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Medizin

Telemedizin geeignet für Versorgung von Parkinsonpatienten

Mittwoch, 30. August 2017

/PR Image Factory, stock.adobe.com

Rochester – Für Patienten, die an Parkinson erkrankt sind, kann ein regelmäßiger Kontakt mit einem Neurologen via Telemedizin genauso effektiv sein wie ein Besuch in der Arztpraxis. Ray Dorsey und Kollegen am Medical Center der University of Rochester berichten in der Fachzeitschrift Lancet Neurology über die Ergebnisse ihrer klinisch randomisierten Studie (2017; doi: 10.1016/S1474-4422(17)30167-9).

Telemedizin ist in der Neurologie besonders in der Schlaganfallversorgung bekannt. In Regionen, in denen keine ausreichenden Grundversorgung durch Neuro­logen und Stroke Units gesichert ist, können neurologische Konsile über Telefon und Videokontakt eine Hilfe in der Beurteilung und Behandlung von akuten Schlaganfällen liefern. 

Lange Wege belastend

Doch auch in der Behandlung von Parkinsonpatienten könnte in unterversorgten Gebieten die Telemedizin Vorteile bieten. Für die immobilen Patienten können lange Wege zu einem Facharzt belastend sein. Bei einem Morbus Parkinson sind besonders die Anamnese und die Inspektion von Bewegungsabläufen entscheidend für die Therapie. Dies könnte die Erkrankung zu einem idealen Kandidaten für die Beurteilung per Telemedizin machen, so die Wissenschaftler.

Die Forscher randomisierten 195 Parkinsonpatienten in zwei unterschiedliche Behand­lungsgruppen. Während eine Patientengruppe die übliche neurologische Versorgung in einer Praxis erhielt, konnten Patienten der Experimentalgruppe zusätzlich dazu inner­halb eines Jahres viermal ein telemedizinisches Konsil mit einem Neurologen nutzen. Diesen Neurologen hatten die Patienten zuvor noch nicht gesehen. Die Patienten konnten die Konsile bequem von zu Hause aus durchführen.

Es zeigte sich, dass telemedizinische Konsile ähnliche Behandlungsergebnisse erbrachten wie die persönlichen Besuche beim Neurologen. Durch die Telemedizin konnten den Patienten im Durchschnitt 60 Kilometer An- und Abreise zu einem Neurologen erspart werden. Die Lebensqualität, die per Parkinson’s Disease Questionnaire-39 verglichen wurde, war in beiden Gruppen ähnlich.

Die Studie zeigt laut der Forscher, dass telemedizinische Konsile ebenso effektiv sein können wie ein persönlicher Besuch beim Facharzt. Die Konsile könnten daher für immobile Patienten, die in einem neurologisch unterversorgten Gebiet leben, eine zusätzliche Option zur herkömmlichen Versorgung sein, so ihr Fazit. © hil/aerzteblatt.de

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