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Politik

Westerfellhaus beendet Amtszeit als Präsident des Pflegerates

Mittwoch, 6. September 2017

Andreas Westerfellhaus /dpa

Berlin – Mehr Selbstbewusstsein, mehr Selbstbestimmung: Das waren die Ziele von Andreas Westerfellhaus für die Pflegenden in Deutschland. Nach acht Jahren endet seine Amtszeit als Präsident des Deutschen Pflegerates. Am 15. September wird in Berlin sein Nachfolger gewählt, denn nach zwei Amtszeiten darf er nicht mehr kandidieren.

Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit hat der 61-jährige Westfale einen Meilenstein für die professionellen Pflegekräfte in Deutschland gesetzt. Mitte August haben der Pflegerat und die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz den Startschuss für die Gründung einer Bundes­pflege­kammer und damit für eine Selbstverwaltung aller professionellen Pflegekräfte in Deutschland gegeben.

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Bundes­pflege­kammer auf den Weg gebracht

Berlin – Die Bundes­pflege­kammer ist auf dem Weg. Der Deutsche Pflegerat hat gestern die Errichtung einer Gründungskonferenz für eine Bundes­pflege­kammer gemeinschaftlich mit der Landespflege­kammer Rheinland-Pfalz beschlossen. Damit ist der Startschuss für eine gemeinsame und einheitliche Selbstverwaltung aller professionellen Pflegeberufe auf Bundesebene (...)

Westerfellhaus’ Mission war es, der größten Berufsgruppe im Gesundheitswesen eine stärkere politische Stimme und mehr Selbstbestimmung zu verschaffen. „Man redet nicht mit uns, sondern über uns“, hat er lange beklagt. Das hat sich mittlerweile geändert: „Pflege ist das wichtigste gesundheitspolitische Thema in diesem Jahrzehnt“, sagte Westerfellhaus heute. „Wir haben eine Aufmerksamkeit wie noch nie.“

Denn in Krankenhäusern und Altenheimen ist vom drohenden Pflegenotstand die Rede. Mehr als 2,8 Millionen Bundesbürger sind derzeit auf Leistungen der Pflegeversiche­rung angewiesen. Bis 2050 könnten es rund 4,5 Millionen sein. Auch die Kranken­häuser erwarten angesichts des demografischen Wandels steigende Patientenzahlen.

„Die zentrale Frage ist doch: Wer soll die dringend notwendigen Leistungen erbrin­gen?“, beschreibt Westerfellhaus das Problem. Die Reformen der Pflegeversicherung drohten angesichts des Fachkräftemangels ins Leere zu laufen, warnt er. Die Pflegenden stünden vor dem Kollaps. „Die Politik hat die Leistungsträger vergessen.“

Attraktivere Bezahlung, Aufstiegsmöglichkeiten, Mindestpersonalgrenzen, weniger Leistungsdruck und mehr Kompetenzen gegenüber den ärztlichen Berufen, so lauten seine Forderungen. Ein wichtiger Hebel sollte auch die Ausbildungsreform der Pflege­berufe sein. Ziel des Pflegerates, aber auch der Bundesregierung, war eine gemeinsame Ausbildung in Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege. Auf den letzten Metern beschloss der Bundestag im Juni einen Kompromiss, der allerdings niemanden so recht glücklich macht.

Doch Westerfellhaus will mehr. Die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen müsse sich selbst verwalten können und mehr Selbstbewusstsein entwickeln, fordert er. Nach seinen Worten sind es starke Lobbygruppen, die den Einfluss klein halten wollen: Ärzte, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände. Dennoch setzt Westerfellhaus auf Koopera­tion: „Die Berufsgruppen im Gesundheitswesen müssen gemeinsam Leistungsträger sein“, sagt er. „Das Wir muss im Vordergrund stehen.“ © kna/aerzteblatt.de

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