NewsPolitikPatientenschützern fehlen Pflegethemen im Wahlkampf
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Patientenschützern fehlen Pflegethemen im Wahlkampf

Dienstag, 22. August 2017

Dortmund – Patientenschützer vermissen im Bundestagswahlkampf eine Auseinander­setzung der Parteien mit Schlüsselthemen der Pflege. So fehlten konkrete Verbesse­rungen für den bundeseinheitlichen Pflegepersonalschlüssel ebenso wie für die finan­zielle Unterstützung pflegender Angehöriger, teilte die Deutsche Stiftung Patienten­schutz heute in Dortmund mit. Dabei sei für fast die Hälfte der Deutschen die Pflege und das Leben im Alter wahlentscheidend. Zuvor hatte die Stiftung die im Bundestag vertretenen Parteien zu ihren Positionen zur Pflege befragt.

Stiftungsvorstand Eugen Brysch kritisierte, dass Sterbende mit Palliativbedarf in Pflegeheimen zu wenig Beachtung erfahren. „Während für die 25.000 Sterbenden in Hospizen von den Sozialkassen monatlich rund 8.300 Euro pro Person aufgewendet werden, gibt es im Pflegeheim nur bis zu 2.005 Euro“, so Brysch. Lediglich die Links­partei wolle dies ändern.

Die Patientenschützer fordern zugleich, Pflegeheimbewohner bei der Finanzierung der medizinischen Behandlungspflege zu entlasten. „Die 800.000 Bewohner zahlen hier über drei Milliarden Euro pro Jahr aus eigener Tasche“, erklärte Brysch. Handlungs­bedarf sehen laut Umfrage zwar alle Parteien. Allerdings stünden konkrete Lösungen weiterhin aus, hieß es.

Anzeige

Kritisch sehen alle Parteien demnach, dass der Staat zukünftig Mittel zur Selbsttötung für Schwerstkranke zur Verfügung stellen soll. Das Bundesverwaltungsgericht hatte im März entschieden, der Staat dürfe in „extremen Ausnahmefällen“ und bei einer unerträglichen Leidenssituation den Zugang zu einem verschreibungsfähigen Betäubungsmittel nicht verwehren, wenn es einem schwer und unheilbar kranken Patienten eine würdige und schmerzlose Selbsttötung ermöglicht. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte müsse darüber entscheiden, ob ein entsprechen­des Begehren berechtigt sei, so die Richter.

Einig sind sich demnach Union, SPD, Grüne und Linkspartei, dass unerträgliches Leiden nicht objektiv messbar und juristisch definierbar sei. „Das zeigt, dass die Kriterien des Bundesverwaltungsgerichts viel zu unbestimmt sind. Eine Vergabe von Suizidmitteln durch ein Bundesinstitut ist praktisch und ethisch unverantwortbar“, kommentierte Brysch. © kna/dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

12. Juli 2019
Schwerin – Überlastung durch Personalmangel und Überstunden in Verbindung mit geringer Vergütung haben nach Angaben der Kaufmännischen Krankenkasse KKH bei Beschäftigten in Pflegeheimen und
Viele psychische Erkrankungen in Pflegeberufen in Mecklenburg-Vorpommern
11. Juli 2019
Ludwigsburg – Eine Mehrheit der Bundesbürger ab 55 Jahren stellt sich auf die Pflege durch Roboter ein. Gut zwei Drittel erwarten, dass maschinelle Helfer bei Bedarf ihren Gesundheitszustand
Generation 55plus rechnet mit Pflege durch Roboter
5. Juli 2019
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn will für Pflegefachkräfte eine Bezahlung deutlich über dem aktuellen gesetzlichen Mindestlohn erreichen. „Gute 14 Euro – und das ist immer noch wirklich
Spahn will mindestens 14 Euro Stundenlohn für Pflegefachkräfte
5. Juli 2019
Berlin – Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, will Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen mehr Unterstützung zukommen lassen. Er präsentierte heute ein Konzept für den
Pflege-Ko-Pilot soll häusliche Pflege stärken
5. Juli 2019
Stuttgart – Mit dem Förderprogramm „Solitäre Kurzzeitpflege“ hat das Land Baden-Württemberg jetzt 7,6 Millionen Euro für den Ausbau von Angeboten der Kurzzeitpflege bereitgestellt. Das Förderprogramm
Baden-Württemberg baut Kurzzeitpflege aus
5. Juli 2019
Hannover – Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) will die Pflege in einem Bündnis mit Krankenkassen, Pflegeanbietern und Kommunalverbänden voranbringen. „Es ist kein Geheimnis, dass die
Pflegekonferenz in Niedersachsen für Herbst angekündigt
3. Juli 2019
Düsseldorf – Die Pflege ist volkswirtschaftlich gesehen ein Wachstumsmarkt. Anbieter von Pflegeleistungen müssen sich auf aber auf Änderungen in der Branche vorbereiten. Das berichtet die Deutsche
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER