NewsPolitikQualitätssicherungs­verfahren für Schmerztherapie im Krankenhaus gefordert
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Qualitätssicherungs­verfahren für Schmerztherapie im Krankenhaus gefordert

Dienstag, 12. September 2017

/Sandor Kacso, stock.adobe.com

Berlin – Die Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) hat einen Antrag gestellt, der die Schmerztherapie in den Kliniken verbessern soll. „Trotz der hohen Bedeutung einer guten Versorgung bei akuten Schmerzen werden im Qualitäts­management der Einrichtungen nicht flächendeckend Konzepte zum Schmerzmana­gement integriert und Patientenberichte und -beschwerden über Schmerzen nicht immer ernst genommen“, kritisierte die Patientenvertretung im G-BA. Nicht in allen Krankenhäusern sei ein leistungsfähiger Akutschmerzdienst eingerichtet. Transparenz darüber, welche Krankenhäuser ihre Patienten gut versorgten, herrsche derzeit nicht, heißt es weiter.

In ihrem Antrag, der mit fachlicher Unterstützung insbesondere der Deutschen Schmerzgesellschaft erstellt wurde, schlagen die Patientenvertreter eine strukturierte Befragung von Klinikpatienten zu den von ihnen erlebten Schmerzen vor. Die so erhobene Ergebnisqualität der Schmerztherapie in der Klinik soll den Einrichtungen Hinweise auf Verbesserungsmöglichkeiten geben.

Anzeige

Laut der Deutschen Schmerzgesellschaft ist die Situation der Schmerzversorgung in vielen Kliniken „verbesserungsfähig“. „Wir hoffen, dass durch die Initiative der Patientenvertretung und hoffentlich resultierenden Beschluss des G-BA Krankenhäuser in Deutschland künftig so aufgestellt sind, dass Patienten – beispielsweise nach Operationen – keine unnötigen Schmerzen erleiden“, sagte Wolfgang Koppert, Sprecher des Beirats der Fachgesellschaften in der Deutschen Schmerzgesellschaft. Er kritisierte, in rund einem Drittel der deutschen Kliniken gebe es immer noch keinen Akutschmerzdienst „Das kann auch zu einer eigentlich vermeidbaren späteren Chronifizierung beitragen“, so der Experte.

„Jeder Mensch hat das Recht auf eine angemessene Schmerzlinderung. Deshalb hoffe ich sehr, dass die entscheidungsbefugten Mitglieder dieses wichtigen Gremiums des deutschen Gesundheitswesens dem außerordentlich am Allgemeinwohl orientierten Antrag der Patientenvertretung nachkommen und entsprechend beschließen“, sagte der Präsident der Fachgesellschaft, Martin Schmelz. Ziel der Initiative sei, Minimalstandards auch in der Schmerztherapie zu verankern, „wie dies in anderen Bereichen der Medizin schon lange selbstverständlich ist“, so der Schmerz-Präsident.

Der Antrag steht für den 21. September auf der Tagesordnung des G-BA. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

23. November 2018
Berlin – Der 33. Deutsche Psychotherapeutentag hat die Aufnahme der Weiterbildung Spezielle Schmerzpsychotherapie (SSPT) für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und
Psychotherapeutentag beschließt Erweiterung der Musterweiterbildungsordnung
19. Oktober 2018
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) begrüßt neue präventive Therapieansätze gegen Post-Zoster-Neuralgie sowie gegen Migräne. Die Fachgesellschaft bezieht sich damit auf einen
Post-Zoster-Neuralgie und Migräne: Schmerzmediziner begrüßen neue Therapieoptionen
27. September 2018
Mannheim – Patienten sind zufriedener und empfinden die Behandlung als besser, wenn sie nicht nur Medikamente erhalten, sondern Ärzte sie informieren und in die Therapieentscheidung einbinden.
Schmerzmediziner empfehlen, Patienten bei Therapie stärker einzubinden
12. September 2018
Atlanta/Georgia – Chronische Schmerzen sind ein häufiger Beweggrund für einen Suizid. In einer US-Studie hatten fast 9 % der Menschen, die sich das Leben nahmen, chronische Schmerzen in der
Chronische Schmerzen eine häufige Suizid-Ursache
5. September 2018
Aarhus/Dänemark – Die Verordnung von Diclofenac hatte in einer Reihe von „emulierten“ klinischen Studien häufiger schwere kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall zur Folge, als
Diclofenac: Studie bestätigt erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko
31. August 2018
Winston-Salem/North Carolina – Kann ein Opiat, das Schmerzen 100-mal stärker als Morphium lindert, frei von Risiken und Nebenwirkungen sein und sich sogar zur Behandlung einer Opiatabhängigkeit
Bifunktionales Opiat könnte gegen Schmerzen und bei Abhängigkeit helfen
30. August 2018
Ottawa – Angesichts des grassierenden Missbrauchs von Opioiden hat die kanadische Provinz British Columbia mehr als 40 Hersteller und Vertreiber der Schmerzmittel auf Schadenersatz verklagt. Bei der
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER