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Politik

Schulen sollen Wiederbelebung lehren

Montag, 11. September 2017

/benjaminnolte, stock.adobe.com

Berlin/Düsseldorf – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) will Erste Hilfe und die Wiederbelebung von Menschen bundesweit im Unterricht an den Schulen etablieren. „Wir wollen alle Schulen in Deutschland mit einem Ausbildungskonzept für Lehrer unterstützen, das im Rahmen des ,Nationalen Aktionsbündnisses Wiederbe­lebung' ausgearbeitet werden soll“, kündigte Gröhe heute gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe an.

Der Minister weitet damit eine politische Initiative der neuen schwarz-gelben Landesregierung in Nordrhein-Westfalen (NRW) auf den Bund aus. CDU und FDP in NRW haben in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt, dass Reanimation künftig an allen Schulen des Landes gelehrt werden soll.

Schnelle Hilfe kann Leben retten

Bereits 2014 hatte die Kultusministerkonferenz den Ländern diese Praxis empfohlen. Der Vorschlag: Ab der siebten Klasse sollen sich zwei Unterrichtsstunden pro Jahr der Wiederbelebung widmen, mit entsprechend geschultem Lehrpersonal. „Leider sind dem noch nicht alle Länder gefolgt“, sagte Gröhe.

Nach aktuellen Zahlen des Deutschen Reanimationsregisters erleiden in Deutschland mindestens 50.000 Menschen pro Jahr außerhalb eines Krankenhauses einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Nur zehn Prozent der Betroffenen überleben. Das unverzügliche Einleiten einer Herzdruckmassage könnte 10.000 Menschenleben zusätzlich retten. Der Schulunterricht soll das nötige Wissen dazu vermitteln.

„Bei der Herzdruckmassage ist es wie mit dem Fahrradfahren und dem Schwimmen: einmal richtig gelernt, nie mehr vergessen“, sagte Gröhe. Das Land NRW hat zum Schuljahresbeginn 2017/18 das Modellprojekt „Laienreanimation an Schulen in Nordrhein-Westfalen“ gestartet. Es hat eine Laufzeit von drei Jahren.

© kna/aerzteblatt.de

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