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Politik

Methadon als Krebsmittel: Bundesregierung äußert sich zurückhaltend

Dienstag, 29. August 2017

Berlin – Über die Frage, ob Methadon als Krebsmedikament zum Einsatz kommen sollte, wird derzeit heftig gestritten. Die Bundesregierung äußert sich nun sehr zurückhaltend. „Die Annahme zur positiven Wirkung von Methadon in der Krebs­behand­lung wurde bisher noch nicht nach geltenden wissenschaftlichen Prinzipien in Untersuchungen am Menschen bestätigt, sondern bezieht sich auf Erkenntnisse präklinischer Forschung“, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag.

Ergebnisse aus präklinischen Experimenten – Zellkulturen und Tierversuche – ließen sich „oft nicht bei der klinischen Testung am Menschen bestätigen“, schreibt die Regierung weiter. Selbst wenn eine retrospektive Beobachtung an Patienten die dar­gestellten Zusammenhänge vermuten ließe, müssten die Annahmen zur Wirkung von Methadon erst in vorab konzipierten und kontrollierten (prospektiven) klinischen Studien bestätigt werden.

Bislang keine Aussagen zur Wirkung möglich

Diese müssten sich „mit Fragen der Sicherheit, der richtigen Dosierung und der Wirk­samkeit von Methadon in der Behandlung von Krebs beschäftigen“, geht aus der Ant­wort hervor. „Erst nach Vorliegen der Ergebnisse solcher Studien sind Aussagen zur Wirkung von Methadon in der Krebsbehandlung ausreichend wissenschaftlich fundiert“, erklärt die Regierung weiter.

Sie weist zudem darauf hin, dass sie derzeit keine Projekte zur Erforschung von Metha­don als Krebsmittel fördert. Im Rahmen der Fördermaßnahme „Klinische Studien mit hoher Relevanz für die Patientenversorgung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sei seit 2013 auch kein Antrag zur Erforschung von Methadon als Krebsmittel gestellt worden, heißt es. Grundsätzlich seien aber die Ausschreibungen des BMBF und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) themenoffen.

Zur Förderung kämen solche Studien, die durch ein unabhängiges Expertengremium als vielversprechend und wissenschaftlich qualitativ hochwertig eingestuft werden und bei denen erste Hinweise auf die Wirksamkeit der Behandlung beim Menschen bereits vorliegen.

Fachgesellschaften, allen voran Onkologen und Schmerzmediziner, hatten vor dem Einsatz von Methadon und überzogenen Erwartungen der Patienten gewarnt. Auch sie haben immer wieder auf die mangelhafte Studienlage verwiesen. © may/hib/aerzteblatt.de

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