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Politik

Petitionen für mehr Pflegepersonal in Bremen gestartet

Mittwoch, 23. August 2017

Bremen – Die Gewerkschaft Verdi und der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest haben in Bremen jeweils eine Petition zum Thema Personalbemes­sung in der Kranken- und Altenpflege ins Leben gerufen. Hintergrund ist die prekäre Personalsituation in der Bremer Kranken- und Altenpflege.

Verdi fordert in ihrer Petition „Bremer Appell für mehr Krankenhauspersonal“ eine gesetzliche Personalbemessung und die Refinanzierung von mehr Pflegestellen. Derzeit fehle es an Personal. „Die Versorgung der Patienten ist in Gefahr, die Beschäf­tigten haben ihre Belastungsgrenze längst überschritten“, hieß es dazu aus Gewerk­schafts­kreisen. So fehlen nach Berechnungen von Verdi in bremischen Kranken­häusern über 1.600 Stellen, jeder sechste Arbeitsplatz ist unbesetzt.

„Die Krankenhäuser brauchen Mindestpersonalvorgaben für alle Pflegebereiche. Nur so kann sichergestellt werden, dass Personalaufbau in einem Bereich nicht zu Personal­abbau in einem anderen Bereich führt“, erklärte der DBfK-Nordwest-Vorsitzende Martin Dichter. Der DBfK Nordwest hat ebenfalls eine Petition ins Leben gerufen. Sie beschäftigt sich damit, dass die Mindestpersonalvorgaben für Pflegeheime im bestehenden bremischen Wohn- und Betreuungsgesetz unangetastet und damit unangemessen bleiben.

Laut DBfK Nordwest ist im Gesetz vorgesehen, dass im Tagdienst eine Pflegefach­person bis zu zehn Bewohner betreut, im Nachtdienst sogar fünfzig. „Das darf so einfach nicht bleiben. Die Novellierung des Gesetzes ist die Chance, die unhaltbare Situation in den Bremer Pflegeheimen endlich zu verbessern“, sagte DBfK-Vorstands­mitglied Christo­pher Kesting. Die bisherige gesetzliche Regelung sei für alle Beteiligten katastrophal.

„Für die Patienten ist eine qualitativ hochwertige, aktivierende Pflege, die sich am tatsächlichen Bedarf der Bewohner ausrichtet, unter diesen Umständen nicht möglich“, so Kesting. Elemente wie Kommunikation und Beziehungsgestaltung müssten dringend bei den Mindestpersonalvorgaben mit berücksichtigt werden.

Für die Pflegenden bedeute die aktuelle gesetzliche Regelung zudem eine unhaltbare Arbeitsbelastung. Zudem würde dadurch der Beruf der Pflegefachperson für Auszu­bildende unattraktiv. „Das ist ein weiteres großes Problem, für das die handelnden Politiker die Verant­wortung tragen“, betonte Dichter. Deshalb fordert der DBfK Nord­west einen Mindest­personalschlüssel von eins zu acht im Tagdienst und eins zu 30 im Nachtdienst. © hil/sb/aerzteblatt.de

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