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Medizin

Bendamustin: Erhöhte Mortalität in Studien zur Off-Label-Anwendung

Donnerstag, 31. August 2017

Bonn – Das Zytostatikum Bendamustin, das wegen eines vergleichsweise günstigen Nebenwirkungsprofils gerne bei älteren Patienten zur Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie eingesetzt wird, hat in zwei Studien die Sterb­lichkeit der Patienten erhöht. Die Patienten waren mit einer Kombination von Bendamustin und Rituximab behandelt worden, was vermutlich aufgrund einer verlängerten Lymphozytopenie das Infektionsrisiko erhöht hat.

Die Todesfälle waren in zwei Studien aufgetreten. In der BRIGHT-Studie war Benda­mustin in Kombination mit Rituximab als Primärtherapie des indolenten Non-Hodgkin-Lymphoms (NHL) oder des Mantelzelllymphoms (MCL) eingesetzt worden. Im Vergleich zu den Standard-Rituximab-Chemotherapie-Kombinationen (Rituximab plus Cyclophos­phamid, Doxorubicin, Vincristin und Prednison als „R-CHOP“, oder Rituximab plus Cyclophosphamid, Vincristin und Prednison als „R-CVP“) war es zu einem Anstieg der Todesfälle gekommen.

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Die GALLIUM-Studie hatte mehrere Kombinationen bei Patienten mit bisher unbehan­delten follikulären Lymphomen verglichen. Unter der Behandlung mit Obinutuzumab plus Bendamustin waren 19 Patienten (5,6 Prozent) gestorben. Die Kombination Rituximab plus Bendamustin hatte 15 Todesfälle (4,4 Prozent) zur Folge gegenüber einer Sterblichkeit von 1,6 bis 2 Prozent unter den Standardtherapien mit Cyclophos­phamid, Doxorubicin, Vincristin und Prednison (CHOP)-Rituximab, CHOP-Obinutuzu­mab, Cyclophosphamid-Vincristin-Prednison-(CVP-)Rituximab und CVP-Obinutuzumab.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vermutet, dass die verlängerte Lymphozytopenie, zu der es unter der Kombination von Bendamustin mit Rituximab kommt, für die Todesfälle verantwortlich ist. Das BfArM warnt, dass die Lympho­zytopenie mindestens 7 bis 9 Monate nach Beendigung der Behandlung anhält. © rme/aerzteblatt.de

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