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Medizin

Neue Ernährungsregeln: Mehr Fett, weniger Kohlenhydrate könnten Sterblichkeit verringern

Dienstag, 5. September 2017

Für die Studienautoren entscheiden nicht gute und schlechte Nährstoffe über die Sterblichkeit. Hingegen setzt die DGE auf Qualität bei Fetten und Kohlenhydraten. /Yulia Furman, adobe.stock.com

Hamilton/Barcelona – Wer sich zu 35 Prozent von Fett ernährt, hat ein niedrigeres Sterblichkeitsrisiko als jene, die weniger Fett konsumieren. Hingegen steigt das Risiko zu sterben – nicht aber das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – wenn man mehr als 60 Prozent der Nahrung in Form von Kohlenhydraten zu sich nimmt. Die Forscher vom Population Health Research Institute (PHRI) of McMaster University and Hamilton Health Sciences in Kanada präsentieren die im Lancet (2017; doi: 10.1016/S0140-6736(17)32252-3) publizierten Ergebnisse letzte Woche beim Congress of the European Society of Cardiology in Barcelona. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) erklärt indes, warum die von den Forschern gewählten Referenzgruppen das Bild verzerren und aktualisiert ihre Ernährungsregeln.

Die Ergebnisse der Beobachtungsstudie erscheinen fast zeitgleich zur Aktualisierung der DGE. In den überarbeiteten 10 Regeln wurde die Warnung vor einem erhöhten Risiko für Übergewicht durch Fett beziehungsweise für Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch gesättigte Fettsäuren gestrichen. Ebenso hat sich die DGE entschieden, die Empfehlung für 60 bis 80 Gramm Fett pro Tag ersatzlos zu streichen. Die Fach­gesellschaft warnt zudem nicht mehr vor „unsichtbaren“ Fetten in Milchprodukten. 

Nach einem Diskussionsprozess, in dem ganz offensichtlich lange um Kompromisse gerungen wurde, hat die DGE nun einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht und etliche überholte Empfehlungen ‚entsorgt’“, sagt Johannes Scholl, Facharzt für Innere Medizin und Vorsitzender der Deutschen Akademie für Präventiv­medizin e. V., Rüdesheim. Er hatte die Empfehlungen im Frühjahr dieses Jahres kritisiert und eine Aktualisierung gefordert.

Er­näh­rungs­emp­feh­lung­en: Überarbeitung gefordert

Nachdem erneut Kritik an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) laut wurde, hat die Fachgesellschaft eine Aktualisierung der Empfehlungen bis Sommer 2017 angekündigt. In einem offenen Brief appellieren zwei Fachfrauen für Ernährung an die DGE-Präsidentin Prof. Ulrike Arens-Azevêdo: Die primärpräventiven Empfehlungen zur Nährwertrelation anhand aktueller Studien sollten

Gleichzeitig haben sich im DGE-Ernährungskreis die Referenzwerte nicht geändert: Er empfiehlt eine Ernährung mit einem moderaten Fettanteil von 30 Prozent (bei erhöhtem Energie Bedarf von PAL > 1,7 bis zu 35 Prozent) und einem Kohlenhydratanteil von mehr als 50 Prozent. Das entspreche den aus der Lancet-Studie abgeleiteten Empfehlungen, teilt die Fachgesellschaft auf Anfrage mit. Die DGE betont aber auch, dass die prozentuale Verteilung nicht im Mittelpunkt stünde: „Es geht in unserer westlichen Ernährung vielmehr um eine Verbesserung der Fett- und Kohlenhydratqualität.“

Obst und Gemüse: Mehr als 500 Gramm pro Tag haben nur geringfügigen Vorteil

Mit diesen Änderungen kommt die DGE der im Frühjahr 2017 geäußerten Kritik ein gutes Stück entgegen. Auch die aktuellen Ergebnisse der Prospective-Urban-Rural-Epidemiology-(PURE-)Studie zeigen, dass die Änderungen in die richtige Richtung gehen. Im Rahmen der Studie haben Forscher um Mahshid Dehghan die Ernährungs­gewohnheiten von mehr als 135.000 Menschen von fünf Kontinenten über durch­schnitt­lich 7,5 Jahre ausgewertet. Das niedrigste Mortalitätsrisiko hatten jene, die drei bis vier Portionen Obst, Gemüse oder Hülsenfrüchte pro Tag aßen. Das entspricht 375 bis 500 Gramm. Größere Mengen hatten nur einen geringfügigen zusätzlichen gesundheitlichen Vorteil.

Menschen, die sich zu etwa 35 Prozent von Fett ernähren – egal ob gesättigt oder ungesättigt, haben ein um 23 Prozent geringeres Mortalitätsrisiko als jene, die nur 11 Prozent Fett zu sich nehmen. Mahshid Dehghan

Fette: Uneinigkeit über prozentualen Anteil 

Darüber hinaus berichten die Forscher über eine geringere Sterblichkeit bei Menschen, die mehr Fett zu sich nahmen, als es derzeit von der DGE mit 30 Prozent empfohlen wird. Menschen die sich zu etwa 35 Prozent von Fett ernähren – egal ob gesättigt oder ungesättigt, haben ein um 23 Prozent geringeres Mortalitätsrisiko als jene, die nur 11 Prozent Fett zu sich nehmen“, erklärt Erstautor Mahshid Dehghan auf Anfrage des Deutschen Ärzteblattes die Ergebnisse. Bei den Todesursachen handle es sich vor allem um Krebs, Infektionen und Atemwegserkrankungen.

Für die Experten der DGE ist nur schwer nachzuvollziehen, warum in der PURE-Studie die unterste Zufuhrgruppe als Referenzgruppe ausgewählt wurde. „Dies ist beispiels­weise die Gruppe mit einer medianen Fettzufuhr von nur 10,6 Energie-Prozent. Diese Gruppe weist offensichtlich ein (aus anderen Gründen) erhöhtes Krankheits- und Sterblichkeitsrisiko auf", teilt die DGE mit. Verwende man hingegen die 2. oder 3. Quintile als Referenzgruppe, so zeigten die Ergebnisse der PURE-Studie, dass bei einer Ernährung, die den Richtwerten der DGE nahekommt (also 30–35 En% aus Fett), kein erhöhtes Risiko für Mortalität und kardiovaskuläre Morbidität zu erkennen sei.

„Nur bei einer Ernährung mit einer extrem geringen Fettzufuhr (< 10 En%) beziehungsweise mit einer extrem hohen Kohlenhydratzufuhr (> 70 En%) zeigt sich eine Erhöhung des Risikos. Dies sind Zufuhrbereiche, die in westlichen Ländern unrealistisch sind und so von der DGE nicht empfohlen werden.“

Die Studienautoren gehen sogar noch weiter. Es würde keinen Unterschied machen, ob es sich bei dem Fett um gesättigte oder (mehrfach) ungesättigte Fettsäuren handle. Ausgerechnet gesättigte Fettsäuren sollen mit einem geringeren Schlaganfallrisiko in Verbindung stehen. Zu diesem Ergebnis kamen laut Erstautor Mahshid Dehghan bereits frühere Kohortenstudien aus Japan.

Kohlenhydrate: Schlechte Qualität verursachte laut DGE die hohe Sterblichkeit 

Dass ein hoher Kohlenhydratanteil von mehr als 60 Prozent mit einer höheren Sterb­lichkeit assoziiert war, verwundert die DGE wenig: „Wie die Daten im Supplement zeigen, erfolgte die hohe Zufuhr von Kohlenhydraten in der PURE-Studie vornehmlich in Form von verarbeiteten Kohlenhydraten, wie Weißbrot, weißer Reis und zugesetzter Zucker.“ Bereits frühere Studien hätten gezeigt, dass sich eine Verminderung der Zufuhr von einfachen Zuckern und raffinierter Stärke durch eine erhöhte Zufuhr von insbeson­dere ungesättigten Fetten gesundheitsförderlich auswirkt. Die Qualität der Kohlen­hydrate und die Zufuhr von Ballaststoffen sei jedoch in der vorliegenden Publikation nicht berücksichtigt worden. 

Dehghan ist überzeugt, dass es keine guten oder schlechten Nährstoffe gebe. Vielmehr würden die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Zusammenhang zwischen Nähr­stoffen und Krankheiten weit komplexer sei, als bisher angenommen. „Das Risiko könnte allein von der konsumierten Menge abhängen“, sagt Dehghan. Wie viele Kalorien die einzelnen Vergleichsgruppen insgesamt konsumiert hatten, wurde in der Studie jedoch nicht erfasst. Dehghan geht davon aus, dass die Gruppen vergleichbar viele Kalorien zu sich nahmen.  © gie/aerzteblatt.de

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´hajodba@gmx.de
am Montag, 11. September 2017, 11:06

"Im Grund haben Sie, werter Herr "Practicus", mit Ihrem "Verlgeich" ja so recht"

Wenn es ha nur nicht die Tatsache gäbe, um bei Ihrem "Vergleich" zu
bleiben, so manche "junge Sau verjagt" wurde, bevor die den "Dorfrand
erreichen" konnte. Galt es doch die "Futterträge der alten Schweine"
absichern". Oder anders ausgedrückt, die "eigenen Empfehlungen" vor
"anderslautenden Erkenntnissen" zu schützen.

Als "über 70-jähringen Typ-2-Diabetiker" tangieren mich sei Jahren
die "evidenzbasierten Empfehlungen einer Fachgesellschaft", in denen
eine "kohlenhydratreiche" sowie zugleich "fett- und proteinreduzierte
Ernährung" festgeschrieben war. Und dies "propagierte" man u.a. in
einem "typischen Aufsatz" mit dem recht "elitären" Titel:

"Was Ihr Diabetiker essen darf"

Als "Aufforderung an die Diabetologen", Nun wäre dies nicht weiter
schlimm, wenn diese "Ansichten" nicht von "Richtern aufgegriffen"
worden wäre, So ist in der "Entscheidung in einem Sozialrechtsstreit",
in der die "Stellungnahme einer Fachgesellschaft" aufgegriffen wurde,
sinngemäß zu lesen:

"Wenn sich der .... ("Diabetiker Typ 2"
von ca, 1.000 Kalorien pro Tag ernährt
.....(und bei einem Discounter einkauft)
..... kann er ,,,, Geld sparen".

Leider besaß diese Gerichtsentscheidung "präjudizierende Folgen"
für andere Diabetiker.
Bemerkenswert ist dabei, dass zum "Zeitpunkt diese Gerichtsentschei.
dung" es seit mehreren Jahren das Buch von Dr. Nicolai Worm über die
"LOGI-Methode" gab. Das aber von "Experten einer Fachgesellschaft"
vehement "bekämpft" wurde. Und leider in der "Sozialgerichtsbarkeit"
keine Beachtung fand, weil man den "evidenzbasierten Ernährungsempfeh-
lungen" mehr Glaube schenkte.

Als "älterer Typ-2-Diabeikter der kein Insulin spritzt", hoffe ich
sehr, dass sich die "Erkenntnisse dieser Studie" durchsetzen, Zeit
wäre es wohl, auch im "Interesse der Patienten".

H. Jürgen Barth, Rodalben
Practicus
am Donnerstag, 7. September 2017, 02:49

Ein alter Kollege

hat das schon vor Jahrzehnten so formuliert:
"Wie sich der Mensch richtig ernährt, weiß nur der liebe Gott allein - aber er verrät es nicht!"
Die Ernährungsissenschaftler jagen alle 10 Jahre eine andere Sau durchs Dorf, angeblich evidenzbasiert, um das ganze wegen neuer Evidenz wieder auf den Kopf zu stellen...
Immer, wenn die Mnschen den Ernährungsempfehlungen folgen, stellt sich nach ein paar Jahren heraus: Sorry, war doch nicht ganz richtig...
Ernährungsmedizin tut alles, um sich in der Nähe der Esoterik zu positionieren
´hajodba@gmx.de
am Mittwoch, 6. September 2017, 13:53

"Vielen Danl, Dr. Schätzler, für Ihre Asuührungen"

Gewiss steht es mir als einem "medizinischen Laien" nicht zu, diese
Ausführungen zu kommentieren. Allerdings sicher "zustimmen". Denn als
"über 70-jähriger Typ.2-Diabetiker, der kein Insulin spritzt", kämpfe
ich seit Jahren "gegen die Empfehlungen der Fachgesellschaften" Und
aktuell warte ich darauf, in einem "Sozialgerichtsverfahren" mit einer
Revision zum BSG zu gelangen, nachdem Gegenseite zugestimmt hat.

Ich vertrete dabei die Ansicht, dass gerade "wir älteren Diabetiker",
wenn wir "kein Insulin spritzen" wollen, uns mit der "LOGI-Methode"
optimal ernähren. Nur stehen die "Worte der Fachgesellschaften" dem
"Wort eine älteren Diabetikers" entgegen. Dabei habe ich, in enger
Abstimmung mit meinem Diabetologen, für mich ein "Selbstmanagement
meines Diabetes Typ 2" entwickelt, womit ich recht erfolgreich bin.
Seit geraumer Zeit komme ich mit "50% meiner vorherigen Antidiabetika"
aus und habe "konstant HbA1c-Werte von unter 7%", Zum Vergleich: bei
der Diagnose im Jahre 200 2002 betrug der "HbA1c-Werr 12,80%". Danach
bekam ich einige Jahre die täglichen "Höchstdosierungen zweier Medika-
menten". Man kann dabei bei mir von "Erfahrungen" ausgehen.,

Daher nochmals vielen Dank, Dr. Schätzler, ich kann Ihre Ausführungen
sehr gut verwenden.

H. Jürgen Barth, Rodalben


PS: Ich bin jetzt auch bei "Facebook" erreichbar.
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Dienstag, 5. September 2017, 21:01

Die DGE - nichts begriffen, nichts dazugelernt!

Die Publikation: "Associations of fats and carbohydrate intake with cardiovascular disease and mortality in 18 countries from five continents (PURE): a prospective cohort study" von Mahshid Dehghan et al. http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(17)32252-3/fulltext
ist eine Meilenstein-Studie, was rationale, kritisch-konstruktive Ernährungsempfehlungen und kardiovaskuläre Erkrankungsrisiken bzw. allgemeine Mortalitätsdaten angeht.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte mit ihrem bisherigen "Fettaugen-Zählen" bzw. ihren Low-Fat- und High-Carb-Strategien, welche sie entgegen allen Low-Carb- und High-Fat- Experten-Voten (stellvertretend Prof. Nicolai Worm) nahezu postfaktisch mit Vehemenz vertreten hatte, zunächst einmal herbe Selbstkritik leisten.

Denn dass die DGE mit ihren 10-Punkte-Regeln auf einen fahrenden Zug aufspringen, zugleich bei PURE-Detailkritik aber punkten will, spricht für fehlend Einsicht und Reflexionsfähigkeit bei gleichzeitig unangemessener Selbstüberschätzung.

Die vorauslaufende Publikation: "Association of Changes in Diet Quality with Total and Cause-Specific Mortality" von Mercedes Sotos-Prieto et al. http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1613502
war formal und inhaltlich eine vorläufige Ergänzung zur aktuellen PURE-Studie: Mehr und qualitativ hochwertige Fette waren gefordert, statt der erst kürzlich endlich revidierten, irrigen Kohlenhydrat-Mast-Empfehlungen durch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) http://www.t-online.de/gesundheit/ernaehrung/id_82039784/tid_amp/deutsche-gesellschaft-fuer-ernaehrung-dge-aendert-empfehlungen.html

1. Wenn bei Teilnehmern, die sich nach den Regeln des “Alternate Healthy Eating Index”/AHEI (Ernährungsempfehlung der US-amerikanischen Regierung) ernähren, welcher Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Fisch, weißes Fleisch (?), Soja, Hülsenfrüchte, Tofu, ungesättigte Fettsäuren und ungesüßte Getränke bevorzugen soll, das allgemeine Sterberisiko (“all-cause mortality”) auf 0,91 (95% Konfidenzintervall (KI) 0,85 – 0,97) gegenüber 1,0 der Vergleichsgruppe mit konventioneller Ernährung sinkt. 

