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Politik

Verdi sieht Menschenleben durch Personalnot in Krankenhäusern gefährdet

Mittwoch, 13. September 2017

Berlin – Die Gewerkschaft Verdi hat Personalnot und massive Arbeitsverdichtung der Beschäftigten in deutschen Krankenhäusern angeprangert. Bundesweit fehlten in den Krankenhäusern 162.000 Stellen, davon allein 70.000 in der Pflege, erklärte die Gewerkschaft heute in Berlin. Nachts sei eine Pflegekraft durchschnittlich allein für 26 Patienten verantwortlich.

„Die Verantwortlichen müssen sich der Tatsache stellen: Personalnot gefährdet Menschenleben“, hieß es bei Verdi. Die Gewerkschaft fordert gesetzliche Vorgaben für die Personalausstattung in Krankenhäusern, die verbindlich, finanziert und bundesweit einheitlich sind. „Immer mehr Patienten müssen in immer kürzerer Zeit von zu wenig Personal versorgt werden“, hieß es.

Verdi rief die Beschäftigten heute dazu auf, die Desinfektion der Hände exakt so durchzuführen, wie sie vorgeschrieben sei. Je nach Anzahl der zu versorgenden Patienten nehme das pro Schicht bis zu zwei Stunden in Anspruch. Die Hände­desinfektion stehe beispielhaft für alle Aufgaben, die aufgrund des Personalmangels nicht oder nur notdürftig erledigt werden könnten. Bereits in den frühen Morgen­stunden musste laut Verdi die Aktion in einigen Krankenhäusern abgebrochen werden.

Die Linke unterstützte den Aktionstag von Verdi. „Der Personalmangel im Krankenhaus tötet deutlich mehr Menschen als Straßenverkehr und illegale Drogen zusammen“, sagte Linken-Vorsitzender Bernd Riexinger. Doch statt Abhilfe zu schaffen, hätten die Bundesregierungen der vergangenen Legislaturperioden den Kostendruck gegenüber Patienten und Beschäftigten weiter verschärft.

Ein junger Krankenpfleger hatte am Montagabend in der ARD-„Wahlarena“ Bundeskanzlerin Angela Merkel für das Programm der CDU kritisiert. Der 21 Jahre alte Auszubildende kritisierte in der Live-Sendung, im CDU-Programm stehe, niemand müsse sich bei der Pflege Sorgen machen.

© dpa/aerzteblatt.de

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