit Kräften in Berührung kommt, die sich der Kontrolle entziehen.

Die bisherige Heilpraktikerausbildung ist unzureichend, da lediglich schulmedizinisches Wissen vermittelt wird, mit der Absicht, dadurch die Erkennung eventueller Gefahren für den Patienten zu ermöglichen. Es ist ungefähr so, wie wenn zur Erlangung des Führerscheins nur theoretisches Wissen abgefragt, aber keine Fahrausbildung gegeben und keine Fahrprüfung durchgeführt würde.

Dabei gibt es an den Heilpraktikerschulen bereits zahlreiche Fachausbildungen, deren Besuch aber für die Erlangung der Heilpraktikererlaubnis nicht vorgeschrieben ist und für die es auch keine staatliche Prüfung (durch die Gesundheitsämter) gibt.

Deshalb mein Vorschlag: Die Heilpraktikerprüfung wird insofern erweitert, als die Heilpraktiker dem Amtsarzt anhand von Kommilitonen als Klienten vorführen, wie sie später arbeiten wollen. Das bisherige Multiple-Choice-Verfahren zur Überprüfung schulmedizinischen Wissens wird entweder dem ärztlichen Standard angepaßt (also dieselben Fragen und Antworten für alle, die öffentlich zugänglich sind wie die Fragebögen für die schriftliche Fahrprüfung) - oder abgeschafft.

Ich denke, daß sich das schulmedizinische Wissen n i c h t dafür eignet, nach Multiple-Choice-Manier geprüft zu werden, da die Wirklichkeit komplexer als die möglichen Antworten ist, die zur Wahl stehen. Zum Beispiel gibt es über die Nützlichkeit das Impfens verschiedene Auffassungen. Dasselbe gilt für die Zusammenfassung von Symptomen zu Krankheitsbildern, v.a. bei psychischen Störungen und erst recht für die Auswahl der Therapiemethoden, die für Heilpraktiker einerseits beschränkter ist als für Ärzte, andererseits Optionen enthält, die von Ärzten zwar als "unwissenschaftlich" klassifiziert werden, aber trotzdem helfen bis heilen können.

Der Vorteil einer staatlichen Überprüfung der therapeutischen Fähigkeiten der Heilpraktikeranwärter liegt in der Gleichstellung mit anderen Gesundheitsfachberufen, für die es eine Kassenzulassung gibt, die dann auch für Heilpraktiker möglich wäre.

Die Diskussion über die Grenzen der Behandlungsmöglichkeiten muß sowieso ärztliche und heilpraktische Therapiemethoden gleichermaßen umfassen. Wünschenswert wäre m.E. eine organisierte Zusammenarbeit von Ärzten und Heilpraktikern unter eindeutiger Trennung der Verantwortungsbereiche.
MunichHealth
am Dienstag, 22. August 2017, 13:12

Was ist das Ziel?

Wenn das Ziel der Expertengruppe die Ausbildung ist, dann müsste ein Vorschlag doch folgendermaßen aussehen. Regulieren Sie die Ausbildung und setzen Sie die Zulassungshürden etwas höher. Es gibt in Deutschland ein ausgeprägtes System an Heilpraktikerschulen, an denen die medizinische Ausbildung gelehrt und auf die Prüfung vorbereitet wird. Da einer der Hauptkritikpunkte auf der Ausbildung liegt, sollte man das "so oder so" bereits gelebte in ein Gesetz gießen. Die Ausbildung hat an einer Schule zu erfolgen, die dann auf die Staatliche! Prüfung vorbereitet. Alle anderen Vorschläge, wie abschaffen oder deutlich eingrenzen, zeigt die wahre Intention der Gruppe - sich einer erfologreichen Konkurrenz zu entledigen. Am besten fangen wir einmal bei den 17.000 Ärztefehlern im Jahr an. Warum gibt es in Kliniken keine genormten Checklisten zu Arbeitsabläufen, wie beispielsweise im Cokcpit um Fehler zu vermeiden. Wieso darf ein Assistenzarzt in den moisten Fällen seinem Chefarzt nicht widersprechen, um durch eine Diskussion vielleicht zu einer besseren Lösung zu finden. Vielleicht hilft auch hier ein Blick in einen Beruf der genauso wenig Fehler veträgt - den Pilotenjob. Aber das ist hier ja nicht das Thema. In aller Kürze: Ausbildung kann man starker regulieren (dann wird das bereits gelebte in ein Gesetz gegossen), aber Vorschläge wie abschaffen sind wirklich sehr daneben und lassen die Intention der Verfasser all zu deutlich durchscheinen.

Ich habe bereits ein Studium hinter mir und arbeite erfolgreich in meinem Job. Dennoch verfolge ich mein Interessensgebiet die Medizin über die Heilpraktikerausbildung. Auf die Prüfung bereite ich mich seit 2,5 Jahren vor (Schulbesuch). Aktuell mit einer intensiven Vorbereitung auf die Prüfung. Das ist alles andere als eine einfache Prüfung, die man geschenkt bekommt, sondern erfolgt letzlich durch den Amtsarzt! Ich finde es fast schon erschreckend, wie hier auch die Amtsärzte diskreditiert werden, die die Prüfung ja abnehmen.

Die Regulierung der Ausbildung war ja bereits letztes Jahr schon in Diskussion (aufgrund der Todesfälle, bei der ein HP u.a. gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen hatte). Hier gab eine Anhörung, bei der die Ärztekammer gegen eine weitere Regulierung der Ausbildung war, da diese den Beruf ja weiter aufwerten würde und damit weiterhin Konkurrenz machen würde. Ich habe einige Ärzte in meinem Freundeskreis und alle unterstützen meine Ausbildung. Von allen kam die Aussage, dass sie sich dann lieber bei mir behandeln lassen wollen, als von Kollegen. Vielleicht sollte man eher mal die Ökonomisierung des Gesundheitssystem hinterfragen, in dem nur noch Kosten zählen und nicht mehr der Mensch (wie viele Ärzte bezeugen können). Beispielsweise nachzulesen in einem Interview pensionierter Ärzte bei der Süddeutschen.

In Summe wirkt die Veröffentlichung wie ein Hilfeschrei, der deutlich aufzeigt was im regulären Medizinbetrieb falsch läuft. Nur weil Heilprakitiker scheinbar besser auf den Menschen eingehen und mehr und mehr Zulauf haben, obwohl der Patient selbst zahlen muss, kann man doch nicht nach deren Abschaffung verlangen. Vielmehr ware es doch notwendig sich ein mal zu hinterfragen, warum viele Patienten immer mehr und mehr das Vertrauen in die reguläre Medizin verlieren.
Friedericke
am Dienstag, 22. August 2017, 09:04

Sehr kritisch

Ich bin Mitte 50 und inzwischen drei Mal Opfer ärztlicher Kunstfehler geworden. Diese waren teilweise so gravierend, dass für mich daraus lebenslange gesundheitliche Beeinträchtigungen resultieren. In keinem Fall hat einer der behandelnden Ärzte den Anstand besessen für die Folgen seines Tuns einzustehen.

Vor zwei Jahren hatte ich erhebliche gastro-intestinale Beschwerden. Daraufhin habe ich eine entsprechende, an ein Krankenhaus angegliederte Praxis aufgesucht, in der mir ohne Anamnese die behandelnde Ärztin eine Darmspiegelung empfahl, bei der dann auch gleich eventuell vorhandene Divertikel entfernt werden könnten wozu ich doch bitte gleich meine Einwilligung geben solle. Meine vorgetragenen Bedenken und die Frage nach Alternativen interessierten sichtlich nicht.

Daraufhin habe ich eine erfahrene Heilpraktikerin aufgesucht, die meinen Beschwerden auf den Grund gegangen ist. Ich bin seit zwei Jahren beschwerdefrei.

Was nun die Kosten für das Gesundheitswesen anbetrifft: meine Fehlbehandlungen mit den erforderlich gewordenen Folge OPs bzw Rehamassnahmen sind die Versichertengemeinschaft teuer zu stehen gekommen, ganz abgesehen davon, dass sie mich zweimal fast das Leben gekostet hätten.
Meine Heilpraktikerbesuche habe ich selber bezahlt und dafür inkl Medikamente ca € 120 aufgewendet.

Ich bin eine mündige Bürgerin, komme aus einem Arzthaushalt und traue mir durchaus zu, beurteilen zu können, wem ich mich anvertraue und situativ richtig zu handeln.
So zu tun, als kämen nur durch unfähige Heilpraktiker Menschen zu Schaden und nicht durch unfähige Ärzte halte ich für absurd, es zeugt auch von einer völlig unkritischen Selbstwahrnehmung. Ich finde das schlicht atemberaubend.

