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Medizin

Darmbakterien beeinflussen Erfolg der „New Nordic Diet“

Donnerstag, 14. September 2017

fotoliaxrender - stock.adobe.com
Kopenhagen – Die „New Nordic Diet“, die dänische Spitzenköche als Alternative zur mediterranen Diät entwickelt haben, führte in einer randomisierten Studie nur dann zur Gewichtsreduktion, wenn ein bestimmter Enterotyp in der Darmflora vorherrschend war (International Journal of Obesity 2017; doi: 10.1038/ijo.2017.220).

Die „mediterrane Diät“, die frisches Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse mit Fisch und Meeresfrüchten statt Fleisch kombiniert und zum Kochen Olivenöl statt tierische Fette verwendet, ist bei Ernährungswissenschaftlern derzeit hoch angesehen. Die Gerichte schmecken jedoch vielen Dänen nicht, meinten die Köche von Noma, einem Gourmet-Restaurant in Kopenhagen mit zwei Michelin-Sternen und entwickelten die „New Nordic Diet“ (NDD). 

Die NDD hat im Prinzip die gleichen Komponenten wie die mediterrane Ernährung, setzt jedoch auf heimisches Obst und Gemüse. Gekocht wird mit Raps-, Sonnenblumen- oder Leinsamenöl.

Ernährungswissenschaftler der Universität Kopenhagen haben die NDD kürzlich in einer randomisierten Studie an 181 Dänen mit viszeraler Adipositas untersucht. Die Hälfte der Teilnehmer erhielt ein von Noma-Mitarbeitern entwickeltes Kochbuch, die anderen sollten versuchen, sich bei der normalen dänischen Kost kalorienmäßig einzuschränken. Die Nahrungsmittel wurden den Teilnehmern kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die Ergebnisse hatten die Forscher bereits 2014 im American Journal of Clinical Nutri­tion vorgestellt. Dort war herausgekommen, dass die Teilnehmer unter der NDD tat­sächlich stärker abnahmen als unter der konventionellen Kost. Allerdings schaffte es nur etwa jeder zweite, sein Körpergewicht zu senken. 

Vor Beginn der Studie hatten 62 Teilnehmer eine Stuhlprobe abgegeben, die Mads Fiil Hjorth von der Universität Kopenhagen und Mitarbeiter jetzt näher untersucht haben. Mit Hilfe der quantitativen Polymerase-Kettenreaktion wurde der Enterotyp bestimmt. Hjorth unterschied zwischen einem Prevotella-dominanten und einem Bacteroides-dominanten Enterotyp. 

Der Enterotyp wird durch die Ernährung beeinflusst. Bacteroides überwiegen bei einer westlichen Diät mit einem hohen Anteil von Proteinen und tierischen Fetten. Prevotella wird eher bei Menschen gefunden, die mehr Kohlenhydrate und Ballaststoffe zu sich nehmen.

Hjorth fand heraus, dass die NDD bei den Teilnehmern mit einem Prevotella-domi­nanten Enterotyp am besten anschlug. Sie hatten nach 26 Wochen im Mittel 3,15 kg an Körperfett verloren gegenüber 0,88 kg beim Bacteroides-dominanten Enterotyp. Die Differenz von 2,27 kg war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,09 bis 4,45 kg signifikant. 

Ähnliche Unterschiede gab es beim Bauchumfang, der bei Teilnehmern mit Prevotella-dominantem Enterotyp um 3,95 cm (0,34-7,55) stärker zurückging. Beim Körpergewicht war die Differenz von 2,33 kg (minus 0,15 bis 4,80 kg) nicht signifikant. 

Hjorth ist überzeugt, dass die Darmflora einen wesentlichen Einfluss auf den Erfolg der Diät hat. In Zukunft könnten Übergewichtige vor dem Beginn einer Diät ihre Darmflora untersuchen lassen. Deren Zusammensetzung könnte dann entscheiden, welche Diät die richtige ist. © rme/aerzteblatt.de

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