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Politik

Große Unterschiede bei Kassenzuschüssen für Gesundheitskurse

Dienstag, 22. August 2017

Berlin – Bei den Zuschüssen der Krankenkassen für Gesundheitskurse gibt es große Unterschiede. Die Spanne liegt zwischen 150 und 600 Euro im Jahr. Das zeigt ein Vergleich von 25 großen Kassen in der Septemberausgabe der Zeitschrift Finanztest.

Demnach bezuschussen Krankenkassen jährlich zwei Gesundheitskurse und alternativ oft auch einen Kompaktkurs im Urlaub. Für einen Kurs am Wohnort beträgt der Zuschuss je nach Kasse laut Finanztest zwischen 75 und 300 Euro. Maximal sind 600 Euro Zuschuss im Jahr möglich. Andere Kassen bezahlen jedoch höchstens 150 Euro.

Während einige Kran­ken­ver­siche­rungen die Kurskosten zu hundert Prozent über­neh­men, bezahlen andere nur 75 oder 80 Prozent. Die Kurse müssen entsprechend zertifiziert sein. Viele Kassen bieten zudem auch eigene Gesundheitskurse an, die meist gratis sind.

Wer für regelmäßige Kurse am Wohnort keine Zeit hat, kann sich bei vielen Kranken­kassen auch eine Gesundheitsreise bezuschussen lassen. Beispielsweise kostet ein viertägiger Aufenthalt im Ostseebad Dierhagen mit Aquafitness und autogenem Training den Versicherten nur 109 Euro inklusive Doppelzimmer und Halbpension.

Auch Nordic Walking in Wismar, Rückenschule in Graal-Müritz oder Yoga in Sankt Peter-Ording sind Finanztest zufolge im Angebot. Die meisten Kassen geben dafür einen Zuschuss von 150 bis 200 Euro pro Jahr. Für einzelne Maßnahmen sind aber auch 500 Euro pro Jahr möglich.

Grundsätzlich bieten alle Krankenkassen einen einheitlichen Leistungs­katalog. Der Gesetzgeber lässt aber weitere Angebote per Satzungsänderung zu. Zu den Satzungsleistungen gehören etwa die Homöopathie sowie Gesundheitskurse wie etwa Rückenschulen, Nordic Walking oder Pilates.

Im März hatte die Berliner Zeitung unter Berufung auf Daten des Bundesgesundheits­ministeriums (BMG) berichtet, die Kassen hätten für freiwillige Leistungen wie Kur­se und Homöopathie im vergangenen Jahr rund anderthalb Milliarden Euro für Sat­zungsleistun­gen ausgegeben. Die Linken-Politikerin Birgit Wöllert, die die Daten damals angefordert hatte, bemängelte die hohen Ausgaben. Zu Marketingzwecken und zur Profilierung im Wett­be­werb erhöhten die Kassen permanent die Ausgaben für Satzungsleistungen, sagte sie. Viele der Leistungen seien „medizinisch nicht notwendig und im Nutzen zweifelhaft“, so Wöllert. © afp/may/aerzteblatt.de

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