NewsÄrzteschaftDepressionspatienten sollten bei Lebensveränderungen vorsorglich Hilfe suchen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Depressionspatienten sollten bei Lebensveränderungen vorsorglich Hilfe suchen

Mittwoch, 6. September 2017

München – Patienten, die in ihrem Leben bereits eine oder mehrere depressive Episoden erlebt haben, sollten bei Lebensveränderungen wie einer Arbeitsplatz­kündigung vorsorglich mit ihrem Arzt oder Psychotherapeuten sprechen. Das empfiehlt der Chefarzt und Direktor der Klinik am Max-Planck-Institut für Psychiatrie, Martin Keck. „Über 70 Prozent der Depressionspatienten erleben mehrere Episoden der Erkrankung. Gerade für sie ist es wichtig, Vorsorge zu treffen, um Rückfällen entgegen­zuwirken“, sagte er. 

Die Auslöser für eine Depression sind bekanntlich vielfältig: Die Gene spielen genauso eine Rolle wie die Umwelt und Lebenserfahrungen. „Besonders gefährlich können Umbruch­situationen sein: Wenn sich der Alltag ändert, wenn das Leben einen anderen Lauf nimmt, dann muss sich auch unser Gehirn umstellen. Während solcher Phasen sind manche Menschen anfälliger, eine Depression zu entwickeln“, sagte Keck. Als Beispiel nannte er den Berufseinstieg, einen Stellenwechsel, Heirat, Scheidung oder Berentun­gen. Auch gesunde Menschen seien in diesen Lebensphasen anfälliger.

„Am besten ist, sich vorher Gedanken über die neue Lebensphase zu machen. Was erwartet mich, was ist mir wichtig und wie kann ich meinen Alltag neu gestalten, damit ich gut damit zurechtkomme – diese Fragen sollte man sich vorher stellen“, betonte Keck. Außerdem empfiehlt er, verstärkt auf Frühwarnzeichen wie veränderte Stimmung, verstärkte Grübelneigung und körperliche Symptome wie Schlafstörungen zu achten.

Laut dem Institut erkranken in Deutschland jährlich 5,3 Millionen Menschen an einer Depression. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

13. Juni 2018
Chicago – Die Polypharmazie führt dazu, dass immer mehr Patienten gleich mehrere Wirkstoffe verschrieben bekommen, zu deren Nebenwirkungen depressive Verstimmungen gehören. In einer Querschnittstudie
Depressionen häufige Nebenwirkung von Medikamenten
11. Juni 2018
Amsterdam – Depressionen haben bei älteren Menschen eine schlechtere Prognose. Die Episoden dauern länger und laut einer Langzeituntersuchung in Lancet Psychiatry (2018; doi:
Depressionen bei älteren Menschen hartnäckiger
28. Mai 2018
Sydney – Körperliche Betätigung wirkt dem Aufkommen von Depressionen entgegen, unabhängig von Alter, körperlichem Zustand und Herkunft. Das berichtet eine internationale Arbeitsgruppe mit
Sport senkt Risiko für Depressionen
16. Mai 2018
Glasgow – Kommt der zirkadiane Rhythmus aus dem Takt, kann dies psychische Störungen begünstigen. In einer Beobachtungsstudie mit mehr als 91.000 Menschen haben Forscher der University of Glasgow
Innere Uhr könnte Risiko für Depressionen und bipolare Störungen beeinflussen
24. April 2018
Köln – Eine Spezialambulanz für Altersdepressionen hat die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Köln eingerichtet. Sie verbindet die Diagnostik der Erkrankung und verschiedene
Neue Spezialambulanz für Altersdepressionen in Köln
17. April 2018
Titusville/New Jersey – Eine zweimal wöchentliche intranasale Behandlung mit Esketamin, dem linksdrehenden Enantiomer von Ketamin, hat in einer Phase-2-Studie die Depressionen von Patienten mit akuter
Depressionen: Ketamin als Nasenspray beseitigt rasch Suizidgedanken
16. April 2018
Boston – Kann eine spezielle Analyse des Elektroenzephalogramms (EEG) die Wirksamkeit einer medikamentösen Therapie der Major-Depression voraussagen? Nach einer Studie in JAMA Psychiatry (2018; doi:
NEWSLETTER