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Ausland

Hilfsorganisation Moas beendet Einsatz im Mittelmeer

Montag, 4. September 2017

/dpa

Rom – Die Hilfsorganisation Moas beendet ihren Einsatz im Mittelmeer zur Rettung von Migranten. Die maltesische Organisation kündigte heute an, stattdessen der verfolgten muslimischen Minderheit Rohingya in Südostasien humanitäre Hilfe zu leisten.

Die privaten Seenotretter begründeten die Entscheidung mit der unklaren Situation in Libyen. „Wir wollen nicht Teil eines Mechanismus sein, in dem es keine Garantie für einen sicheren Hafen (...) für die im Meer Geretteten gibt“, hieß es in einer Mitteilung. „Nichtsdestotrotz ist Moas entschlossen, die humanitäre Tätigkeit dort weiterzuführen, wo sie am meisten gebraucht wird.“

Folge der Libyenpolitik

Im August hatten Ärzte ohne Grenzen, Sea Eye und Save the Children angekündigt, sich aus dem Rettungsgebiet vor Libyen zurückzuziehen, wo zeitweise um die zehn Hilfs­organisationen im Einsatz waren. Sie begründeten dies mit Drohungen libyscher Behörden gegen ihre Schiffe. Save the Children hatte kürzlich die Rettungsmission mit der „Vos Hestia“ wieder aufgenommen.

Die Situation für die privaten Seenotretter im Mittelmeer hat sich in den vergangenen Wochen stark verändert. Die libysche Küstenwache kontrolliert verstärkt, auch mit Unterstützung der italienischen Marine, die Hoheitsgewässer und schickt Boots­flücht­linge zurück in das Bürgerkriegsland. Hilfsorganisationen berichteten mehrmals, von den Küstenwächtern bedrängt worden zu sein.

Im August ist die Zahl der Geretteten, die in Italien an Land gebracht wurden, rapide gesunken. Kamen im Mai und Juni mehr als 20.000 Migranten an, waren es im Juli nur noch etwas über 11.000, im August weniger als 4.000 Menschen.

Moas hat nach eige­nen Angaben seit August 2014 rund 40.000 Menschen gerettet. Die Organisation will die Situation im Mittelmeer weiter beobachten und sei bereit, „auf jede Veränderung zu reagieren“. © dpa/aerzteblatt.de

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