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Bombenfund: Massenevakuierung betrifft auch Krankenhäuser in Frankfurt

Freitag, 1. September 2017

Im Frankfurter Stadtteil Westend wurde auf einer Baustelle eine englische Luftmine gefunden. Die Bombe, die unter dem blauen Zelt liegt, soll am Sonntag entschärft werden. /dpa

Frankfurt am Main – Nach dem Fund einer 1,8 Tonnen schweren Weltkriegsbombe in Frankfurt am Main laufen in der Stadt die Vorbereitungen für eine große Massen­evakuierung. Am Sonntag müssen für die Entschärfung der Bombe mehr als 60.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen, wie die Behörden mitteilten. Betroffen sind auch Krankenhäuser und Altenheime. Tausende Einsatzkräfte sollen für einen sicheren Ablauf sorgen.

Das Stadtgebiet wird zentrumsnah im Umkreis von 1,5 Kilometern um die Bombe evakuiert. Am Rande dieses Bereichs liegt das Bürgerspital. Die Klinik wurde nach eigenen Angaben gestern gegen 13 Uhr durch den Krisenstab der Stadt über die Evakuierung informiert. Seit diesem Zeitpunkt erarbeitet ein Krisenstab des Kranken­hauses gemeinsam mit dem Krisenstab der Stadt einen Zeit- und Ablaufplan für die Verlegung der Patienten aus.

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„Nach aktuellem Kenntnisstand wird die Evakuierung sukzessive und geordnet von Station zu Station erfolgen. Ziel ist es, das Krankenhaus bereits am Samstag­nach­mittag geräumt zu haben“, hieß es aus dem Krankenhaus. Die notwendige Logistik dazu werde derzeit erarbeitet. Nach aktuellem Informationsstand sollen die Patienten im Anschluss an die Bombenentschärfung am Sonntag­abend zurückkehren.

Wie viele Patienten tatsächlich evakuiert werden müs­sen, ist im Augenblick noch unklar, da bei einigen Patienten noch nicht klar sei, ob sie aus medizinischer Sicht nach Hause entlassen werden können oder in ein anderes Krankenhaus verlegt werden müssen. Außerdem verschiebt die Klinik geplante und nicht akute Operationen. Diese Patienten wurden und werden entsprechend informiert. Ambulante Operationen und Operationen, nach denen die Patienten nur eine Nacht im Krankenhaus verweilen müssen, sollen auch heute noch erfolgen.

Die Notaufnahme des Krankenhauses wird bis nach der Bombenentschärfung nicht von Rettungswagen angefahren. Der ärztliche Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung wird aber bis Samstag weiterarbeiten.

Andere Kliniken springen ein

Laut der Klinik ist besonders die Verlegung der Patienten der Klinik für Neonatologie sowie der Mütter und Kinder der Frauenklinik und der übrigen Intensivpatienten planungsintensiv. „Es freut mich sehr, dass sich die nicht betroffenen Krankenhäuser umgehend bei uns gemeldet haben, und direkt ihre Unterstützung angeboten haben“, sagte Oliver Schwenn, ärztlicher Direktor des Bürgerhospitals Frankfurt.

Die Klinik betont, dass die Mitarbeiter des Krankenhauses ihre Patienten entsprechend dem Bedarf während des Transports und auch während ihres Aufenthalts in anderen Krankenhäusern betreuen werden.

Die Bombe, die mit 1,4 Tonnen Sprengstoff eine enorme Kraft hat, war am Dienstag auf einer Baustelle nahe der Frankfurter Universität gefunden worden. Die Entschärfung sei eine „wahnsinnige Herausforderung“, sagte der Leiter des Kampfmittelräumdiensts, Dieter Schwetzler. Die Bombe besitzt nach Angaben der Experten drei Zünder.

Entschärfung dauert bis etwa 20 Uhr

Die mehr als 60.000 von der Evakuierung betroffenen Bürger müssen am Sonntag­morgen ab 6 Uhr ihre Wohnungen verlassen. Ab 8 Uhr will die Polizei das Räumungs­gebiet sperren und mit hunderten Beamten prüfen, ob sich niemand mehr dort auffällt. Die Verantwortlichen machten deutlich, dass keine Ausnahmen möglich seien. Für Menschen, die nicht woanders unterkommen können, öffnet die Stadt große Hallen unter anderem auf dem Messegelände. Darin ist Platz für mehrere Tausend Menschen.

Erst nach der Überprüfung des Sperrgebiets durch die Polizei beginnt die eigentliche Entschärfung, damit wird ab Sonntagmittag gerechnet. Dafür werden etwa vier Stunden veranschlagt. Nach erfolgreicher Entschärfung sollen zunächst alte und kranke Menschen wieder zurückgebracht werden. Die Behörden rechnen damit, dass dann gegen 20 Uhr alle Bürger wieder nach Hause können.

Die Zahl der eingesetzten Beamten für die Evakuierung wird sich laut der Stadt im vierstelligen Bereich bewegen. Genauere Angaben gibt es im Augenblick nicht. Hinzu kommen noch rund tausend Einsatzkräfte von Feuerwehr und Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz. © hil/afp/aerzteblatt.de

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