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Ärzteschaft

Frauenärzte weisen auf Influenza-Impfung für Schwangere hin

Dienstag, 29. August 2017

/Africa Studio, stock.adobe.com

Berlin – Auf die Bedeutung einer Influenza-Impfung für Schwangere haben heute der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) und der Berufsverband der Kinder- und Jugend­ärzte (BVKJ) hingewiesen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt seit 2010 diese Impfung für alle Schwangeren. Laut dem Zentral­institut für die Kassenärztliche Versorgung Deutschlands (Zi) ist aber nur jede zehnte Schwangere in Deutschland entsprechend immunisiert.

„Die Impfung kann zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft durchgeführt werden. Sie schadet weder der Schwangeren noch dem Embryo, wie zahlreiche Untersuchungen gezeigt haben“, informieren die Berufsverbände. Frauen mit zusätzlichen Risiken wie Herz- oder Lungenerkrankungen sollten im ersten Trimester geimpft werden. Ansons­ten werde eine Impfung, sofern sie nicht bereits vor der Schwangerschaft durchgeführt wurde, erst ab dem zweiten Trimester empfohlen, um zu verhindern, dass die Immuni­sie­rung in einen Zusammenhang mit einem der häufigen Frühaborte gebracht werden könne.

BVF und BVKJ weisen auf vier wichtige Argumente für die Impfung hin: Schwere Infek­tionen gingen mit einem erhöhten Risiko für einen vorzeitigen Wehenbeginn, für Fehl- und Frühgeburten einher. In der Schwangerschaft sei das Immunsystem zudem bekanntlich herunterreguliert. Dadurch verliefen Grippe-Infektionen häufig schwerer als bei Nicht-Schwangeren. Zum Dritten würden die mütterlichen Antikörper nach der Impfung auch auf den Embryo weitergegeben, der dadurch in den ersten extrauterinen Lebensmonaten vor Influenza-Infektionen weitgehend geschützt sei.

Nicht zuletzt erhöhten fieberhafte Infektionen und Bettlägerigkeit das Risiko für Thrombosen und Lungenembolien. Dieses Risiko sei in der Schwangerschaft ohnehin erhöht, die Risiken potenzierten sich, wenn eine Schwangere an Influenza erkranke.

Allerdings habe eine Immunisierung in der Schwangerschaft nur eine Erfolgsrate von etwa 50 Prozent, was auf das herabregulierte Immunsystem zurückgeführt werde. Die Berufsverbände empfehlen, trotzdem den Versuch zu machen, einen Schutz gegen Influenza aufzubauen. Lehne die Schwangere die Impfung ab, empfehlen BVF und BVKJ, diese Entscheidung zu dokumentieren. © hil/aerzteblatt.de

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rol1
am Montag, 2. Oktober 2017, 12:09

No association between influenza vaccination during pregnancy and adverse birth outcomes

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0264410X17305753
Pro-Natur
am Sonntag, 1. Oktober 2017, 19:29

The CDC has just published a seismic study (Donahue et al. 2017 Vaccine 35:5314) linking spontaneous abortions in women to flu vaccines

"The CDC has just published a seismic study (Donahue et al. 2017 Vaccine 35:5314) linking spontaneous abortions in women to flu vaccines. The study reviewed data for the 2010-11 and 2011-12 flu seasons. Women vaccinated with the inactivated influenza vaccine (IIV) in the 2010-2011 season were 3.7 times more likely to experience a spontaneous abortion within 28 days than women not receiving the vaccine. Over the entire study period (2010 to 2012), the odds for a spontaneous abortion for vaccinated women were 2.0 times greater than for those women not receiving the flu vaccine. Both figures showed a statistically significant increase in miscarriages when women received their flu shot. Most alarmingly, in women who received the H1N1 vaccine in the previous flu season, the odds of spontaneous abortion in the 28 days after receiving a flu vaccine was 7.7 times greater.

The vast majority of these flu vaccines were multi-dose formulations, containing 25 micrograms of mercury via the preservative thimerosal. In those years, out of approximately 150 million flu shots given in the U.S. annually, less than 50 million or 34% of those vaccines available for pregnant women were thimerosal-free." http://vaccineimpact.com/2017/cdc-study-shows-up-to-7-7-times-the-risk-of-miscarriage-after-influenza-vaccine/
I thought that the German government was interested in more live births, not more spontaneous abortions.

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