2. Wenn unter den “Dietary Approaches to Stop Hypertension”/DASH (speziell für Hypertoniker empfohlenen AHEI Ernährung mit zusätzlicher Verringerung von Kochsalz durch alternative Verwendung von Kräutern und Gewürzen, fettarmer Milch, wenig rotem Fleisch) das Sterberisiko der Teilnehmer auf 0,89 (95% KI 0,84 – 0,95) gegenüber 1,0 sinkt. 

3. Und wenn unter der “Alternate Mediterranean Diet” (AMD) das Sterberisikos sogar auf 0,84 (95% KI, 0,78 – 0,91) gegenüber 1,0 der Vergleichsgruppe mit konventioneller Ernährung sinkt... 

Dann hat doch die AMD als eine für Mittelmeerländer typische Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Salat, Fisch und fettreichem Käse, aber auch Weißbrot, bzw. Pasta und Pizza als Vorspeisen (!), Rotwein, rotem Fleisch, reichlich pflanzlichen Ölen und fettreichen Nüssen und keinem Zwang zu fettarmen Milch-(Produkten) rein statistisch die besten Ergebnisse gezeigt. 

Aber die Schlussfolgerungen von “Association of Changes in Diet Quality with Total and Cause-Specific Mortality” von Mercedes Sotos-Prieto et al.http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1613502 lauteten ganz unverbindlich: “Conclusions – Improved diet quality over 12 years was consistently associated with a decreased risk of death (Funded by the National Institutes of Health)”, also die verbesserte Qualität a l l e r drei Ernährungsvarianten und veränderten Ernährungsgewohnheiten bewirken eine übereinstimmende Assoziation zur Senkung des Sterberisikos. 

Zugleich behaupten die Autorinnen und Autoren aber auch, je länger und konsequenter diese Diätveränderungen über 12 Jahre eingehalten würden, hätten der Alternate Healthy Eating Index (AHEI) score mit 14% allgemeiner Sterberisiko-Senkung besser als der Alternate Mediterranean Diet (AMD) score mit 11% bzw. der DASH score mit nur 9% abgeschnitten. [“Among participants who maintained a high-quality diet over a 12-year period, the risk of death from any cause was significantly lower — by 14% (95% CI, 8 to 19) when assessed with the Alternate Healthy Eating Index score, 11% (95% CI, 5 to 18) when assessed with the Alternate Mediterranean Diet score, and 9% (95% CI, 2 to 15) when assessed with the DASH score — than the risk among participants with consistently low diet scores over time.”] 

Am höchsten sei das allgemeine Sterberisiko für diejenigen mit konstant niedrigen Diät-Scores über die 12 Beobachtungsjahre gewesen. Keineswegs sind die folgenden Diäten untereinander hochsignifikant besser oder schlechter: 
1. Der veränderte "Gesunden Ernährungs-Index-Score“ 
2. Die veränderte "mediterrane Diät" 
3. Der "diätetische Zugang zum Hypertonie-Stopp" 
["Alternate Healthy Eating Index–2010 score, the Alternate Mediterranean Diet score, and the Dietary Approaches to Stop Hypertension (DASH) diet score"]. 

Mit Spannung warte ich auf eine aktualisierte 11. Ernährungs-Regel der DGE, mit der sie endlich zerknirscht ihre eigenen krassen historischen Fehleinschätzungen zugibt und zukünftige Besserung gelobt!
http://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z.Zt. Ramatuelle/F)

Quellen: "Association of Changes in Diet Quality with Total and Cause-Specific Mortality" von Mercedes Sotos-Prieto et al.
http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1613502
und
https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/bluthochdruck/article/940439/besser-essen-laenger-leben-studie-belegt-wirkung-dash-diaet.html

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