Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Geburtsfehler: Klinik muss über eine halbe Million Euro bezahlen

Freitag, 1. September 2017

Offenburg – Wegen schwerer Behandlungsfehler bei einer Frühgeburt müssen das Ortenau-Klinikum in Lahr und ein Arzt mehr als eine halbe Million Euro Schmer­zens­geld bezahlen. Eine heute schwerbehinderte Achtjährige bekommt 550.000 Euro plus Zinsen, sagte ein Sprecher des Landgerichts Offenburg nach einem Urteil (Az.: 3 O 386/14).

Klinik und der damals zuständige Arzt hätten nicht beweisen können, dass es ohne ihre Fehler auch zu Hirnblutungen gekommen wäre, befand das Gericht heute. Sie müssen auch für Zukunftsschäden des Mädchens haften. Das Kind sitzt im Rollstuhl und kann weder sprechen noch sehen. Bei der Frühgeburt des Kindes im Jahr 2008 war es zu Komplikationen gekommen. Das Mädchen erlitt Hirnblutungen, die unter anderem Bewegungsstörungen, Blindheit und Epilepsie auslösten.

Auch ein materieller Schadenersatz steht dem Mädchen nach Ansicht des Gerichts zu. Die geforderte Summe von 65.000 Euro müsse aber noch geklärt werden. Die Klage gegen eine weitere Ärztin wurde aus Mangel an Beweisen abgewiesen. Das Gericht hatte beiden Seiten zuvor einen Vergleich in Höhe von 615.000 Euro Schmerzensgeld an die Familie vorgeschlagen.

Einem Justizsprecher zufolge war in dieser Summe bereits der materielle Schaden­ersatz eingerechnet. Die Klinik lehnte das jedoch ab. Ob diese nun gegen das Urteil vorgeht, war zunächst offen. Der Verteidiger kündigte an, es zunächst prüfen zu wollen. Ihm zufolge würde ein Versicherer die Summe zahlen. © dpa/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

18. Juni 2018
Celle – Wer Sozialleistungen kassiert und zugleich hohe Geldsummen aus dem Ausland überwiesen bekommt, kann nach einem Urteil des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen nicht einfach behaupten, es
Sozialhilfeempfänger müssen private Darlehen dokumentieren
8. Juni 2018
Oldenburg – In der Mordserie an Krankenhauspatienten warten die Ermittler immer noch auf die Exhumierung von drei möglichen Opfern in der Türkei. Die Oldenburger Staatsanwaltschaft hatte per
Patientenmorde: Ermittler warten auf Ergebnisse aus der Türkei
6. Juni 2018
Erfurt – Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (KVT) darf Ärzten keine Patienten mehr zwangsweise zuweisen. Das hat das Thüringer Landessozialgericht heute in Erfurt entschieden. Für eine solche
Landessozialgericht Thüringen untersagt Zwangszuweisung von Patienten
6. Juni 2018
Osnabrück – Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Ralf Brauksiepe (CDU), will von medizinischen Behandlungsfehlern Betroffenen die juristische Durchsetzung von Haftungsansprüchen erleichtern.
Patientenbeauftragter will Durchsetzung von Haftungsansprüchen erleichtern
5. Juni 2018
Berlin – Sowohl die Zahl der vermuteten als auch die Zahl der bestätigten Behandlungsfehler ist im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Das geht aus der Jahresstatistik 2017 des
Zahl der Behandlungsfehler weiter gesunken
31. Mai 2018
Luxemburg – Der katholische Chefarzt einer konfessionellen Klinik in Deutschland darf aus Sicht des zuständigen EU-Gutachters nicht entlassen werden, weil er nach einer Scheidung wieder geheiratet
EU-Gutachter: Wiederheirat kein Kündigungsgrund für katholischen Arzt
29. Mai 2018
Göttingen – Krankenhausträger dürfen ihre Mitarbeiter nicht abmahnen, wenn diese aufgrund eines Personalmangels auf einer Station subjektiv eine Gefahrenlage erkennen und eine Gefährdungsanzeige

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige