NewsPolitikPflegeheimkosten: CDU will Kinder von Zuzahlungen entlasten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Pflegeheimkosten: CDU will Kinder von Zuzahlungen entlasten

Dienstag, 12. September 2017

/Peter Maszlen, stock.adobe.com

Düsseldorf – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) will im Fall eines Wahlsiegs der Union die Kinder pflegebedürftiger Eltern von Zuzahlungen für eine Heimunterbringung entlasten. „Wenn Pflegeversicherung und Rente nicht ausreichen, um die Kosten einer Heimunterbringung zu tragen, dann muss es klare Grenzen geben, in welchem Umfang das Sozialamt Geld von den Kindern fordern darf“, sagte Gröhe der Rheinischen Post.

Nach dem Willen von Gröhe sollen Kinder mit einem Brutto-Jahreseinkommen von bis zu 100.000 Euro künftig vom Zugriff des Sozialamts freigestellt werden. Gleichzeitig gelte, dass ältere Menschen kein schlechtes Gewissen haben sollten, wenn sie ihr Gespartes für das Alter dann auch tatsächlich einsetzen. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Mitfinanzierung der Pflegekosten besteht dann, wenn die Eltern aufgrund der Pflegebedürftigkeit einen Anspruch auf Leistungen gegenüber dem Sozialamt haben und ihr eigenes Vermögen weitgehend aufgebraucht haben. Kindern steht aber ein sogenannter Selbstbehalt zu.

Anzeige

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz sprach von „reiner Symbolpolitik“. Die Angst der Alten, dass die Kinder später für ihre Pflege zahlen müssten, sei „zumeist grundlos“, sagte Vorstand Eugen Brysch. „Schließlich tragen die Kommunen und letztlich die Steuerzahler den allergrößten Teil der 3,8 Milliarden Euro für die Hilfe zur Pflege. Für nicht mal zwei Prozent und damit 70 Millionen Euro dieser Ausgaben werden die Angehörigen herangezogen.“

Brysch appellierte an Gröhe, vor allem dafür zu sorgen, dass Pflegebedürftige nicht in die Armutsfalle rutschen. „Ein wirksamer Hebel ist, die Ungleichbehandlung der 800.000 Heimbewohner bei der medizinischen Behandlungspflege endlich zu beenden. Schließlich müssen Heimbewohner durchschnittlich 312 Euro im Monat aus der eigenen Tasche zahlen. Das sind jährlich rund drei Milliarden Euro. Für Pflegebe­dürftige daheim zahlt die Krankenkasse.“

In Deutschland leben immer mehr Menschen in Alten- und Pflegeheimen: Laut Statistischem Bundesamt werden 783.000 vollstationär und weitere 2,1 Millionen zu Hause durch Angehörige oder ambulante Pflegedienste versorgt. © afp/kna/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

30. Juni 2020
Celle – Nach mutmaßlichen Misshandlungen in einem Pflegeheim in Celle hat die Pflegekammer Niedersachsen Veränderungen für die Branche gefordert. „Wenn wir verhindern wollen, dass es so weitergeht,
Nach Misshandlungsvorwürfen in Heim fordert Pflegekammer Meldestelle
26. Juni 2020
Stuttgart – Die Landesregierung hat weitere Lockerungen für Bewohner und Besucher stationärer Pflegeeinrichtungen beschlossen. Die Besuchszeiten sollen ab 1. Juli nicht mehr begrenzt werden, teilte
Lockerungen für Besuche von Pflegeheimen in Baden-Württemberg
24. Juni 2020
München – Angesichts der deutlich gesunkenen Infektionszahlen mit SARS-CoV-2 schafft Bayern die Besuchsbeschränkungen in Krankenhäusern, Altenheimen und Behinderteneinrichtungen ab. Die derzeitigen
Mehr Besuche in Krankenhäusern und Pflegeheimen in Bayern erlaubt
22. Juni 2020
Düsseldorf – Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium in Nordrhein-Westfalen (NRW) hat die Coronaregeln für Besuche in Pflegeheimen gelockert. Ab sofort ist wieder körperlicher Kontakt – wie etwa eine Umarmung –
Umarmung in Nordrhein-Westfalens Pflegeheimen wieder erlaubt
19. Juni 2020
Wiesbaden – Hessen plant eine repräsentative SARS-CoV-2 Studie in Pflege- und Altenheimen. In 50 ausgewählten Einrichtungen seien dabei Tests auf mögliche Infektionen vorgesehen, kündigte
Hessen plant Teststudie in Pflege- und Altenheimen
10. Juni 2020
Bremen – Die Sterblichkeit infolge einer Infektion mit SARS-CoV-2 ist unter Pflegebedürftigen mehr als fünfzigmal so hoch wie im Rest der Bevölkerung. Das geht aus einer Studie der Universität Bremen
COVID-19: Sterblichkeit unter Pflegebedürftigen fünfzigmal höher
4. Juni 2020
Bonn – Besuche in Pflegeheimen sollten in allen Bundesländern wieder „in angemessener Weise“ ermöglicht werden. Dafür hat sich die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) gestern
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER