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Medizin

Lungenkrebs: Durvalumab verlängert progressionsfreies Überleben im Stadium III des NSCLC

Dienstag, 12. September 2017

/Nonwarit, stock.adobe.com

Tampa/Florida – Der PD-L1-Inhibitor Durvalumab, der verhindern soll, dass Tumore sich der natürlichen Immunabwehr entziehen, hat in einer Phase-3-Studie das progressionsfreie Überleben bei Patienten im fortgeschrittenen Stadium eines nicht kleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC) deutlich verlängert. Die im New England Journal of Medicine (2017; doi: 10.1056/NEJMoa1709937) publizierten Ergebnisse wurden auf der Jahrestagung der European Society for Medical Oncology (ESMO 2017) in Madrid positiv bewertet.

Bei einem Drittel aller Patienten mit NSCLC wird die Diagnose erst im Stadium 3 gestellt. Aufgrund eines Befalls mehrerer Lymphknoten wird dann in der Regel auf eine Resektion verzichtet. Die Patienten erhalten eine Chemoradio, die allerdings selten eine komplette Remission erzielt. 

Die PACIFIC-Studie hat untersucht, ob in dieser Situation eine Behandlung mit dem PD-L1-Inhibitor Durvalumab die Situation der Patienten verbessern kann. An 235 Zentren in 26 Ländern (mit deutscher Beteiligung) wurden 709 Patienten auf eine Konsoli­die­rungstherapie mit Durvalumab (10 mg pro Kilogramm Körpergewicht i.v. alle zwei Wochen) oder auf Placebo randomisiert. 

Die beiden primären Endpunkte der Studie waren das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben. Der erste Endpunkt wurde klar erreicht: Während es in der Placebogruppe median nach 5,6 Monaten zur erneuten Tumorprogression kam, war dies in der Durvalumab-Gruppe erst nach median 16,8 Monaten der Fall. Scott Antonia vom H. Lee Moffitt Cancer Center in Tampa/Florida und Mitarbeiter ermittelten eine Hazard Ratio für eine Krankheits-Progression oder den Tod des Patienten von 0,52; die mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,42 bis 0,65 signifikant war.

Nach zwölf Monaten waren im Durvalumab-Arm noch 55,9 Prozent der Patienten ohne Tumorprogression gegenüber 35,3 Prozent der Patienten in der Placebo-Gruppe. Nach 18 Monaten waren es 44,2 Prozent gegenüber 27,0 Prozent. Die Response-Rate war in der Durvalumab-Gruppe mit 28,4 Prozent gegenüber 16,0 in der Placebogruppe ebenfalls höher, und die mittlere Dauer der Remission war länger: Nach 18 Monaten waren 72,8 Prozent der Patienten, die auf die Behandlung angesprochen hatten, weiterhin in Remission gegenüber 46,8 Prozent in der Vergleichsgruppe.

Eine lebensverlängernde Wirkung konnte (noch) nicht dokumentiert werden. Sie ist jedoch zu erwarten, da die Dauer bis zum Auftreten von Fernmetastasen von 14,6 auf 23,2 Monate verlängert wurde.

Dies sind für ein fortgeschrittenes Bronchialkarzinom ungewöhnlich günstige Ergebnisse, die die Arzneimittelbehörden vermutlich zu einer Zulassung bewegen werden. Die US-amerikanische FDA hat dem Präparat kürzlich den Status einer „Breakthrough Designation“ verliehen, die die Einführung des Präparates beschleu­nigen dürfte. Bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur ist ebenfalls ein Antrag anhängig.

Die Verträglichkeit von Durvalumab war für die meisten Patienten akzeptabel. Neben­wirkungen vom Grad 3/4 traten bei 32,0 Prozent der Patienten gegenüber 27,8 Prozent der Patienten in der Placebo-Gruppe auf. Die häufigsten schweren Nebenwirkungen war eine Pneumonitis, die 6,4 Prozent der Patienten bewog, die Durvalumab-Behandlung abzubrechen gegenüber 1,1 Prozent in der Placebogruppe. © rme/aerzteblatt.de

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