Wie wäre es mit mehr Selbstkritik und kehren vor der eigenen Tür, bevor man vor der des Nachbarn kehrt?
Wie wäre es ausserdem mit mehr bürgerlicher Selbstbestimmung? Wir brauchen nicht dauernd Jemanden, der es vermeintlich gut mit uns meint und zu unserem Wohl weiter Gesetze und Verordnungen erlässt. Wir können im Zweifelsfall selbst entscheiden, das Recht zum Irrtum inkludiert.
Practicus
am Montag, 21. August 2017, 23:55

Die Heilpraktiker

rufen doch ständig nach einer geregelten Ausbildug und Prüfungsodnung... für Heilberufe gibt es die aber bereits: Wer professionell Heilkunde ausüben will, muss nur Ausbildung und Prüfungen nach den Vorgaben der Approbationsordnung durchlaufen... niemand wird daran gehindert, Abitur und Studium samt echter Prüfungen zu absolvieren (keine 80-Fragen-Spielereien), wenn er sich zum Heilen berufen fühlt!
Kranke Menschen glauben doch, dass "Heilpraktiker" TATSÄCHLICH eine mediziniche Ausbildung erhalten haben - dabei braucht man nicht einmal Heilpraktiker zu sein, um eine "Heilpraktikerschule" zu betreiben, und die "Überprüfung" durch den Amtsarzt ist kein "Examen"
Clemens-X
am Montag, 21. August 2017, 23:23

Ekelhafte Lobbyisten-Aktivität um den Heilpraktikerberuf auszurotten!

Geht es der Ärzteschaft derzeit schon sooo schlecht, dass sie sich den Marktanteil der Heilpraktiker unter den Nagel reißen müssen?

Das Argument der Patientengefährdung durch Heilpraktiker beruht auf der Tatsache, dass diese keiner Berufsausbildungsordnung unterliegen und damit keine durch Prüfungen gesicherte Qualifikation aufweisen können.
Allerdings ist es allzu durchsichtig, dass dieses Argument nur vorgeschoben ist, um die eigenen Ziele, nämlich die Vernichtung des Heilpraktikerberuf, zu betreiben:
Als Schein-Beweise für die Notwendigkeit einer entsprechenden Qualifikation werden gebetsmühlenartig Fallbeispiele angeführt, in denen einzelne Heilpraktiker in grober Weise gegen die bestehenden gesetzlichen Vorgaben aus dem Heilpraktikergesetz und dessen Ausführungsverordnung verstoßen haben und damit ihre Patienten gefährdet oder sogar fahrlässig getötet haben. Somit bestehen bereits genügend starke gesetzliche Regelungen, die Tätigkeit von Heilpraktikern angemessen zu begrenzen und ihre Patienten zu schützen. Zusätzliche Regelungen sind daher überflüssig.

Alle weiteren von den selbst ernannten Experten vorgebrachten Argumente beinhalten Annahmen, Beobachtungen und Schlussfolgerungen über die diversen Motivationen von Patienten, die sich für die Beauftragung eines Heilpraktikers entscheiden. Dabei wird umfangreich über das Image eines Heilpraktikers und was dieses Image bei Patienten bewirkt, spekuliert. (siehe hier: https://www.aerzteblatt.de/archiv/192959/Heilpraktikerwesen-Selbstbestimmung-und-Gefahr)
Letztlich ist dies aber der Bereich eines legitimen Marketing, denn Heilpraktiker müssen sich am „freien Markt” behaupten, während die Ärzteschaft aufgrund der Kassensitze und der Überweisungen / Zuweisungen wenig vom rauen Wind des Marktes verspüren. Es wird geradezu der Eindruck erweckt, als würden Heilpraktiker im Rahmen ihres Marketing grundsätzlich falsche und zu hohe Erwartungen bei ihren Patienten / Klienten erzeugen, sodass allein dadurch bereits dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet sein würde.

Solch eine Darstellung grenzt an Verleumdung eines ganzen Berufsstand! Heilpraktiker unterliegen genau so wie die Ärzteschaft den strengen Vorschriften des Heilmittelwerbegesetz (HMWG) sowie den Vorschriften des Gesetzes gegen den Unlauteren Wettbewerb (UWG). Wenn sich in der Gesellschaft allmählich immer mehr ein Image zugunsten der Heilpraktiker entwickelt, dann sollte die Ärzteschaft lieber mal darüber nachdenken, welche Korrekturen sie vornehmen müssten, um ihr eigenes Image zu stärken! Eines der gewichtigsten Argumente der Heilpraktiker ist doch, dass sie sich Zeit nehmen für ihre Patienten. (Stichwort „sprechende Medizin”) Hingegen ist eine Arztpraxis aufgrund der harten Vorgaben der Abrechnungskodierung und EBM-Punkte gezwungen, die Minuten zu zählen, die einem Patienten zugestanden werden können, damit die Praxis wirtschaftlich bleibt. Und das spüren die Patienten natürlich!

Abgesehen von diesen Fakten gestatte ich mir einen Blick auf die beiden Vorschläge der sogenannten Expertenkommission (oder besser Lobbyisten-Club?):
Der erste Vorschlag sieht vor, dass es künftig „Fach-Heilpraktiker” geben solle als Zusatzqualifikation für bestehende Gesundheitsfachberufe. Dies bedeutet zwangsläufig zugleich, dass alle derzeit aktiven Heilpraktiker, die keine Ausbildung in einem Gesundheitsfachberuf haben, nicht mehr arbeiten dürfen! Zugleich stellt sich die Frage, welche Vorteile es einem Angehörigen eines Gesundheitsfachberuf bringen sollte, nun auch eine Zusatzqualifikation als „Fach-Heilpraktiker” zu erwerben. Seine Befugnisse werden hierdurch wohl kaum erweitert. Dieser Zusatz-Titel würde die Marktchancen dieser Anbieter kaum verbessern. Letztlich führt dieser Vorschlag dazu, dass es bald keine Heilpraktiker mehr geben wird.
Der zweite Vorschlag ist wenigstens ehrlich, weil er im Klartext die ersatzlose Abschaffung des Heilpraktikerberufs fordert.

Das Ergebnis der Expertenrunde aus Münster sind nicht etwa ihre jetzt veröffentlichten Lösungsansätze, „wie das Heilpraktikerwesen zum Nutzen der Patienten reformiert werden sollte”, sondern ehrlich formuliert: „Wie das Heilpraktikerwesen am besten abgeschafft werden kann”.

Ich arbeite seit über 4 Jahren als Heilpraktiker der Psychotherapie in Rottweil. Gerne hätte ich an so mancher qualifizierter Fortbildung teilnehmen wollen. Aber diese Fortbildungen stehen nur approbierten Psychotherapeuten zur Verfügung. So musste ich mir meine Qualifikation durch Selbststudium von Fachbüchern selbst beibringen. Die Ärzteschaft incl. der Psychotherapeuten schotten sich offensichtlich gründlich ab. Zugleich macht man aber Heilpraktikern den generellen Vorwurf, dass sie keine ständige Fortbildung betreiben würden. – Ganz schön fies, nicht wahr???

Verstehen tue ich das Ganze nicht, wenn ich an Marktanteile im Gesundheitswesen denke: Meine Klienten haben meist keinen GKV-finanzierten Psychotherapieplatz in angemessener Zeit erhalten können. Demnach ist die Nachfrage nach Psychotherapie derart groß, dass den Psychotherapeuten kein Gewinn durch die Tätigkeit von Heilpraktikern entgeht. Und ich wette, bei der Ärzteschaft ist es ebenso!

Clemens M. Hürten - Heilpraktiker der Psychotherapie - Rottweil
Karsten Erdfelder
am Montag, 21. August 2017, 14:20

Abschaffung des Heilpraktikerberufes wie bei den Dentisten?

Ein Auszug aus dem zitierten "Memorandum" zur Abschaffung des Heilpraktikerberufes: "Die Abschaffungslösung bestünde darin, den staatlich geschützten Beruf des Heilpraktikers zu annullieren. Als Vorbild könnte dabei die Neustrukturierung der bundesdeutschen Zahnheilkunde im Jahr 1952 dienen. In deren Rahmen wurde der Ausbildungsberuf „Dentist” (Zahntechniker mit nicht-akademischer Weiterbildung) zu Gunsten des akademisch ausgebildeten Zahnarztes abgeschafft." Als 1952 das Zahnheilkundegesetz eingeführt wurde, haben die 15.000 Dentisten allerdings eine 60-stündige qualifizierende Schulung durchlaufen und damit eine ordentliche zahnärztliche Approbation erworben. Machen wir das dann mit den bereits exisitierenden Heilpraktikern genauso? Zusatzkurs und ärztliche Approbation?

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