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Politik

Qualifizierung in der Altenpflege ist große Chance für Arbeitslose

Dienstag, 12. September 2017

/dpa

Berlin – Eine Weiterbildung in der Altenpflege ist für Arbeitssuchende eine gute Möglichkeit, wieder in das Berufsleben einzusteigen. Umschulungen wie auch kürzere Weiterbildungen verbessern die Arbeitsmarktchancen deutlich. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Das IAB ist die Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit.

Danach erhöht eine Umschulung zum Altenpfleger die Beschäftigungs­wahrschein­lichkeit langfristig um rund 20 Prozent. Kürzere Weiterbildungen mit einer Dauer von wenigen Wochen bis zu einem Jahr können die Beschäftigungswahrscheinlichkeit langfristig um zehn bis 20 Prozentpunkte steigern. Ein hoher Anteil der vormals Arbeitslosen, die in der Altenpflege geschult wurden, arbeitet auch langfristig im Pflegebereich. Unter den Umschulungsteilnehmenden sind es rund 70 Prozent, bei den Teilnehmenden an den kürzeren Weiterbildungen sind es rund 50 Prozent.

Positiver Effekt auf Beschäftigung

„Unsere Ergebnisse weisen insgesamt darauf hin, dass geförderte Weiterbildungsmaß­nahmen für Arbeitslose in der Altenpflege einen deutlich positiven Effekt auf ihre nachhaltige Beschäftigung haben. Da ein wesentlicher Anteil der ehemals Geförderten dauerhaft im Pflegesektor tätig bleibt, tragen diese Maßnahmen auch dazu bei, die Lücke zwischen dem weiter wachsenden Altenpflegebedarf und dem Altenpflege­angebot zu verkleinern“, berichten die Studienautorinnen Christine Dauth und Julia Lang.

In Deutschland wird der Anteil der Bevölkerung im Alter von über 65 Jahren bis zum Jahr 2050 laut IAB-Bevölkerungsprojektion auf etwa 30 Prozent wachsen. „Somit wird die Nachfrage nach Pflegepersonal weiter steigen, während auf lange Sicht möglicher­weise weniger Erwerbspersonen zur Verfügung stehen, die diesen Bedarf decken können“, heißt es in der Studie.

Bereits heute bestehe im Bereich der Altenpflege ein Fachkräfteengpass: Mitte 2016 kamen laut der Bundesagentur für Arbeit auf 100 gemeldete Stellen für examinierte Altenpflegefachkräfte lediglich 38 entsprechend qualifizierte Arbeitssuchende. Bei den Altenpflegehelfern, die die Fachkräfte unterstützen, gab es laut der Studie hingegen bisher keinen Engpass.

„Die Altenpflege ist eine der wenigen klassischen Branchen, in der trotz des digitalen Wandels noch sichere Jobs mit Zukunft entstehen“, betonte der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) Bernd Meurer. Die Studie zeige außerdem, dass die Altenpflege „ein Verbleibsberuf und kein Ausstiegsberuf“, begrüßte der bpa-Präsident die Untersuchung.

© hil/aerzteblatt.de

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