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Politik

Krankenhäuser behandeln jährlich 1,67 Millionen Herzpatienten

Dienstag, 5. September 2017

/Evgeniy Kalinovskiy, stock.adobe.com

Berlin – Jährlich werden in Deutschland rund 1,67 Millionen Menschen wegen einer Herzkrank­heit in eine Klinik eingeliefert, davon allein fast 220.000 wegen eines Herzinfarkts. Das geht aus dem neuen Jahresbericht der Deutschen Herzstiftung hervor.

Rund 208.000 Menschen sterben demnach jährlich an einer Herzkrankheit. Bei Herz- und Kreis­lauf-Erkrankungen waren es 2015 sogar über 356.600 Menschen. Laut dem Bericht rückt die Bedeutung sozialer Faktoren zunehmend in den Fokus der Forschung. Zum Beispiel betrage die durchschnittliche verringerte Lebenserwartung nach einem Herz­infarkt für Männer mit hohem Einkommen durchschnittlich 3,8 Jahre, für Männer mit niedrigem Einkommen aber durchschnittlich elf Jahre.

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Lebensverlängerung hat auch Nachteile

Die Herzstiftung weist in ihrem Bericht auch auf Innovationen in der Herzmedizin hin. „Die Herzmedizin schreitet immer rasanter mit innovativen Diagnose- und Therapieverfahren voran. Für Millionen herzkranke Menschen in Deutsch­­land ist das gut so, weil dadurch Herzleiden frühzeitiger erkannt und noch wirksamer behandelt werden können“, schreiben Thomas Meinertz, Vorstands­vorsitzender der Deutschen Herzstiftung, und Martin Vestweber, Geschäftsführer der Stiftung, im Vorwort des Berichtes.

Gleichzeitig erreichten viele Menschen, gerade wegen der Fortschritte in der Behandlung von Herzkrankheiten, ein höheres Alter – mit allen Vorteilen, aber auch mit Nachteilen. Ein Beispiel sei die Herzinsuffizienz: Die Klinik­einweisungen wegen einer Herzschwäche seien bei Patienten ab 65 Jahren von 1.550 Klinikeinlieferungen je 100.000 Einwohner im Jahr 2000 auf 2.296 im Jahr 2015 gestiegen.

„Viele Patienten haben oftmals nur ungenaue Vorstellungen von ihrer Herzkrankheit und den Behandlungsmöglichkeiten. Sie sind ganz besonders auf verlässliche Informa­tionen über ihre Herzerkrankung und deren Diagnose und Therapie angewiesen“, sagte Meinertz. Wer als Herzpatient über seine Erkrankung und Therapie gut informiert sei, der könne besser mit der Krankheit umgehen und seine Lebensqualität verbessern, betonte er.

Gut informierter Patient ist wichtig

Das Interesse für medizinisches Wissen aus erster Hand, das die Herz­stiftung leicht verständlich in Printform und online anbiete, wächst laut der Stiftung daher stetig. „Ein gut informierter Patient kann positiven Einfluss auf seine Krankheit ausüben, Kompli­kationen und eine Krankenhauseinweisung vermeiden“, so Meinertz.

Die Stiftung stellt im neuen Bericht auch ihre Forschungsförderung vor: Zusammen mit der von ihr gegründeten Deutschen Stiftung für Herzforschung hat sie 2016 2,5 Millionen Euro eingesetzt. Das Fördervolumen sei damit gegenüber 2015 deutlich gestiegen – damals hatte es bei 2,07 Millionen Euro gelegen. „Nur wenn wir neue Entwicklungen in der Herzmedizin durch die Förderung innovativer Vorhaben nah an den Bedürfnissen der Patienten stärker vorantreiben, können wir die Lebensqualität und das Überleben der zum Teil schwerkranken Betroffen bis ins hohe Alter verbes­sern“, so Meinertz. © hil/aerzteblatt.de

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