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Ärzteschaft

Palliativmediziner fordern mehr Forschung zur Versorgung am Lebensende

Freitag, 15. September 2017

Berlin – Mehr interdisziplinäre Forschung zur Versorgung von Patienten am Lebens­ende fordert die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). „Wir müssen gemeinsam interdisziplinär forschen, um die medizinischen, psychosozialen und spirituellen Anliegen des Patienten und seiner Familie umfassend und bestmöglich gerecht werden zu können“, betonte der Präsident der Fachgesellschaft, Lukas Radbruch, anlässlich einer Fachtagung im Bun­des­for­schungs­minis­terium (BMBF).

Dabei sei die Zusammenarbeit von Forschern aus der Medizin und der Pflege sowie den Sozial- und den Geisteswissenschaften essenziell, so der DGP-Präsident. Für sein Anliegen erhält er die Unterstützung der Politik. „Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, Menschen bis zu ihrem letzten Tag ein würdiges Sterben zu ermöglichen und sie im Sterben zu begleiten. Dafür benötigen wir eine umfassende bedarfsgerechte Versor­gung, die auf der Grundlage exzellenter Forschung steht“, erklärte Thomas Rachel, parlamentarischer Staatssekretär im BMBF bei dem Treffen.

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Eine besondere Herausforderung ist laut Boris Zernikow die Forschung mit und für sterbenskranke Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. „Viele unserer pädiatrischen Patienten können ihr Leid nicht sprachlich mitteilen. Wir als ihre forschenden Für­sprecher sind gefordert, das Leid dieser Kinder sicht- und messbar zu machen“, sagte der Lehrstuhlinhaber für Kinderschmerztherapie und pädiatrische Palliativmedizin an der Universität Witten/Herdecke sowie Chefarzt an der Vestischen Kinder- und Jugend­klinik Datteln.

Eine breite Datenbasis für die Behandlung, Begleitung und Versorgung von Menschen jeden Alters am Ende ihres Lebens forderte der Pflegewissenschaftler Axel Doll auf der Tagung. „Was Schwerstkranke an Linderung und Unterstützung brauchen und wie ihre Bedürfnisse, Beschwerden, Ängste und Sorgen im zeitlichen Verlauf der Erkrankung variieren, ist äußerst individuell. Gerade deshalb besteht die dringende Notwendigkeit, die Angebote und Maßnahmen der Palliativversorgung in ihrer Wirksamkeit sorgfältig auszuwerten und auf eine zuverlässige allgemeingültige Datenbasis zu stellen“, war der Tenor einer entsprechenden Podiumsdiskussion im Rahmen der Tagung. © hil/aerzteblatt.de

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