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Politik

TK will für Operationen einheitliche Preise in Kliniken und Praxen

Donnerstag, 24. August 2017

/ormy, stock.adobe.com

Berlin – Die Techniker Krankenkasse (TK) dringt auf gleiche Preise für vergleichbare medizinische Eingriffe im Krankenhaus und in Arztpraxen. „Bei diesen Leistungen muss endlich der Grundsatz ‚Gleiches Geld für gleiche Leistung’ gelten“, sagte der Leiter der Krankenhaus-Vertragsstrategie bei der TK, Jörg Manthey. So mache es bei der Behand­lung von Krampfadern qualitativ keinen Unterschied, ob der Eingriff im Krankenhaus oder in einer Praxis erfolge.

Die TK startet deshalb in Thüringen ein neues Vergütungsmodell, das vorerst bei Leistenbrüchen, Kreuzbandverletzungen oder Krampfadern getestet werde. Ein Sprecher erläuterte, in Thüringen koste die ambulante Operation eines Leistenbruchs gut 600 Euro, ob in einer Arztpraxis oder im Krankenhaus. Werde der Leistenbruch aber stationär behandelt, koste er dort 2.000 bis 2.500 Euro. Künftig solle dieser Eingriff nun 1.600 Euro kosten, egal ob er in einer Klinik oder Arztpraxis vorgenommen werde.

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Unnötige Eingriffe vermeiden

Für die TK bleiben damit solche Eingriffe insgesamt genau so teuer wie vorher bei den beiden unterschiedlichen Tarifen. Sie erhofft sich davon aber eine optimierte Versor­gung der Patienten und eine Reduzierung unnötiger Operationen. Bei Eingriffen im Grenzbereich zwischen Arztpraxen und Krankenhäusern müssten der medizinische Bedarf und die Interessen der Patienten darüber entscheiden, wo und in welchem Umfang der Eingriff durchgeführt werde.

Gleiche Preise für vergleichbare Leistungen im Krankenhaus und in Arztpraxen sind eine zentrale gesundheitspolitische Forderung der TK zur Stärkung der sektoren­übergreifenden Versorgung durch Kliniken und Praxen. Acht Kliniken, niedergelassene Operateure in der Region dieser Häuser sowie die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) beteiligen sich bisher an dem Projekt. Es stehe jedoch auch anderen Einrichtungen offen, so die TK.

Kritik an dem Modell kommt von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Sie streitet ab, dass es sich um identische Leistungen handelt. „Bei Leistungen, die sowohl ambulant als auch stationär durchgeführt werden können, sind sehr oft die Begleit­erkrankungen Grund für die stationäre Aufnahme“, sagte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Der Patient habe einen anderen Pflege- und Versorgungsbedarf.

Er verwies auch darauf, dass Krankenhäuser „völlig andere Vorhaltekosten als eine Arztpraxis“ haben, die in die DRG-Fallpauschalen einfließen. „Dies muss sich zwangs­läufig auch in der Vergütung von stationären Leistungen widerspiegeln, damit schwierigere Fälle weiterhin stationär versorgt werden können“, so Baum. Der TK müsse der Unterschied zwischen einer Leistenbruchoperation bei einem 90-jährigen multimorbiden Patienten oder einem ansonsten gesunden Erwachsenen klar sein. „Nicht umsonst spricht die Techniker Krankenkasse selber davon, dass man vergleich­bare Leistungen habe. Vergleichbar ist aber nicht gleich“, erläuterte Baum.

Er verwies zudem darauf, dass die Preise im Krankenhaus nicht von Krankenhäusern festgelegt werden, sondern über ein kompliziertes Kalkulationsverfahren unter Beteiligung der Krankenkassen. „Mit Populismus und Gleichmacherei wird man dem Versorgungsbedarf der Versicherten nicht gerecht“, erklärte der DKG-Hauptgeschäfts­führer. © dpa/may/aerzteblatt.de

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