Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Mehr Aufmerksamkeit bei Gewalt in der Pflege nötig

Mittwoch, 6. September 2017

Berlin – Gewalt in der Pflege muss nach Darstellung des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) bei der Überprüfung von Einrichtungen viel mehr berücksichtigt werden. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Ralf Suhr, sagte: „Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sollten ganz klar nachvollziehen können, was genau zur Sicherheit beziehungsweise zum Schutz Pflegebedürftiger vor körperlichen oder seelischen Verletzungen durch den Dienst oder die Einrichtung getan wird.“ Pflegeanbieter sollten darlegen, was sie aktiv zur Gewaltprävention unternehmen und wie sie mit problemati­schen Vorfällen umgehen.

Gewalt in der Pflege sei schwierig zu messen, unter anderem weil sie teilweise versteckt vorkomme und Pflegebedürftige über Gewalterleben nicht berichten wollten oder gar könnten. Es wäre daher schon eine große Weiterentwicklung des sogenannten Pflege-TÜVs, wenn Pflegeanbieter ihre Maßnahmen zur Gewaltprävention nachweisen müssten, sagte Suhr.

„Es muss verbindlich werden und auch geprüft und klar dargestellt werden: Gibt es eine Fehlerkultur, gibt es ein durchdachtes und implementiertes Präventionskonzept, gibt es ein wirksames Fehlermelde- und Beschwerdesystem, wie wird mit gemeldeten Fehlern und Beschwerden umgegangen?“

Eine aktuelle Befragung des ZQP von Pflegekräften in der stationären Pflege zeige aber: „In vielen Einrichtungen (28 Prozent) werden Vorfälle überhaupt nicht in einem Fehlerberichtssystem dargestellt und der Umgang mit Aggression und Gewalt ist nicht ausdrücklich Bestandteil des Qualitätsmanagements (20 Prozent). Hier müssen wir also ansetzen.“

Suhr stellte grundsätzlich infrage, dass – wie bisher üblich – Pflegenoten als Verbrau­cherinformationen über die Qualität von Pflegeheimen oder ambulanten Pflegediens­ten geeignet sind. „Gewaltprävention ist in jedem Fall keine Frage einer Note. Ent­weder ein Heim hat ein fundiertes umfassendes Konzept zur Sicherheit von Pflege­bedürftigen und Gewaltprävention bei sich fest verankert oder nicht. Es sollte eine Pflicht sein, dies zu haben.“

Die Pflegenoten, die in Deutschland über die Qualität von Pflegeheimen und ambulan­ten Diensten aufklären sollen, waren in die Kritik geraten, unter anderem, weil sie über Jahre unrealistisch gut ausgefallen waren. Daraufhin hatte die Politik die Überarbei­tung dieses Pflege-TÜVs bis 2019 beschlossen. Der Stiftungsvorstand dazu: „Die Ver­brau­cher benötigen glaubwürdige Informationen für die Auswahl von Pflegeange­boten.“ © dpa/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

18.01.18
Haftstrafe für Arzt wegen sexuellen Missbrauchs von Patientinnen
Ansbach – Wegen sexuellen Missbrauchs von drei psychisch labilen Patientinnen ist ein Arzt in Bayern zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Er darf außerdem fünf Jahre lang keine......
17.01.18
Internetportal bietet Hilfe bei Gewalt in der Pflege
Berlin – Ein neues Internetportal soll Rat und Hilfe gegen Gewalt in der Pflege bieten. Es gebe Pflegebedürftigen, Angehörigen und Pflegekräften unter www.pflege-gewalt.de aktuelle Informationen dazu,......
15.01.18
Kriminellem Turnarzt droht Rekordhaftstrafe
Ingham County/Michigan – Die Vorwürfe sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen lassen den US-Turnverband in seinen Grundfesten wanken. In dem für diese Woche erwarteten Urteil droht dem früheren......
12.01.18
Müntefering: Rettungskräfte verdienen Wertschätzung
Berlin – Der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering hat Angriffe auf Rettungskräfte scharf verurteilt. „Rettungskräfte, die sich für Menschen in Not einsetzen, verdienen Respekt und Wertschätzung,......
08.01.18
Mehr Altenpfleger in Deutschland
Wiesbaden/München/Düsseldorf – Die Zahl der Altenpfleger in Deutschland ist in den vergangenen Jahren stetig angestiegen. Waren 2012 noch 251.000 Fachkräfte in den Pflegeeinrichtungen beschäftigt,......
05.01.18
Deutscher Pflegerat fordert bundesweiten „Masterplan Pflege“
Berlin – Der neue Präsident des Deutschen Pflegerates, Franz Wagner, erwartet von der künftigen Bundesregierung ein schnelles Signal für Verbesserungen in der Pflege. Wagner forderte heute in Berlin......
05.01.18
Fast jeder Notfallsanitäter schon im Einsatz angegriffen
Hamburg – Fast jeder Notfallsanitäter und Rettungsassistent wurde schon einmal im Einsatz angegriffen. Nach einer Untersuchung der Ruhr-Universität Bochum gaben 91 Prozent der Befragten aus diesen......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige