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Medizin

Chikungunya-Fieber im sommerlichen Südfrankreich

Montag, 28. August 2017

Die asiatische Tigermücke /dpa

Stockholm – Im Département Var in der französischen Provence, sind in den letzten Wochen vier Menschen am Chikungunya-Fieber erkrankt. Alle Patienten leben im Umkreis von 200 Metern des Indexpatienten. Die französischen Behörden gehen von einer lokalen Ausbreitung aus und haben bereits Gegenmaßnahmen getroffen. Die zuerst in Afrika beobachtete Erkrankung wurde in den letzten Jahren immer wieder in den Mittelmeerländern beobachtet.

Infektionen mit dem Chikungunya-Virus führen zu einer fiebrigen Erkrankung mit Gelenkbeschwerden. Schwere Verläufe mit hämorrhagischem Fieber oder Todesfälle sind selten. Überträger des Virus ist die asiatische Tigermücke Aedes albopictus, die sich von der iberischen Halbinsel bis zum Balkan in der Umgebung des Mittelmeers festgesetzt hat. Das Virus wird vermutlich durch Reiserückkehrer eingeschleppt. Wenn diese zuhause von einer Tigermücke gestochen werden, kann es schnell zu einer lokalen Ausbreitung kommen.

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Die erste autochthone Epidemie wurde 2007 in der Region Emilia Romagna doku­mentiert. Damals erkrankten etwa 300 Menschen. Seit 2010 hat es in Kroatien, Italien und Frankreich immer wieder kleine Ausbrüche mit wenigen Erkrankungen gegeben. In Frankreich gibt es sogar einen nationalen Einsatzplan Chikungunya/Dengue, der eine schnelle Reaktion ermöglicht. In der Woche 32 und 33 wurde eine „Vektorkontrolle“ in der Umgebung des ersten Patienten durchgeführt. Außerdem gingen Mitarbeiter der Gesundheitsämter von Tür zu Tür, um weitere unerkannte Fälle aufzuspüren. Blutspenden wurden vorübergehend gestoppt und die Öffentlichkeit informiert. 

Das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) hat in einem Report keine Zweifel, dass es den französischen Behörden gelingen wird, den Ausbruch bald zu beenden. Bei den bisherigen acht Ausbrüchen waren maximal elf Personen erkrankt.

© rme/aerzteblatt.de

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