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Politik

STIKO legt überarbeitete Impfempfehlungen vor

Donnerstag, 24. August 2017

/pix4U, stock.adobe.com

Berlin – Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut (RKI) hat ihre Impfempfehlungen überarbeitet. Änderungen gibt es bei Impfungen gegen Hepatitis A und B, Influenza sowie Tetanus, wie aus dem Epidemiologischen Bulletin 34 hervor­geht. Zu den Neuerungen gehört auch ein Abschnitt zur Impfung von Patienten mit geschwächtem Immunsystem und eine Erläuterung dazu, warum die Kommission die Impfung gegen Herpes zoster – mit einem Lebendimpfstoff – derzeit nicht als Stan­dardimpfung empfiehlt.

Die Impfung gegen Hepatitis A und B empfiehlt die Stiko nun auch ehrenamtlich Tätigen, für die ein Expositionsrisiko besteht, das mit dem von beruflich tätigen Personen vergleichbar ist. Auch Auszubildende, Studierende und Praktikanten werden nun ausdrücklich genannt. Die Stiko stellt damit klar, dass die Indikation zur Impfung anhand des mit der jeweiligen Tätigkeit tatsächlich verbundenen Expositionsrisikos zu beurteilen ist und nicht beschränkt auf bestimmte Berufsgruppen ist.

Empfehlungen zurückgezogen

Bei der Influenzaimpfung hatte die Stiko bereits zur Saison 2016/17 ihre Empfehlung vorläufig ausgesetzt, Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren bevorzugt mit dem über die Nase zu verabreichenden Lebendimpfstoff zu impfen. Die Empfehlung wurde nun endgültig zurückgezogen. Hintergrund ist, dass in den vergangenen Jahren im Ver­gleich zu den inaktivierten Impfstoffen keine überlegene Wirksamkeit mehr nachweis­bar war.

Eine Auffrischimpfung gegen Tetanus bei geringfügigen, sauberen Wunden empfiehlt die Stiko nur noch dann, wenn seit der letzten Impfung mehr als zehn Jahre vergangen sind. Damit wurde die 2016 erfolgte Absenkung der Frist von zehn auf fünf Jahre rück­gängig gemacht. Dies steht auch im Einklang mit der Empfehlung einer routinemäßi­gen Auffrischung des Tetanus-Impfschutzes alle zehn Jahre.

Neu eingefügt hat die Stiko einen Abschnitt zu Impfungen von Patienten mit Immun­defizienz beziehungsweise Immunsuppression. Derzeit werden unter der Federführung der Stiko detaillierte Anwendungshinweise für Impfungen bei Patienten mit Immun­defizienz beziehungsweise Immunsuppression erarbeitet, die in vier gesonderten Publikationen im Bundesgesundheitsblatt bis Anfang 2018 erscheinen sollen.

Seit 2013 ist in Deutschland ein attenuierter Lebendimpfstoff zur Verhinderung eines Herpes zoster (HZ) beziehungsweise der durch HZ verursachten Nervenschmerzen (postherpetische Neuralgie) bei Personen ab 50 Jahren verfügbar. Die Stiko sieht zum gegenwärtigen Zeitpunkt davon ab, die Impfung mit diesem Impfstoff als Standard­impfung zu empfehlen.

Die Entscheidung basiert nach Angaben der Kommission auf der systematischen Bewertung der Daten zu Wirksamkeit, Schutzdauer und Sicherheit des Impfstoffs. So nehmen die Wahrscheinlichkeit, an HZ zu erkranken, und die Schwere der Erkrankung mit dem Alter deutlich zu, hingegen nimmt die Wirksamkeit der Impfung mit dem Alter ab, hieß es. Zudem sei die Schutzdauer der Impfung nur für wenige Jahre belegt. Eine mathematische Modellierung der zu erwartenden epidemiologischen Effekte bekräftige die Entscheidung. © EB/aerzteblatt.de

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