Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Studie sieht genetische Verbindungen zwischen Typ-2-Diabetes und koronarer Herzkrankheit

Mittwoch, 6. September 2017

/Thomas, stock.adobe.com

Philadelphia – Die meisten Varianten im Erbgut, die das Risiko auf einen Typ-2-Diabetes erhöhen, waren in einer neuen genomweiten Assoziationsstudie auch mit einem erhöhten Risiko auf eine koronare Herzkrankheit (KHK) verbunden. Die Publikation in Nature Genetics (2017; doi: 10.1038/ng.3943) konnte acht Gene ermitteln, von denen eines aber das Risiko in unterschiedlicher Richtung beeinflusste.

Menschen mit Typ-2-Diabetes haben ein deutlich erhöhtes Herzinfarktrisiko. Beide Erkrankungen treten familiär gehäuft auf, sodass es sinnvoll erscheint, nach gemein­samen genetischen Wurzeln zu suchen. Dies geschieht immer auch im Hinblick auf mögliche neue Therapien. So wurde kürzlich entdeckt, dass Träger einer Genvariante für den Rezeptor des glucagonähnlichen Peptids 1 sowohl seltener an einem Typ-2-Diabetes als auch an einer KHK erkranken.

Ein internationales Team um Danish Saleheen von der Perelman School of Medicine in Philadelphia hat deshalb in einer genomweiten Assoziationstudie nach einem gemein­samen genetischen Nenner gesucht. Zunächst wurden 16 neue genetische Risiko­faktoren für den Typ-2-Diabetes gefunden. Bei den meisten Trägern dieser Varianten war auch das KHK-Risiko erhöht.

Acht dieser gemeinsamen Faktoren konnten die Forscher jeweils auf ein einzelnes Gen zurückführen, welches das Risiko für beide Krankheiten beeinflusst. Nur bei sieben Genen steigerten die entdeckten Varianten das Erkrankungsrisiko von Typ-2-Diabetes und KHK. Beim achten Gen war dies anders. Die Variante im APOE-Gen – es kodiert ein Lipoprotein – erhöhte das Risiko auf einen Typ-2-Diabetes, die Träger erkranken aber seltener an einer KHK. Für Saleheen ist dies keine überraschende Entdeckung. Sie stehe im Einklang mit Studien, die Statinen, die das LDL-Cholesterin senken, ein erhöhtes Diabetesrisiko bescheinigt haben.

Bei den anderen Genen ging das Risiko jedoch in die gleiche Richtung. Das Ausmaß des Risikos war jedoch unterschiedlich: Genvarianten, die das Risiko auf eine Adiposi­tas und eine Hypertonie erhöhen, erwiesen sich gleichzeitig als größere KHK-Risiken als Varianten, die sich primär auf den Insulin- oder Glukosespiegel auswirken.

Die Ergebnisse könnten neue Impulse für die Behandlung der beiden Erkrankungen liefern. Saleheen verweist auf Eicosapentaensäure, die in gemeinsame Stoffwechsel­wege der beiden Erkrankungen eingreift (ob das Nahrungsergänzungsmittel tatsächlich eine günstige Wirkung erzielt, müsste allerdings noch in klinischen Studien untersucht werden). Das Gen FABP4 (Fatty Acid-Binding Protein 4, ein von Fettzellen freigesetztes Protein) wird laut Saleheen bereits als Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Medikamente untersucht. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

16.02.18
Telemedizinisches Coachingprojekt gestartet
Düsseldorf – AOK Rheinland/Hamburg, Deutsches Institut für Telemedizin und Gesund­heits­förder­ung (DITG) und Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) haben jetzt ein gemeinsames telemedizinisches......
15.02.18
Vegane Diät bessert Insulinresistenz bei Adipositas
Washington – Eine rein pflanzliche Ernährung hat in einer randomisierten Studie an adipösen Erwachsenen, die (noch) nicht an Typ-2-Diabetes erkrankt waren, innerhalb weniger Wochen die......
12.02.18
Studie findet überraschende Gemeinsamkeiten in Genaktivität bei fünf häufigen psychiatrischen Erkrankungen
Los Angeles – Postmortale Untersuchungen an Patienten mit Autismus, Schizophrenie, bipolarer Störung, Depression und Alkoholabhängigkeit zeigen, dass in den Nervenzellen des Cortex vielfach die......
12.02.18
Im Karneval drohen alkoholbedingte Unterzuckerungen
Berlin – Auch Menschen mit Diabetes 1 oder 2 können laut Selbsthilfeverband diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe Karneval feiern und dabei ein alkoholisches Getränk oder etwas Süßes verzehren.......
09.02.18
Digitale Technologien verändern die Diabetesversorgung
Berlin – Digitale Technologien können die Diagnostik und Therapie von Diabetespatienten stark verbessern. Davon zeigte sich heute die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) überzeugt. „Die......
08.02.18
Warum Diabetiker bei Prostatakarzinom eine schlechtere Prognose haben
Tübingen/München – Menschen mit Typ-2-Diabetes erkranken seltener an einem Prostatakarzinom als Patienten ohne Diabetes. Einmal erkrankt, ist ihre Sterblichkeit daran allerdings höher. Gründe dafür......
08.02.18
Hohe Gesundheitskosten durch Komplikationen bei Typ-2-Diabetes
München – Wissenschaftler haben Krankenkassendaten von mehr als 300.000 Menschen mit Diabetes untersucht. In Diabetes Care schlüsseln sie auf, welche Kosten die verschiedenen Folgeerkrankungen......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige