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Politik

Zahl der Masernfälle in Nordrhein-Westfalen deutlich gestiegen

Freitag, 1. September 2017

Düsseldorf – Nordrhein-Westfalen hat im laufenden Jahr von allen Bundesländern die bisher höchste Zahl an Masern-Infektionen zu verzeichnen. Von Januar bis Mitte August zählte das Robert-Koch-Institut (RKI) 511 Masernfälle im bevölkerungsreichsten Bundes­land. Davon traten nach Angaben des Landeszentrums Gesundheit NRW allein 330 Erkrankungen in Duisburg und 53 in Essen auf. Damit gibt es in NRW 2017 die höchsten Fallzahlen seit 2006, als 1.750 Masern-Infektionen gezählt wurden.

Die Krankenkasse DAK forderte aufgrund der Zahlen heute eine stärkere Impfbereit­schaft in der Bevölkerung. „Unser Ziel muss ein Anstieg der Impfquoten sein, damit könnten wir in NRW den Gesundheitsschutz um ein Vielfaches verbessern“, sagte Landesvertretungsleiter Peter Mager.

Keine Entwarnung

Bundesweit wurden nach RKI-Angaben bis Mitte August 860 Masernfälle bekannt, die aus NRW machen knapp 60 Prozent aus. Bei Masernausbrüchen gebe es allerdings große Schwankungen in den Jahren und den Bundesländern, sagte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. So wurden etwa in NRW im vergangenen Jahr nur 28 Fälle gezählt.

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Im laufenden Jahr rückte Duisburg in den Masernfokus. Dort habe es einen hohen Zuzug von Osteuropäern, vor allem Rumänen, gegeben, die größtenteils nicht geimpft seien und sich gegenseitig angesteckt hätten, sagte Stadt-Pressesprecherin Gabi Priem. Seit Anfang Juli sei die Duisburger Masernwelle auf nur noch vereinzelte Fälle abge­ebbt. „Wir sind mit dem Impfmobil zu den Menschen in die Bezirke rausgefahren und haben geimpft und aufgeklärt“, sagte Priem.

Entwarnung gibt das Landeszentrum Gesundheit allerdings nicht. Zur Zeit würden zwar keine Masernfälle registriert, sagte eine Sprecherin. Ein erneuter Anstieg sei aber nicht auszuschließen. „Wachsamkeit ist nach wie vor angesagt.“ In Essen war im Mai eine 37 Jahre alte Frau an Masern gestorben.

DAK und RKI appellierten an Erwachsene, ihren Impfstatus überprüfen zu lassen. Das Problem seien die Impflücken bei jungen Erwachsenen, sagte Glasmacher. Wer nach 1970 geboren wurde und nur eine oder gar keine Masernimpfung im Impfpass habe, sollte sich beim Arzt impfen lassen, sagte Glasmacher.

Außerdem sollten Eltern ihre Kinder zweimal bis zum zweiten Lebensjahr impfen lassen. Gut 84 Prozent der Kinder in NRW haben nach DAK-Angaben nach dem ersten Lebensjahr die von der Ständigen Impfkommission (StiKO) empfohlene Erstimpfung erhalten. Bei der zweiten Masernimpfung sinke die Quote auf noch knapp 67 Prozent.
Damit liegen die Impfquoten in NRW etwas höher als im Bundesdurchschnitt. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Sonntag, 3. September 2017, 23:58

Was soll das?

FAKTEN AUF EINEN BLICK - Bevöl­kerung (31.12.2015)
Baden-Württemberg 10 879 618
Bayern 12 843 514
Berlin 3 520 031
Brandenburg 2 484 826
Bremen 671 489
Hamburg 1 787 408
Hessen 6 176 172
Mecklenburg-Vorpommern 1 612 362
Niedersachsen 7 926 599
Nordrhein-Westfalen 17 865 516
Rheinland-Pfalz 4 052 803
Saarland 995 597
Sachsen 4 084 851
Sachsen-Anhalt 2 245 470
Schleswig-Holstein 2 858 714
Thüringen 2 170 714
Deutschland Gesamtbevölkerung 82 175 684
https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/LaenderRegionen/Regionales/Gemeindeverzeichnis/Administrativ/Aktuell/02Bundeslaender.html

Wenn NRW mit knapp 18 Millionen Einwohnern vor Bayern mit knapp 13 Millionen Menschen bevölkerungsreichstes Bundesland ist, warum sollten dann die Zahlen der Masern-Neuinfektionen dort niedriger sein? Speziell bei häufig grundsätzlich nicht geimpften Zuwanderern oder völlig unklaren tatsächlichen MMR-Immunitäts-Daten der bereits überwiegend 2-fach geimpften heimischen Bevölkerung fehlt es an grundlegenden, infektions-epidemiologischen Daten!

Das macht mich gegenüber dpa/aerzteblatt.de äußerst skeptisch, zumal die DÄ-Redaktion erst kürzlich eine Verdoppelung der Masern-Neuerkrankungen in Baden-Württemberg beklagt hatte.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z.Zt. Ramatuelle/F)
LNS

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