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Ausland

Hurrikan „Irma“: Hilfe nach dem Sturm

Dienstag, 12. September 2017

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron reiste heute zu dem Inselterritorium. /dpa

London – Der Hurrikan „Irma“ hat Tod und Verwüstung über die Karibik und den US-Bundesstaat Florida gebracht. Die internationale Hilfe läuft auf Hochtouren. Die Bundesregierung startete gestern einen Unterstützungs- und Rettungseinsatz. Ein Krisenunterstützungsteam traf demnach heute in den USA ein, das 31 Mitarbeiter aus dem Auswärtigen Amt, von Bundeswehr und Technischem Hilfswerk (THW) und ein Interventionsteam umfasste.

In Atlanta im Bundesstaat Georgia wurde nach Angaben einer Sprecherin des Auswärtigen Amts ein Krisenzentrum eingerichtet, auch die Zahl der Mitarbeiter im deutschen Generalkonsulat vor Ort sei aufgestockt worden. Zudem war ein Militärflugzeug vom Typ A400M nach Curaçao unterwegs, um Hilfsgüter auf die niederländische Insel zu bringen. Nach Ministeriumsangaben halten sich auf den karibischen Inseln und in Florida bis zu 200.000 Deutsche auf. Von der Karibikinsel Saint-Martin/Sint Maarten sollten Deutsche „in den nächsten beiden Tagen“ ausgeflogen werden.

Medikamente, Lebensmittel, Trinkwasser

Die britische Regierung hat ihren karibischen Überseegebieten – den Britischen Jungferninseln und Anguilla – umgerechnet 35 Millionen Euro Nothilfe in Aussicht gestellt. Zehn Hilfsflüge transportierten Medikamente, Lebensmittel, Trinkwasser und Material für Notunterkünfte in die Region. An Bord waren auch Ingenieure und Soldaten. Bislang schickten die Streitkräfte rund 700 Soldaten, darunter „Ärzte, Zahnärzte, Krankenschwestern und Experten“, wie das britische Außenministerium mitteilte. In den kommenden Tagen sollten weitere folgen.

Bereits zu beginn des Sturms war das Marineschiff „RFA Mounts Bay“ in der Region, die „HMS Ocean“ sollte heute mit Hilfsgütern von Gibraltar aus Kurs auf die Karibik nehmen. Für heute war auch eine Reise von Außenminister Boris Johnson in die Überseegebiete geplant. Johnson wies Kritik zurück, die Regierung habe zu langsam reagiert.

Nach französischen Behördenangaben kamen durch „Irma“ zehn Menschen auf Saint-Barthélemy und Saint-Martin ums Leben. Rund 80.000 Menschen wurden in den französischen Überseeterritorien obdachlos. Paris schickte Hubschrauber, technisches Material, Medikamente und Millionen Liter Trinkwasser in die notleidenden Gebiete, wo den Angaben zufolge drei beschädigte Wasseraufbereitungsanlagen für Monate ausfallen dürften.

Hubschrauber und Schiffe im Einsatz

Rund 1.900 Helfer entsandte die französische Regierung bislang ins Katastrophen­gebiet, darunter Soldaten, Polizisten und Krisenhelfer. Der Energiekonzern EDF wollte 140 Tonnen Material, darunter Generatoren zur Stromerzeugung und Pumpen, von Guadeloupe aus nach Saint-Martin schicken. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron reiste heute zu dem Inselterritorium. Macron, der von Ge­sund­heits­mi­nis­terin Agnès Buzyn und Bildungsminister Jean-Michel Blanquer begleitet wurde, sprach von der bedeutendsten Luftbrücke nach dem Zweiten Weltkrieg. Man werde alles tun, damit die Bewohner so schnell wie möglich zu einem normalen Leben zurückkehren könnten.

Bereits vor dem Durchzug von „Irma“ hatte die niederländische Marine zwei Schiffe in den Gewässern stationiert, die Hubschrauber und Hilfsgüter an Bord hatten. Bislang wurden zudem vier Militärmaschinen mit Helfern und Hilfsgütern an Bord in die betroffenen Gebiete der Niederländischen Antillen entsandt. Auch das Rote Kreuz brachte 60 Tonnen Hilfsgüter in Zusammenarbeit mit der niederländischen Airline KLM auf den Weg.

Am vergangenen Freitag wurden erste Überlebende und Kranke in Sicherheit gebracht, später flogen Maschinen des Touristikkonzerns TUI und des Militärs auch Touristen aus. König Willem Alexander reiste vorgestern auf die Antillen. In den Niederlanden und in Frankreich trafen gestern knapp 400 Überlebende des Hurrikans aus der Karibik ein.

Auch das US-Militär brachte vor dem Sturm Staatsangehörige von Saint-Martin nach Puerto Rico in Sicherheit, doch Schätzungen zufolge harren noch 2.000 bis 3.000 US-Bürger in den betroffenen Karibik-Gebieten aus. Amphibienboote sind vor den Amerikanischen Jungferninseln im Einsatz, wo vier Menschen durch „Irma“ ums Leben kamen.

Vorgestern traf das Marineschiff „USS Abraham Lincoln“ mit 24 Hubschraubern vor Florida ein, um die dortigen Hilfsmaßnahmen zu unterstützen. Das Verteidigungs­ministerium schickte rund 4.600 Soldaten zur Hilfe auf die Jungferninseln und nach Puerto Rico sowie zur Unterstützung der britischen Kräfte in den britischen Überseegebieten.

© afp/aerzteblatt.de

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